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13.02.2018

14:48 Uhr

Einsamkeit und Geldsorgen

Immer mehr Alleinstehende von Armut bedroht

  Deutschland ist ein Land der Singles. Und Millionen von ihnen stehen finanziell unter Druck. Selbst eine Beschäftigung reicht vielen nicht für ein auskömmliches Leben.

Familie und Alleinstehende imago

Fast jeder dritte Alleinstehende in Deutschland ist von Armut bedroht.

Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein – und deutlich mehr Alleinstehende als früher sind von Armut bedroht. Alleinstehende und -erziehende sind auch besonders häufig überschuldet. Zugleich rückt Einsamkeit als gesellschaftliches Problem zunehmend in den Fokus: Denn einsame Menschen haben laut Studien ein höheres Risiko, krank zu werden und früher zu sterben.

Von Armut bedroht ist fast jeder dritte Alleinstehende in Deutschland. Nach den jüngsten Zahlen des europäischen Statistikamts Eurostat waren dies 2016 32,9 Prozent der Alleinstehenden. Zehn Jahre zuvor waren lediglich 21,5 Prozent aller Alleinstehenden armutsgefährdet. Seit 2011 lag der Anteil der Armutsgefährdeten bei über 30 Prozent. Die Armutsgefährdungsgrenze lag in Deutschland im Jahr 2016 bei 1063,75 Euro pro Monat, das entspricht 60 Prozent des mittleren Einkommens. Auf die aktuellen Eurostat-Zahlen machte die Linke im Bundestag aufmerksam.

Dabei nahm die Zahl der Alleinstehenden insgesamt deutlich zu: auf 16,43 Millionen alleinstehende Erwachsene ohne Kinder 2016 – mehr als zwei von fünf Haushalten sind mittlerweile Alleinstehenden-Haushalte. Erst 2015 überschritt ihre Zahl die 16-Millionen-Schwelle, 1991 waren es erst rund 11 Millionen. Die Zahl der Alleinerziehenden stieg binnen 20 Jahren zudem um mehr als 300.000 auf über 1,6 Millionen.

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Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, die Betroffenen hätten es sich häufig nicht selbst ausgesucht, alleinstehend zu sein. „Das verpflichtet die Gemeinschaft, diesen Menschen strukturell zu helfen.“ Wie weit reicht die Verantwortung der Politik?

In Großbritannien wurde kürzlich sogar ein Regierungsposten gegen Einsamkeit eingerichtet - was international aufmerksam registriert wurde. Denn dass die Rolle der Großfamilie schwindet und immer mehr als Single leben, ist bekannt. Immer mehr dringt nun auch ins Bewusstsein, dass Einsamkeit krank machen kann.

Der Untersuchungsbericht einer Einsamkeits-Kommission, die dem Regierungsposten in Großbritannien vorausging, kam zu dem klaren Schluss: Einsamkeit ist genauso gesundheitsschädigend wie täglich 15 Zigaretten. Für Deutschland hatte bereits SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in der „Bild“-Zeitung vorgeschlagen, für den Kampf gegen die Einsamkeit einen Koordinator im Gesundheitsministerium zu etablieren.

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