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Riedls Dax-Radar

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Die Währungsmärkte laufen so, wie es Trump gefällt

Noch deutlicher zeigt sich das an den Wechselkursen. Wie ein Seismograph zuckt der Euro gegenüber dem Dollar nach jeder Meldung über eine mögliche Zinsverfestigung in Europa nach oben. Auf der anderen Seite könnte in den USA die neue Notenbankführung unter dem stärkeren Einfluss Trumps nur noch sehr behutsam die Zügel anziehen.

Trump hat sich von Anfang an über den einst schwachen Euro beschwert. Nun sieht es immer mehr danach aus, dass er einen stärkeren Euro bekommt, und der Dollar nachgibt.

Die Rückwirkungen auf die Aktienmärkte sind deutlich: Während die Wall Street von einem Rekord zum nächsten eilt, kommt der Euro Stoxx nicht über die alten Hochs. Auch der Dax als europäischer Index tut sich schwer, dürfte aber immerhin vom insgesamt guten Klima, das die US-Märkte vorgegeben, gehalten werden.

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Im Dax beginnt die Differenzierung erneut – als direkte Folge der Inflations- und Zinserwartung: Auf dem aufsteigenden Ast sind Versicherungen und Banken. Allianz und Münchener Rück, die auch operativ gute Aussichten haben, würden davon besonders profitieren, weil sie versprochene Renditen leichter liefern können. Banken kommt die Aussicht auf eine höhere Zinsspanne zugute.

Unter den Dax-Aktien sehen derzeit die beiden Versicherer und die Commerzbank vielversprechend aus. Die Deutsche Bank als unternehmerische Großbaustelle bleibt ein Sonderfall. Gerade die Tatsache, dass sie kaum von der jüngsten Zinstendenz profitiert, zeigt, wie schwer sie angeschlagen ist.

Ein starker Euro beziehungsweise schwacher Dollar ist ein Nachteil für die großen Exporteure;  vor allem für die, die wie Daimler ein großes US-Geschäft haben. Auf der anderen Seite gibt es hier positive Effekte aus der US-Steuerreform. Alle drei Autoaktien, BMW, Daimler und VW, sehen derzeit nicht schlecht aus.

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Ein zusätzlicher Effekt zeichnet sich durch anstehende Konzernumbauten ab. Bei Continental wird über eine Trennung des Reifengeschäfts vom Technikgeschäft nachgedacht. Da Conti bisher vom Geschäftsvolumen ähnlich bewertet ist wie die reinen Reifenhersteller Michelin oder Bridgestone, wäre hier eine langfristige Hochstufung zu erwarten. Ähnliches könnte sich bei Daimler ergeben durch eine neue Gliederung unter eine Holding, bei Siemens durch den Börsengang der Medizintechnik (wobei die Aktien dieser Branche seit einiger Zeit wieder an Attraktivität gewinnen), und bei Thyssenkrupp nach einer rentablen Lösung vom Stahl.

Fazit für den Dax: Die Devise „Risikofaktor Euro“ gilt weiterhin. Den Dax als Gesamtmarkt wird dies bremsen. Die Stabilität der US-Märkte bleibt dagegen eine Stütze – wobei es hier immer mehr Zeichen einer Überspekulation gibt. So ist etwa der Abstand des Dow Jones von seiner 200 Tagelinie mit 15 Prozent so groß wie nie seit fünf Jahren. Ein solcher Markt kann schnell einmal abrutschen, ohne den großen Trend gleich zu brechen. Für den Dax wäre es gut, wenn er in den nächsten Tagen das Niveau um 13.200 Punkten hält. Dann sollte er von dort aus mindestens noch einmal einen Anlauf auf die alten Höhen um 13.500 Punkte starten.

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