WirtschaftsWoche

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20.03.2017

09:00 Uhr

International Day of Happiness

Die Formel für einen glücklichen Tag

Von: Ilona Bürgel

  Glückliche Menschen sind gesünder, leistungsfähiger und kreativer. Warum aber trifft man auf der Straße oder im Büro immer noch so viele Schlechtgelaunte? Was Sie heute für Ihr persönliches Glück tun können.

Seit 2013 feiern die Vereinten Nationen den „International Day of Happiness“. Das Streben nach Glück beschäftigt Philosophen, Theologen und Literaten seit Jahrtausenden. Aber auch immer mehr Politiker und Unternehmen entdecken Wohlbefinden und Zufriedenheit als wichtige Werte.

Der angestaubte Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist heute wissenschaftlich belegt. Internationalen Studien zufolge liegt die Veranlagung zum Glücklichsein zu etwa 50 Prozent in den Genen. Nur 10 Prozent machen die Lebensumstände aus.

Glück definieren Psychologen als subjektives Wohlbefinden, gekennzeichnet vom häufigen Auftreten positiver Gefühle und seltenem Auftreten negativer Emotionen. Wie wäre es deshalb, über alltägliche Faktoren der selbst bestimmbaren Glücksgestaltung nachzudenken?

Das Selbstverständliche wieder bestaunen

Sie haben einen Kollegen, der Ihnen immer einen Kaffee mitbringt, fragt, wie es Ihnen geht oder Sie in Ruhe lässt, wenn Sie das brauchen? Schätzen Sie das immer wieder und sagen Sie dies? Auch noch nach fünf oder sechs Jahren?

Die Ihnen verschriebenen Tabletten sind nicht vorrätig, aber die Apotheke bestellt sie sofort. Wann können Sie sie abholen - „heute Nachmittag“. Das ist doch Serviceluxus. Ist Ihnen das bewusst?

Wenn Sie angestellt sind, haben Sie Anspruch auf Urlaub und nicht nur das - er wird auch bezahlt, ebenso wie Feiertage. Das war vor 100 Jahren noch nicht selbstverständlich. Wie sehr genießen Sie diese Tatsache, falls Sie angestellt sind? Vor allem in Augenblicken, wenn Sie manches an Ihrer Arbeit stört.

Besser an den Faktor Mensch in uns denken

Wir Menschen vergessen oft, was den Menschen ausmacht. Wir haben unsere Wertesysteme in den letzten Jahren zu unseren Ungunsten verändert. Technisierung und Individualisierung bringen viele Vorteile. Doch sie tun uns nicht gut, wenn wir sie nicht in ein menschliches Lebenskonzept integrieren. Wir verausgaben uns für Dinge, die uns nicht langfristig glücklich machen, und stellen uns selbst an die letzte Stelle. Wir selbst sind jedoch die Quelle unserer Kraft, die wir brauchen, um das zu leisten, was wir wollen und sollen.

Drei Tipps auf dem Weg zum Glück

Konsequent entscheiden

Das Geheimnis von Erfolg und Glück liegt darin, gute Leistungen zu erzielen und zugleich auf sich zu achten. Dabei helfen konsequente Entscheidungen wie etwa. „Ich arbeite diesen Samstag von 9.00 bis 11.30 Uhr. Nicht länger“. Kommunizieren Sie das – und vor allem: Genießen Sie die wohlverdiente Freizeit.

Belohnungen nicht aufschieben

Während sie das eine Projekt bearbeiten, schielen viele bereits nach der nächsten Herausforderung und stoßen neue Prozesse an. Sie sind immer mittendrin und genießen keinen Abschluss. Belohnungen werden auf später verschoben. Doch das Gehirn braucht den Moment des Innehaltens und die Anerkennung jetzt. Sonst kann es in Zukunft keine Höchstleistungen erbringen.

Achtsam sein

Wer gerade mittendrin in einem Projekt ist, tut sich oft schwer mit der Achtsamkeit. Doch jeder Mensch braucht kleine Erholungen. Schon eine halbe Stunde Pause, eine Tasse Kaffee, ein Small Talk wirken inspirierend. Gehen Sie mit Ihren Ressourcen respektvoll um. So verlieren Sie nicht wertvolle Zeit, sondern holen sich Power zurück.

Kurz- und langfristig in Glück investieren

Wir tun viele Dinge, um uns wohler zu fühlen oder glücklicher zu sein. Wenn wir Schuhe kaufen, das nächstgrößere Auto, einen Meditationskurs buchen, die Karriere planen oder heiraten, hoffen wir immer, es möge uns dadurch besser gehen als vorher. Oft klappt das, selten hält es langfristig an.

Kurzfristiges schnelles Glück bringt ein gutes Stück Schokolade oder ein Computerspiel. Beide stehen jedoch auch dafür, dass bei flüchtigen Glücksbringern das nächste oder mehr davon folgen muss. Weil sich unser Gehirn schnell an etwas gewöhnt. Das ständige „mehr“ kann bis zu Sucht oder Kontrollverlust führen. Vor allem dann, wenn wir zu wenig konstantes Glück im Leben haben. Dies sind zum Bespiel gute Taten für andere, das Kümmern um gute Beziehungen, Lernen oder sich in der Natur erholen.

Um langfristig an seinem Glück zu bauen, indem man sich etwa Hilfe bei einem Coach holt, die Arbeit wechselt oder neue Lebensziele definiert, muss man sich aufraffen. Und dazu fehlt einfach manchmal die Energie. Dann heißt es klein anzufangen und eine gute kleine Entscheidung, wie zum Beispiel für ein Bad, führt zur nächsten kleinen guten Entscheidung, vielleicht einem sich anschließenden gesunden Essen. Ein offenes Gespräch mit einem Freund ist schon die Investition sowohl in kurzes als auch längeres Glück. Es hilft im Augenblick, Frust und Schmerz abzubauen, bringt aber auch Einsichten, was in Zukunft anders gemacht werden kann.

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