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Dax-Aufsichtsräte

Siemens und Deutsche Bank haben die besten Aufseher

  Wer die Entscheidungen eines Konzerns absegnet, den CEO bestimmt und berät, braucht jede Menge Erfahrung und Kompetenz. Weil einer allein gar nicht alles können kann, sollten die Aufsichtsräte möglichst bunt gemischt sein. Von der passenden Mischung sind einige Kontrollgremien weiter entfernt als andere.

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Mandatswechsel in Aufsichtsräten dpa

Quelle: dpa

Mandatswechsel 2017

Neue Gesichter in den Aufsichtsräten der deutschen Großkonzerne: Nachdem im vergangenen Jahr 39 Aufsichtsräte bei den Dax 30 ersetzt wurden, kamen in diesem Jahr 17 neue Aufseher hinzu. Die Personalberatung Russell Reynolds untersucht jährlich die Veränderungen in den Dax30-Aufsichtsräten im Hinblick auf ihre Zusammensetzung und formale Qualität: Bewertet werden die biographischen Angaben der Aufsichtsräte sowie die Kriterien geschäftsrelevante Erfahrung, die Zahl der Mandate, Diversität – Ausländer- und Frauenanteil – sowie ihre Digitalkompetenz.

Durchschnittliche Noten dpa

Quelle: dpa

Durchschnittliche Noten
Insgesamt leisten die deutschen Aufsichtsräte ganz ordentliche Arbeit, wie die Studie zeigt. In Schulnoten gibt es für die Chefaufseher im Mittel eine 2,3. Das ist ein bisschen besser als noch 2016. Damals vergaben die Berater von Russel Reynolds den Aufsichtsräten die Note 2,4.

Top-Noten dpa/Montage

Quelle: dpa/Montage

Top-Noten
Die beste Bewertung im Russell-Reynolds-Ranking 2017 erhalten mit einer Gesamtnote von 1,5 die Aufsichtsräte von Siemens und Deutsche Bank; gefolgt von E.ON und Munich Re mit der Note 1,7. Letztere stand im vergangenen Jahr noch auf Rang 15 mit 2,4 und ist damit der größte Aufsteiger.

Unternehmen mit wenig Frauen im Rat dpa

Quelle: dpa

Unternehmen mit wenig Frauen im Rat
Trotzdem haben manche Aufsichtsgremien noch Nachholbedarf – beispielsweise bei der Zusammensetzung: Insgesamt erfüllen nur 21 der 30 Aktionärsvertretungen die vom Gesetzgeber für 2020 festgelegte Frauenquote von 30 Prozent. HeidelbergCement bildet mit einem Frauenanteil von 17 Prozent das Schlusslicht. Continental, Lufthansa und Thyssen Krupp sind mit 20 Prozent Frauen bei den Aktionärsvertretern nur ein bisschen besser.

FrauenquoteDieses Jahr zogen zwei Deutsche und fünf Ausländerinnen mit Top-Management-Erfahrung in diese wichtigen Gremien ein. Es handelt sich dabei um Sophie Bossard (Allianz), Colleen Goggins (Bayer), Hong Chow (Beiersdorf), Géraldine Picaud (Infineon), Renata Jungo Brüngger (MunichRe), Monika Kirchner sowie Ute Gerbaulet (beide RWE). Der Frauenanteil bei den neu gewählten Aufsichtsräten liegt damit bei 41 Prozent. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr waren 46 Prozent der neuen Aufseher weiblich. dapd

Quelle: dapd

Frauenquote
Dieses Jahr zogen zwei Deutsche und fünf Ausländerinnen mit Top-Management-Erfahrung in diese wichtigen Gremien ein. Es handelt sich dabei um Sophie Bossard (Allianz), Colleen Goggins (Bayer), Hong Chow (Beiersdorf), Géraldine Picaud (Infineon), Renata Jungo Brüngger (MunichRe), Monika Kirchner sowie Ute Gerbaulet (beide RWE). Der Frauenanteil bei den neu gewählten Aufsichtsräten liegt damit bei 41 Prozent. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr waren 46 Prozent der neuen Aufseher weiblich.

Internationalität dpa

Quelle: dpa

Internationalität
Auch was die Herkunft der Aufsichtsräte angeht, dürfte mehr Diversität her, so die Macher der Studie. Der Anteil internationaler Aufsichtsräte bei den Nachrückern lag im Untersuchungszeitraum bei 59 Prozent. In den Kontrollgremien sitzen nämlich überwiegend Deutsche. Nur 29 Prozent haben einen internationalen Hintergrund. 2016 waren es 27 Prozent. Österreich stellt weiterhin das größte Ausländerkontingent mit 19 Aktionärsvertretern (Vorjahr: 17), gefolgt von den USA (13), UK und Frankreich (je 8).

Positive Ausahmen dpa

Quelle: dpa

Positive Ausnahmen
„Perspektivendiversität, kulturelle Vielfalt und das Einbinden internationaler Aspekte sind im Zeitalter der Globalisierung ein Sine-qua-non. Hier bewegen sich die DAX 30-Aufsichtsräte jedoch keinen Schritt weiter – ob bewusst, oder unbewusst“, sagt Thomas Tomkos, Managing Director bei Russell Reynolds Associates und Co-Autor der Aufsichtsratsstudie.
Allerdings gibt es auch positive Ausnahmen, die zeigen, dass auch in Deutschland ein Ausländeranteil von 50 Prozent und mehr bei den Aktionärsvertretern realisierbar ist. Den höchsten Internationalisierungsanteil weist die Deutsche Bank mit 70 Prozent auf, gefolgt von Fresenius Medical Care (67 Prozent), Volkswagen (60 Prozent) sowie Allianz, Daimler und Deutsche Börse (je 50 Prozent).

