WirtschaftsWoche

MenüZurück
Wird geladen.

27.11.2017

14:40 Uhr

KfW-Studie

Jeder fünfte Gründer ist Migrant

Von: Fulya Çayir

  In Deutschland sinkt die Zahl der Gründer – außer bei Migranten. Eine KfW-Studie zeigt, was sie anders machen.

Schild "Start-Ip Stage" dpa

Viele Deutsche sind Gründungsmuffel - nur Migranten scheinen mutiger zu sein.

Wer gründet in Deutschland, wie viele Gründungen gibt es im Jahresdurchschnitt und welche Geldquelle wird genutzt? Antworten auf diese Fragen wollte die Förderbank KfW finden – und sah sich die Gründerlandschaft in Deutschland zwischen 2009 und 2016 näher an.

Demnach ist die Anzahl der Gründungen in Deutschland 2016 auf ein Rekordtief gesunken. Eine Ausnahme sind laut KfW aber Ausländer, die in Deutschland ein Unternehmen gründen. Eingebürgerte, Spätaussiedler oder Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind derzeit für 21 Prozent aller Gründungen verantwortlich. Im vergangenen Jahr wagten 139.000 Migranten den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die konkreten Herkunftsländer der Migranten listet die KfW-Studie zwar nicht auf. Udo Brixy vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg geht aber davon aus, dass die meisten Migranten-Unternehmer mit Hochschulabschluss aus Westeuropa kommen – also Länder wie die Niederlande, Österreich oder die Schweiz.

In einer Studie kam Brixy im Jahr 2013 zu dem Ergebnis, dass die meisten ausländischen Unternehmensgründer aus Grenzländern kommen: In Bayern beispielsweise aus Österreich, in Nordrhein-Westfalen aus den Niederlanden. Für diese Migranten sei es leichter, sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu etablieren. Schon wegen der Parallelen in den Muttersprachen und vorhandener Englisch-Kenntnisse könnten sie sich besser verständigen und potenzielle Barrieren besser umgehen.

Trotzdem stellt sich die Frage, warum die Gründungsaktivität von Migranten im Vergleich zum Rest der Bevölkerung weiterhin konstant ist. Manche Wissenschaftler vermuten, dass sie mutiger sind. „Sie sind bereits ein Risiko eingegangen, um in einem neuen Land ihr Glück zu finden“, sagt Julia Bredtmann vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, „daher dürften sie auch eher bereit sein, das Risiko einer Unternehmensgründung einzugehen.“

Eine andere Vermutung hat Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Wer nach Deutschland auswandere, stehe oft vor einem völlig unbekannten Arbeitsmarkt – in der Situation sei der Gang in die Selbstständigkeit ein Ausweg aus der Erwerbslosigkeit. Für seine These spricht, dass sich Migranten genauso wie Einheimische gegen die Selbstständigkeit entscheiden, wenn sie gute Chancen auf einen Job haben.

Start-ups: Warum Gründer immer groß denken sollten

Start-ups

Gastbeitrag Warum Gründer immer groß denken sollten

Wer in Deutschland ein Start-up gründen will, der sollte sich zunächst mal eine Weile im Silicon Valley umsehen – und vor allem etwas von der dortigen Energie mitnehmen.

Direkt vom Startbildschirm zu Wiwo.de

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×