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19.04.2017

12:57 Uhr

Offene Immobilienfonds

Endlich gibt es Geld zurück

Von: Heike Schwerdtfeger

  Was bei der Abwicklung von Milliardenvermögen wie dem CS Euroreal auf die Anleger zukommt, ist ein Lehrstück über die Risiken offener Immobilienfonds. Mitunter warten sie lange auf ihr Geld.

Bürohochhaus in Frankfurt. dpa

Ein Bürohochhaus in Frankfurt. Anleger offener Immobilienfonds warten mitunter lange auf ihr Geld.

Ende April ist es endlich soweit. Anleger des offenen Immobilienfonds Credit Suisse (CS)  Euroreal saßen seit Langem auf dem Trockenen, obwohl die Fondsgesellschaft eine halbe Milliarde Euro in dem Fonds auf der hohen Kante liegen hatte. In wenigen Wochen können die Anleger dann aber wohl davon profitieren.

Wie viele andere Immobilienfonds muss der CS Euroreal abgewickelt werden, weil es nach der Finanzkrise Liquiditätsengpässe gab. Da kannte die deutsche Finanzaufsicht keine Gnade und verordnete den Fonds, dass sie ihren Bestand komplett verkaufen müssen, um die Anleger auszuzahlen. Dabei ging es in Deutschland um ein Gesamt-Immobilienvermögen von mehr als 20 Milliarden Euro. Und die Abwicklung dauert: Beim CS Euroreal etwa seit 2012. Seitdem haben Anleger mit dem Fonds jährlich im Schnitt 2,6 Prozent ihres Vermögens verloren. Damit kamen sie noch glimpflich davon. Bei anderen Fonds waren es teilweise über 50 Prozent wie beim Morgan Stanley P2 Value  oder dem TMW Immobilien Weltfonds.

Die Abwicklung allerdings ist Neuland für Aufsichtsbehörden und Anbieter und bietet vielen Anlegern nicht nur die Einsicht, dass eine einst als besonders sicher eingestufte Anlageform durchaus Tücken hat. Sie konnten sich auch mit manchen steuerlichen und juristischen Fallstricken beschäftigen.

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Weil sich eine Menge Juristen auf Anleger- und Anbieterseite gegenüberstehen, stockte auch die Auszahlung beim CS Euroreal. Von der halben Milliarde Euro, die der einst neun Milliarden Euro schwere Fonds aktuell liquide hält, bekommen Anleger erst Ende April etwas ab.

„Der Fonds muss für alle künftig nicht auszuschließenden hohen Forderungen aus den Immobilienverkäufen der letzten zehn Jahre Rücklagen haben, um sie im Ernstfall bedienen zu können“, sagt Karl-Josef Schneiders, Immobilienfondsmanager bei Credit Suisse. Die genaue Höhe und den Tag der Ausschüttung will Credit Suisse nach Ostern bekanntgeben.

Nicht nur für Großanleger Jörg Benecke ist jetzt die Frage, ob auch der jüngste Verkauf eines Einkaufszentrums im italienischen Rimini noch mit in diese Ausschüttung einbezogen werden kann.  Es war mit einem Buchwert von über 200 Millionen Euro eine der großen Immobilien des Fonds. Der Verkauf an Union Investment ist seit Monaten besiegelt, aber das Geld fließt erst in diesem Monat.

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Benecke hatte für eine Investmentgesellschaft an der Börse in den vergangenen Jahren stets günstig Anteile an den Abwicklungsfonds gekauft. Die Fonds kosteten zeitweise 30 bis 40 Prozent weniger als zum offiziellen Preis der Fondsgesellschaft. Lassen sich die Immobilien dann aber doch zu den Werten verkaufen, mit denen sie in den Büchern stehen, waren die Kursabschläge übertrieben und Beneckes Aktionäre können sich freuen. Aus dem CS-Euroreal werden ihnen bei der Ausschüttung mindestens 2,5 Millionen Euro zufließen, wenn pro Anteil um die fünf Euro ausgezahlt würden.

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