Doppel-Mandate nehmen ab dpa

Quelle: dpa

Doppel-Mandate nehmen ab
Positiv ist die Entflechtung der Aufsichtsräte. Paul Achleitner, Michael Diekmann und Ulrich Lehner sind mit je vier Mandaten bei DAX 30-Unternehmen die am häufigsten berufenen Aufseher der deutschen Blue Chips. „Die Deutschland AG mit struktureller und finanzieller Verflechtung der Konzerne untereinander ist ein Phänomen der Vergangenheit. Dennoch existieren weiter einige Schwergewichte in den Gremien, deren Rolle man nicht unterschätzen sollte“, kommentiert Russel Reynolds-Aufsichtsratsexperte Jens-Thomas Pietralla die Mandatslast. Mit Ann-Kristin Achleitner, Renate Köcher, Sari Baldauf, Simone Bagel-Trah und Simone Menne sind bereits fünf Aufsichtsrätinnen mit mindestens zwei Mandaten im DAX 30 vertreten.

Alter dpa

Quelle: dpa

Alter
Der durchschnittliche Aufseher is 62,6 Jahre alt, bei den Aufseherinnen ist das Durchschnittsalter mit 56,6 Jahren etwas niedriger. 16 der in 2018 auslaufenden Aufsichtsratsmandate halten Grand Seigneurs jenseits der 70 Jahre wie Ulrich Lehner (rechts im Bild), Klaus-Peter Müller, Henning Kagermann oder Wolfgang Mayrhuber. Die Unternehmen ProSiebenSat1 (54 Jahre) und Beiersdorf (56) stellen weiterhin die im Schnitt jüngsten Aufsichtsgremien. Lars Hinrichs und Tobias Thelen sind auch dieses Jahr wieder die jüngsten Aufsichtsräte (beide Jahrgang 1976). Gesche Joost ist die jüngste Frau (Jahrgang 1974).

AmtszeitSAP (11), Fresenius Medical Care, HeidelbergCement (je 10) und BMW (9) haben die Aufsichtsgremien mit der längsten durchschnittlichen Amtslaufzeit. Wilhelm Haarmann (29 Jahre) sowie die BMW-Familienmitglieder Susanne Klatten und Stefan Quandt (jeweils 20) verweilen am längsten in ihren Gremien. Bei Allianz und Vonovia sind die Aufsichtsräte im Schnitt weniger als drei Jahre im Amt. dpa

Quelle: dpa

Amtszeit
SAP (11), Fresenius Medical Care, HeidelbergCement (je 10) und BMW (9) haben die Aufsichtsgremien mit der längsten durchschnittlichen Amtslaufzeit. Wilhelm Haarmann (29 Jahre) sowie die BMW-Familienmitglieder Susanne Klatten und Stefan Quandt (jeweils 20) verweilen am längsten in ihren Gremien. Bei Allianz und Vonovia sind die Aufsichtsräte im Schnitt weniger als drei Jahre im Amt.

Digitalkompetenz"Unsere Studie belegt eindrucksvoll, dass das DAX 30-Segment den Herausforderungen der digitalen Transformation und den damit verbundenen Disruptionen noch immer zu wenig entgegenzusetzen hat. Wie kann es sein, dass zwar in jedem Aufsichtsrat ein Finanzexperte sitzt und in 80% ein Rechtsexperte, aber nur in jedem Vierten ein Stratege für Digitalstrategie?“, so Tomkos. 2017 kam nur ein einziger ‚Digital Director‘ dazu. Der ‚Neue‘ in diesem Jahr: Gerhard Eschelbeck, Vice President Security & Privacy Engineering bei Google. Mit ihm zieht ein ausgewiesener Cyber Security-Experte in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein. dpa

Quelle: dpa

Digitalkompetenz
"Unsere Studie belegt eindrucksvoll, dass das DAX 30-Segment den Herausforderungen der digitalen Transformation und den damit verbundenen Disruptionen noch immer zu wenig entgegenzusetzen hat. Wie kann es sein, dass zwar in jedem Aufsichtsrat ein Finanzexperte sitzt und in 80% ein Rechtsexperte, aber nur in jedem Vierten ein Stratege für Digitalstrategie?“, so Tomkos.
2017 kam nur ein einziger ‚Digital Director‘ dazu. Der ‚Neue‘ in diesem Jahr: Gerhard Eschelbeck, Vice President Security & Privacy Engineering bei Google. Mit ihm zieht ein ausgewiesener Cyber Security-Experte in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein.

Schlechteste Noten dpa

Quelle: dpa

Schlechteste Noten
Die schlechteste Note erhielten – nicht zuletzt wegen fehlender internationaler Erfahrung und der niedrigen Frauenquote – die vier DAX 30-Player Deutsche Börse, HeidelbergCement, RWE sowie Thyssen Krupp mit einer 3,0.

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