WirtschaftsWoche

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08.03.2017

10:00 Uhr

Zeit- und Leistungsdruck

Wie Pausen uns mehr Power geben

Von: Ingo Froböse

Gastbeitrag  In einer oftmals auf Leistung und Erfolg getrimmten Umgebung verbinden wir Stress nicht selten gleich mit Problemen, zu hoher Arbeitslast oder Zeitdruck. Pausen sind umso wichtiger. Doch auch die wollen gelernt sein.

Der Wecker klingelt viel zu früh, der tägliche Stau auf dem Weg zur Arbeit zerrt an den Nerven und im Büro warten bereits Überstunden und Zeitdruck. Wenn solche Tage die Ausnahme bleiben, sorgen die richtigen Botenstoffe dafür, Energiereserven freizusetzen.

Doch diese Hektik scheint heute mehr Regel als Ausnahme zu sein. Genauso wie Müdigkeit, Stress, Überforderung, als Folgen von zu viel Arbeitslast vertraute Alltagsbegleiter sind, So ein Lebensstil macht auf Dauer nicht nur unzufrieden und unglücklich, er macht auch krank und führt über kurz oder lang zum Zusammenbruch.

„Endlich Wochenende!“, „Ich bin urlaubsreif“, „Ich kann nicht mehr!“: Diese Worte haben Sie dann auch schon gesagt – oder Sie gehören gar zu Ihren regelmäßigen Aussprüchen? Zeit- und Leistungsdruck erscheinen heute allgegenwärtig zu sein, ein Dauerproblem für viele Menschen und längst nicht mehr nur in der Arbeitswelt. Auch in der Freizeit reiht sich längst ein Termin, an den anderen. Und oft fühlen wir uns nach einem ausgefüllten Tag gar nicht erfüllt, sondern erschöpft und ausgebrannt.

Wie viele Stunden verschiedene Personengruppen im Durchschnitt schlafen

gesamter Durchschnitt

Insgesamt schläft der Mensch unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,88 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Männer

Männer schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Frauen

Frauen schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,83 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Verheiratete

Verheiratete schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,75 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Singles

Singeles schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,06 Stunden und am Wochenende 8,49 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Geschiedene

Geschiedene schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,85 Stunden und am Wochenende 7,69 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Getrennt

Getrennt lebende schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,76 Stunden und am Wochenende 7,61 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Verwitwete

Verwitwete schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,02 Stunden und am Wochenende 7,27 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Beschäftigte

Beschäftigte schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,88 Stunden und am Wochenende 8,08 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Selbstständige

Selbstständige schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,94 Stunden und am Wochenende 7,83 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Rentner

Personen in Rente schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,20 Stunden und am Wochenende 7,37 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Erwerbslose

Erwerbslose schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,04 Stunden und am Wochenende 7,65 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Beamte

Beamte schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,80 Stunden und am Wochenende 8,03 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Auszubildende

Auszubildende schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,07 Stunden und am Wochenende 8,96 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Sehr gute Gesundheit

Personen mit einer sehr guten Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,20 Stunden und am Wochenende 8,38 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Gute Gesundheit

Personen mit guter Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,09 Stunden und am Wochenende 8,11 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Befriedigende Gesundheit

Personen mit befriedigender Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,99 Stunden und am Wochenende 7,78 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Schlechte Gesundheit

Personen mit schlechter Gesundheit schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,75 Stunden und am Wochenende 7,33 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Hohes Bildungsniveau

Personen mit einem hohen Bildungsniveau schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,01 Stunden und am Wochenende 7,88 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Mittleres Bildungsniveau

Personen mit einem mittleren Bildungsniveau schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,85 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Niedriges Bildungsniveau

Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,00 Stunden und am Wochenende 7,78 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Kinderlose

Kinderlose schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,05 Stunden und am Wochenende 7,84 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Personen mit einem Kind

Personen mit einem Kind schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,92 Stunden und am Wochenende 8,06 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Person mit zwei Kindern

Personen mit zwei Kindern schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,87 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Personen mit drei und mehr Kindern

Personen mit drei und mehr Kindern schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,85 Stunden und am Wochenende 7,87 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

15- bis 20-Jährige

Personen im Alter von 15 bis 20 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,26 Stunden und am Wochenende 9,20 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

21- bis 30-Jährige

Personen im Alter von 21 bis 30 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,10 Stunden und am Wochenende 8,56 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

31- bis 40-Jährige

Personen im Alter von 31 bis 40 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,92 Stunden und am Wochenende 8,01 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

41- bis 50-Jährige

Personen im Alter von 41 bis 50 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,83 Stunden und am Wochenende 7,93 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

51- bis 60-Jährige

Personen im Alter von 51 bis 60 Jahren schlafen unter der Woche durchschnittlich 6,84 Stunden und am Wochenende 7,72 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Über 60-Jährige

Personen über 60 Jahre schlafen unter der Woche durchschnittlich 7,10 Stunden und am Wochenende 7,61 Stunden.

