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19.06.2017

12:29 Uhr

World Happiness Report

Warum die Norweger so glücklich sind

Von: Jan Guldner

  Norweger sind das glücklichste Volk der Erde. Dafür verantwortlich: Ein Talent zur Gemütlichkeit, ein vertrauensfördernder Managementstil - und eine Portion Zufall.

Norwegen ist das glücklichste Land 2017. imago

Norwegen ist das glücklichste Land 2017.

Gibt man in die Google-Bildersuche den Begriff "Glückliche Menschen" ein, haben viele Treffer eines gemeinsam: Freudestrahlende Menschen tollen in T-Shirts und Sommerkleidern auf sonnendurchfluteten Wiesen oder posieren in Badehose und Bikini am Strand.

In diesem Fall verschweigt Google aber die halbe Wahrheit. Denn wären Licht und Wärme die Voraussetzungen für ein gutes Leben, Norwegen hätte nicht den Hauch einer Chance. Es ist kalt und dunkel dort, besonders im Winter. Und trotzdem hat es das Land gerade auf den ersten Platz des World Happiness Report der Vereinten Nationen geschafft.

Aber wie?

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Das Erfolgsrezept besteht aus Zusammenhalt, sozialer Absicherung, Mitbestimmung - und auch einer kleinen Prise Zufall.

Das muss auch Sverre Simen Hov zugeben, wenn man ihn nach der Glücksstrategie seiner Landsleute fragt. "Wir haben das Öl entdeckt, das brachte uns natürlich einige Vorteile", sagt der Kommunikationschef der norwegischen Managervereinigung Lederne. Dank der riesigen Erdöl-Reserven in der Nordsee liegt Norwegen auf Rang 13 der reichsten Länder der Erde, gemessen am kaufkraftbereinigten Brutto-Inlandsprodukt.

Reichtum alleine macht die Einwohner aber nicht glücklich. Die Emirate, Singapur oder Hong Kong, sind zwar ebenfalls vergleichsweise reich, doch auf dem Happiness-Index auch weit abgeschlagen. 

Drei Tipps auf dem Weg zum Glück

Konsequent entscheiden

Das Geheimnis von Erfolg und Glück liegt darin, gute Leistungen zu erzielen und zugleich auf sich zu achten. Dabei helfen konsequente Entscheidungen wie etwa. „Ich arbeite diesen Samstag von 9.00 bis 11.30 Uhr. Nicht länger“. Kommunizieren Sie das – und vor allem: Genießen Sie die wohlverdiente Freizeit.

Belohnungen nicht aufschieben

Während sie das eine Projekt bearbeiten, schielen viele bereits nach der nächsten Herausforderung und stoßen neue Prozesse an. Sie sind immer mittendrin und genießen keinen Abschluss. Belohnungen werden auf später verschoben. Doch das Gehirn braucht den Moment des Innehaltens und die Anerkennung jetzt. Sonst kann es in Zukunft keine Höchstleistungen erbringen.

Achtsam sein

Wer gerade mittendrin in einem Projekt ist, tut sich oft schwer mit der Achtsamkeit. Doch jeder Mensch braucht kleine Erholungen. Schon eine halbe Stunde Pause, eine Tasse Kaffee, ein Small Talk wirken inspirierend. Gehen Sie mit Ihren Ressourcen respektvoll um. So verlieren Sie nicht wertvolle Zeit, sondern holen sich Power zurück.

Der Schlüssel zum Glück der Norweger: Ihr Reichtum ist sehr gleichmäßig verteilt, das zeigt beispielsweise der Gini-Koeffizient, ein Ungleichheitsmaß, bei dem die Norweger im OECD-Vergleich nur von Island geschlagen werden.

Doch wie bei jedem Erfolg kommt auch bei den Norwegern eine geschickte Umsetzung hinzu. Für Sverre Simen Hov hilft dabei insbesondere die norwegische Art zu führen. "Unser Management-Stil ist sehr tief in unserer Gesellschaft verwurzelt", sagt er, "uns ist wichtig, dass jeder das Gefühl hat, einen Anteil an den Geschäftsentscheidungen zu haben."

Das sind die glücklichsten Nationen der Welt

Zur Studie

Für den Weltglücksbericht haben internationale Forscher 155 Länder untersucht. Der Bericht verbindet unter anderem Länderdaten mit Befragungen über die Selbstwahrnehmung ihrer Bewohner. Er berücksichtigt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die durchschnittliche Lebenserwartung, die gefühlte Unterstützung aus dem eigenen sozialen Umfeld oder Vertrauen in Regierung und Unternehmen mit Blick auf Korruption.

Es geht auch um die von den Befragten empfundene Freiheit, grundlegende Entscheidungen für das eigene Leben treffen zu können sowie die Großzügigkeit der Befragten bei Spenden. Negative Faktoren wie Sorgen, Trauer und Wut spielen auch eine Rolle. Der diesjährige Bericht stützt sich auf Daten aus den Jahren 2014 bis 2016.

Deutschland

Deutschland stagniert auf Platz 16 - hinter unter anderem den USA, den Israel und Costa Rica.

Schweden

Wie schon in den Vorjahren belegen die Schweden Rang zehn.

Australien

Sonne, Kängurus und eine schicke Oper: Australien belegt im aktuellen „World Happiness Report“ der Vereinten Nationen Platz neun. Australien ist eines von drei nicht-europäischen Ländern in den Top Ten. Selbst die USA belegen nur Rang 15.

Neuseeland

Mit 7.334 Glückspunkten belegt Neuseeland wie auch 2016 den achten Platz. Im Jahr 2015 belegten die Kiwis noch Platz neun. Ganz hinten liegt übrigens die Zentralafrikanische Republik.

Kanada

Von Platz sechs runter auf Platz sieben ging es für Kanada. Im Jahr 2015 schaffte es das Land noch auf Platz fünf.

Niederlande

Der sechste Platz geht an die Niederlande. Damit haben unsere Nachbarn ihre Platzierung aus den beiden Vorjahren verteidigen können. 2014 belegten die Niederlande allerdings noch Platz vier.

Finnland

Auch die Finnen sind äußerst zufrieden. Ihr Land hat es auf Platz fünf im Ranking geschafft.

Schweiz

Die Schweiz ist 2015 von den Forschern zum glücklichsten Land der Welt gekürt worden. Vergangenes Jahr reicht es "nur" noch für Platz zwei – mit 7.509 „Glückspunkten“. 2017 belegt die Schweiz Platz vier.

Island

Noch ein bisschen glücklicher sind die Isländer. Mit 7.501 Punkten belegen sie den dritten Platz.

Dänemark

In der vergangenen drei Jahren belegte Dänemark jeweils den ersten Platz. 2017 wurde es von Norwegen an der Spitze abgelöst.

Norwegen

Norwegen ist einer Studie internationaler Experten zufolge das glücklichste Land der Welt. Das skandinavische Land eroberte den Spitzenplatz im Weltglücksbericht, den die Fachleute am Montag in New York zum fünften Mal vorlegten. Im vergangenen Jahr hatten die Norweger noch auf dem vierten Rang gelegen.

Die unglücklichsten Länder

Ganz hinten liegt die Zentralafrikanische Republik. Mit Ausnahmen unter anderem von Syrien, Afghanistan, Haiti, der Ukraine und dem Jemen liegen auch die meisten anderen Länder der 30 hintersten Ränge in Afrika.

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