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WeWork

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Immer mehr Konkurrenten für das Geschäftsmodell

Powered by We heißt der Service. Das Start-up weiß auch, wann und wie oft Besprechungsräume benutzt werden, wie viele Mitarbeiter im Schnitt in den Konferenzräumen anwesend sind und wie lange die Meetings dauern. Das Ergebnis: WeWork glaubt, genau zu wissen, wie viele Räume Firmen pro Büro brauchen.

Jan Geldmacher, Chef der Geschäftskundensparte beim US-Mobilfunkbetreiber Sprint, ist bereits WeWork-Großkunde. Und angetan: In Büros in den USA, sagt Geldmacher, würden Mitarbeiter zu wenig miteinander sprechen. Zwar sitzen alle in einem Raum, doch Trennwände würden Kommunikation unmöglich machen. Kleinere Teambesprechungen müssten in Konferenzräumen abgehalten werden – „aber die sind ständig belegt“.

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Die Folge: Das gesamte London-Team von Sprint Business ist bei dem Start-up untergekommen. Auch in San Francisco sitzen Angestellte in Räumen von WeWork. Praktisch: Sprints Großinvestor ist wie bei WeWork das Softbank-Imperium. So optimieren die Japaner gleich ihr eigenes Geschäftsmodell. Nicht das aber sei ausschlaggebend: „Es ist vor allem die Flexibilität, die uns begeistert. Kommen Leute aus anderen Standorten kurzzeitig zu uns, können wir problemlos weitere Arbeitsplätze anmieten“, sagt Geldmacher.

Konkurrenz plattmachen

Der Top-Manager möchte WeWork nun auch das Sprint-Büro in New York umgestalten lassen. „Wir wollen die Arbeitsatmosphäre von WeWork zu uns herüberholen“, sagt Geldmacher. Und deren Effizienz. Die New Yorker haben bereits einem Reisekonzern in Chicago beim Umbau der Arbeitsstätte geholfen. Das Start-up rechnete und designte und brachte alle Mitarbeiter auf zwei statt wie bisher auf drei Etagen unter – und schuf noch Pausenflächen und baute ein Wellnessprogramm auf.

Weniger Platz und doch zufriedenere Mitarbeiter – auch Microsoft, Mastercard oder die Bank of America gehören inzwischen zu den festen Kunden von WeWork. Das sorgt für Renommee und für stabile und höhere Einnahmen, da die Konzerne in der Regel weniger sprunghaft sind als Einzelkunden. 20 bis 30 Prozent der Klientel sind Branchenschätzungen zufolge bereits Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Jetzt kommt es für Neumann darauf an, die Basis weiter auszubauen. Denn seit Anbeginn gibt es Zweifel an seinem Geschäftsmodell.

Seit 2014 stieg der Umsatz zwar von 150 Millionen auf rund eine Milliarde Dollar 2017. Doch Finanzchef Artie Minson bekannte vor Kurzem, dass wieder kein Gewinn zu erwarten sei. Immer mehr Konkurrenten imitieren zudem das Geschäftsmodell. Als die Investmentgesellschaft Blackstone, der größte kommerzielle Immobilienverwalter und WeWork-Kunde, sich vor ein paar Monaten an einem Londoner Konkurrenten beteiligte, rief Neumann Blackstone-Immobilienchef Jon Gray persönlich an, um sich zu beschweren, berichtete jüngst das „Wall Street Journal“. Kritiker wie Analyst Ben Thompson von Stratechery halten WeWork zudem für heillos überbewertet. Das Unternehmen miete Immobilien an, „stellt eine Tischtennisplatte und einen Zapfhahn auf, und vermietet es zu einem deutlich höheren Preis“. Das rechtfertige höchstens eine Bewertung wie die von Konkurrent Regus – weniger als vier Milliarden Dollar.

Zudem gilt WeWork als vergleichsweise teuer. Schon das günstigste Monatsabo für einen einfachen Platz an einem Schreibtisch für Selbstständige kostet 400 Dollar. Derzeit soll WeWork mit aggressiven Preisnachlässen auf Großkundenjagd gehen. WeWorks größte Herausforderung wird aber sein, in einer Rezession zu bestehen. Kunden können kurzfristig die Verträge kündigen, das Start-up muss seine über Jahrzehnte abgeschlossenen Leasingkontrakte bedienen.

Die neue Plattformstrategie soll Skeptiker beruhigen. CEO Neumann baut sogar immer mehr neue Geschäftszweige auf: Vor einem Monat übernahm WeWork das Start-up Meetup, ein Netzwerk, das Gleichgesinnte offline zusammenbringt. Mit WeLive will er das WeWork-Modell auf das Vermieten von Wohnraum übertragen.

Community-Managerin Helin verbreitet beim Abschluss des Rundgangs durch die Räume im Tower 49 noch einmal Aufbruchstimmung: Im Rockefeller Center, in dem WeWork 16 Etagen anmietet, sei man zu „90 Prozent voll“. Interessenten müssten sich schnell entscheiden, sonst sei über den Jahreswechsel jeder Platz belegt. WeWork sei eben eine besondere Gemeinschaft.

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