Quelle: DIW, SOEP

Wenn persönliche Bedürfnisse, wie Schlaf, zu wenig Achtsamkeit beim Essen und Trinken oder Verabredungen, auf der Strecke bleiben, ist dies ein deutliches Anzeichen für eine Stressfalle. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen, hoher Blutdruck und Gereiztheit folgen dann, wenn Warnsignale des Körpers überhört werden.

Inmitten der Hektik erkennen viele nicht, dass es sich bei solchen Beschwerden, um einen Hilferuf des Körpers handelt. Immer mehr Menschen deuten das als ein Nicht-Funktionieren und nicht als einen ernstzunehmenden Warnschuss. Die Lösungen dafür werden nicht zuletzt in Betäubungsmitteln wie Alkohol, Schlaftabletten oder Antidepressiva, gesucht, um den Problemen so entgegen zu wirken.

Damit auf Dauer nicht Ausgebranntsein an die Stelle von Müdigkeit und Abgeschlagenheit tritt, braucht es Pausen im Alltag.

Die Jetlag-Strategie

Sportlerstrategien für Manager

Sportwettkämpfe finden heute hier und morgen dort statt. Profisportler sind überall auf der Welt unterwegs und überqueren viele Zeitzonen binnen kurzer Zeit. Sportler, die sich dadurch stressen lassen, werden niemals richtig gut sein können. Die Strategien der Sportler können sie bei Fernreisen auch ausprobieren.

Ostreisen

Vor Ostreisen sollten sie etwas früher essen und ins Bett gehen. Denn pro Stunde Zeitverschiebung benötigt der Organismus etwa einen Tag Anpassung – Zeit, die Sportler (oder auch viel fliegende Manager) nicht haben. empfehlenswert ist es, auf diesen Reisen im Flugzeug zu schlafen und dann abends gleich mal die erste Trainingseinheit zu absolvieren.

Westreisen

Sie sollten im Flugzeug möglichst nicht schlafen und stattdessen am Zielort abends so früh wie möglich schlafen gehen. Am nächsten Vormittag kann man dann schon gut trainieren und sich belasten.

Aus dem Leistungssport ist uns das Prinzip "Ohne Pause, kein Erfolg" bekannt. Aber Spitzensportler planen ebenso Pausen ein, wie sie auch das Training festlegen, um Überlastungen zu vermeiden, um dem Körper ausreichend Regenerationszeit bieten zu können. Die Pausen sind also für ein hohes Leistungsniveau nämlich ebenso unabdinglich wie das Training selbst.

Es macht also durchaus Sinn, dass wir dieses Prinzip des Spitzensports auch abseits der Laufstrecke, der Sportplätze und Krafträume beherzigen. Denn auch Arbeit und Alltagsbewältigung sind in der heutigen Zeit eine Art von Spitzensport.

Seit jeher ist das Prinzip des Wechsels zwischen „An und Aus“, „Leistung und Pause“ in unserer Natur verankert. Beschrieben wird dieser natürliche Biorhythmus im Bezug auf Leistungsfähigkeit unseres Organismus mit dem sogenannten BRAC, dem Basic Rest Activity Cycle. Dieser sieht vor, dass unser Körper im Abstand 70 bis 90 Minuten eine kurze Pause von etwa zehn Minuten verspürt. Die Gestaltung dieser kleinen Auszeiten sollte dabei angepasst an die Tagesform und den persönlichen Bedürfnissen erfolgen, mal aktiv bei einer kleinen Büroauszeit im Treppenhaus, mal passiv in der Wintersonne sitzend.

Diese Höhen und Tiefen entsprechen ganz unserem natürlichen System und so helfen diese regelmäßigen Belastungs- und Pausenabschnitte uns dabei unser volles Leistungspotential auszuschöpfen.

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