WirtschaftsWoche

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12.01.2018

18:00 Uhr

NC und Auswahlgespräche

So klappt's mit dem begehrten Studienplatz

Von: Wenke Wensing, Jan Guldner

  Nicht jedes Studium ist frei zugänglich. Viele Hochschulen sieben Bewerber gleich nach mehreren Kriterien aus. Die häufigsten Hürden der Hochschulen und wie man sie nimmt.

Hörsaal

Der Andrang auf Deutschlands Universitäten ist groß. Wer die speziellen Auswahlverfahren kennt, kann profitieren.

Das richtige Studium am richtigen Ort kann entscheidend sein für eine erfolgreiche Karriere, wie das exklusive Hochschulranking der WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit Universum Global zeigt. Deshalb sind die hoch gerankten Unis und Fachhochschulen bei Studenten besonders beliebt. Um der Bewerberflut Herr zu werden, haben die Hochschulen eine Fülle von Auswahlverfahren entwickelt, die man bestehen muss, um einen Platz zu ergattern.

Derzeit sind knapp 4000 Bachelorstudiengänge und rund 3400 Masterstudiengänge laut Hochschulrektorenkonferenz in irgendeiner Form zulassungsbeschränkt oder verlangen eine Eignungsprüfung.

Cort-Denis Hachmeister analysiert diese Zugangsbeschränkungen für das Centrum für Hochschulentwicklung. “Das Wichtigste”, sagt Hachmeister, “ist, dass man sich frühzeitig und umfassend über die Voraussetzungen und Auswahlkriterien informiert.”

Dabei müsse man zwei verschiedene Hürden unterscheiden. Zum einen gibt es je nach Studiengang Mindestvoraussetzungen, die jeder erfüllen muss, der sich einschreiben will. Das Abitur ist die bekannteste. Genauso braucht man aber für einige praktischer angelegte Fächer mehrmonatige Vorpraktika. Dabei lernt man etwa als angehende Maschinenbaustudentin das Arbeiten mit bestimmten Werkzeugen oder als zukünftiger Soziale-Arbeit-Student den Umgang mit Pflegebedürftigen.

Zu den Mindestvoraussetzungen gehören in einigen Studiengängen auch Nachweise, dass man Englisch kann. Dafür gibt es verschiedene Sprachzertifikate wie TOEFL oder IELTS, für die man kostenpflichtige Prüfungen ablegen muss und die nur eine bestimmte Zeit gültig sind. Einige Universitäten akzeptieren als Nachweis aber auch einen bestimmten Notenschnitt im Fach Englisch in den letzten zwei Schuljahren.

Wer diese Grundvoraussetzungen erfüllt, bekommt aber nicht automatisch einen Studienplatz. Denn besonders bei den besten Hochschulen gibt es mehr Bewerber als Kapazitäten. “Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen dürfen Hochschulen eigene Kriterien festlegen, um Bewerber auszuwählen”, sagt Cort-Denis Hachmeister. Diese Hürden sollte man kennen, bevor man sich bewirbt. Ein Überblick:

Numerus Clausus

Sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen setzen auf den Numerus Clausus (NC) als Instrument der Studienplatzvergabe. Je mehr Personen sich auf die vorhandenen Plätze bewerben, desto besser muss die Abiturnote sein. Die Stiftung für Hochschulzulassung steuert dieses Verfahren zum einen im Auftrag der Bundesländer für Fächer mit bundesweitem NC wie Pharmazie oder Medizin.

Zum anderen regelt sie auch die Zulassung für einzelne Universitäten mit örtlichem NC bei bestimmten Fächern wie BWL oder Psychologie. Vorbereiten kann man sich auf dieses Verfahren nach dem Abitur nicht mehr - die Klausuren sind schließlich geschrieben.

Fächerrelevanz

An manchen Hochschulen wird neben der Abiturnote eine Eignungsnote betrachtet, die sich aus den Noten der Fächer zusammensetzt, die für den Studiengang relevant sind. Tim Frerichs, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit Osnabrück, gibt ein Beispiel: “An der Universität Osnabrück wird für manche Studiengänge die beste Halbjahresnote jedes relevanten Faches betrachtet.”

Das heißt: Für das Studium der Wirtschaftswissenschaften sind Mathematik und Englisch in der Schule relevante Fächer. Wer in einem Halbjahr in diesen Fächern Bestnoten bekam, verbessert seine Chancen, einen Informatik-Studienplatz zu bekommen - auch wenn zum Beispiel die Kunstnote wenig berauschend aussieht.

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Punktesystem

Reicht der Abiturschnitt für das Wunschstudium nicht, kann man ihn an manchen Hochschulen noch auf anderen Wegen aufwerten. Die evangelische Hochschule Ludwigsburg nutzt zum Beispiel ein Punktesystem. Je besser der Abiturschnitt, desto mehr Punkte kommen auf das Konto des Bewerbers.

Die Note 1,8 ergibt zum Beispiel im Studiengang Internationale Soziale Arbeit 16 Punkte, die Note 1,0 kommt auf 24 Punkte. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann acht Punkte hinzuaddieren. Die Ausbildung verbessert also den Abiturschnitt von 1,8 auf 1,0. Auch studienbezogene Praktika oder freiwillige Arbeit bringen Punkte.

Ähnlich regelt das zum Beispiel die Hochschule Osnabrück. Wer einen technischen Studiengang studieren möchte, erhält eine Aufbesserung des Abiturschnittes von 0,1 für Leistungskurse der Fächer Chemie, Informatik, Mathe oder Technik. Sogar Kindererziehung wertet den Abiturschnitt um 0,2 Notenpunkte auf.

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