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05.12.2017

08:54 Uhr

Mittelstandsfinanzierung

Das Geld für Innovationen fehlt

Von: ked

  Rund die Hälfte der deutschen Mittelständler hat Probleme, bei ihrer Hausbank einen Kredit zu bekommen. Das liegt allerdings weniger an den Banken, als an den Unternehmen selbst.

Mittelstands-Studie: Jede zweite Finanzierung über die Hausbank läuft nicht reibungslos  dpa

Mittelstands-Studie: Jede zweite Finanzierung über die Hausbank läuft nicht reibungslos

Nahezu jeder zweite Industriebetrieb nimmt für neue Maschinen, Anlagen und Geräte Kredite bei seiner Hausbank auf. Oder würde das gerne tun. Insgesamt 46 Prozent dieser Unternehmen beklagen, ihre Bank lasse sich nur schwer von ihren Investitionsplänen überzeugen.

Als "leicht" oder sogar "sehr leicht" bezeichnen jeweils lediglich drei Prozent der Firmen derartige Gespräche mit ihrer Hausbank, wie die Studie "Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0" vom Finanzdienstleister creditshelf und der TU Darmstadt zeigt.

"Unsere Studie zeigt, dass viele Mittelständler ihre Banken förmlich um Kredite für Investitionsvorhaben anbetteln müssen", sagt Dirk Schiereck von der TU Darmstadt. Daran haben allerdings nicht nur die vermeintlich sturen Banken schuld, wie er sagt. "Wenn die Betriebe ihren Kreditgebern ihre bisher internen Zahlen bis hin zu Industrie-4.0-Daten gut aufbereitet zur Verfügung stellten, könnten sie deren Entscheidungen deutlich vereinfachen und beschleunigen."

Finanzierungen: Die größten Deals 2017

Soundcloud erhält 66 Millionen Euro

Das Berliner Musikportal lancierte erst 2016 einen Bezahldienst, verliert aber weiterhin Geld. Im März erhielt Soundcloud umgerechnet 65,7 Millionen Euro. Das Geld kommt unter anderem von Investoren aus den USA und Großbritannien.

Bill Gates investiert in Researchgate

Fast 50 Millionen Euro sammelte das Berliner Forschernetzwerk Researchgate ein, wurde in diesem Jahr bekannt. Die Stiftung von Bill Gates erhöhte ihre Anteile.

Millionen gegen Lungenkrankheit

Anfang März erhielt Breath Therapeutics 43,5 Millionen Euro von Risikokapitalgebern aus Kalifornien, Belgien und den Niederlanden. Das Spin-off von Pari Pharma aus Starnberg arbeitet an einer Therapie gegen eine tödliche Lungenkrankheit.

Weltsparen verdoppelt Eigenkapital

Das Berliner Fintech sucht für private Sparer das beste Zinsangebot. Dabei profitiert es von den Zinsunterschieden in Europa. Bislang vermittelte Weltsparen mehr als drei Milliarden Euro an Spargeldern. Nun will es zur ersten Anlaufstelle für Sparer und Anleger in Europa werden. Die Investoren glauben daran: Sie verdoppelten im Januar das Eigenkapital und gaben dem Gründer und CEO Tamaz Georgadze weitere 30 Millionen Euro.

Solaris erhält Hilfe aus Japan

Ende 2015 ist die Solarisbank angetreten, um den App Store für die Finanzwelt zu bauen. Das Konzept kommt bei Investoren an: Im ersten Jahr nahm das Berliner Start-up zwölf Millionen Euro ein. Schon jetzt beschäftigt es 85 Mitarbeiter in sechs Ländern. Im März beteiligten sich Investoren mit 26,3 Millionen Euro, darunter die japanische SBI Group. Die Solarisbank will bald auch in Asien starten.

Tatsächlich arbeiten bereits 47 Prozent der Firmen bei ihren Investitionsentscheidungen mit einem Modell, das industrielle Daten in Zusammenhang zu den Finanzkennzahlen stellt.

Weitere 42 Prozent der Befragten bauen dies momentan auf. In ein derartiges Modell fließen in erster Linie die Betriebsstunden ein (60 Prozent), gefolgt von den Verbrauchswerten (55 Prozent), den Wartungsintervallen (53 Prozent) und den Durchlaufzeiten sowie Reklamationen (jeweils 51 Prozent). Zudem berücksichtigen die Firmen die Ausschussquote sowie - in geringerem Maße - die Unfälle.

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