WirtschaftsWoche

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Stelter strategisch

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Börse mit Boom und Crash, Dollar und Öl

2.     Börsenboom und Crash: 2017 hat es nicht gecrasht, im Gegenteil sind die Märkte weltweit gestiegen. Getrieben von billigem Geld und Konjunkturaufschwung legten die Märkte zu. Dabei gibt es trotz der vordergründig fehlenden Euphorie vielfältige Zeichen der Sorglosigkeit, wie ich schon vor einigen Wochen an dieser Stelle zusammengefasst habe. Diese Zeichen haben sich weiter verstärkt. Immer mehr Bären finden sich damit ab, dass der Boom wie auch schon 1998 trotz offensichtlicher Überbewertung (namentlich in den USA) noch weiter gehen kann.

Jeremy Grantham vom angesehen Vermögensmanager GMO erwartet gar einen finalen Boom mit Preissteigerungen von bis zu 60 Prozent, bevor es dann umso dramatischer bergab geht. Deshalb meine These für 2018: es geht noch ein paar Monate bergan, bevor es zu einer deutlichen Korrektur kommt. Die Märkte schließen unter dem Stand von heute.

3.     Schwellenländer, Russland, Japan und Europa relativ besser: Dabei gehe ich davon aus, dass sich die fundamental bessere Bewertung von Japan, Europa, Russland und den Emerging Markets in einem relativ besseren Abschneiden dieser Märkte niederschlagen wird. Sie dürften von einem Crash an der Wall Street natürlich sehr betroffen sein, dennoch am Ende des Jahres im Vergleich besser abschneiden.

4.     Blutbad bei Unternehmensanleihen: Die Zinsen dürften zunächst weiter steigen. Zum einen, weil die Notenbanken sich – wenngleich langsam – von der Politik des billigen Geldes verabschieden. Zum anderen, weil die Märkte weiter auf Aufschwung und damit perspektivisch höhere Inflationsraten setzen (wenngleich diese auch 2018 nicht in bedeutendem Umfang zunehmen dürfte). Dies wird sich an der Rendite von Staatsanleihen zeigen, jedoch überproportional im allgemeinen Zinsniveau. Dies liegt daran, dass die Fähigkeit der Schuldner, ihren Verpflichtungen nachzukommen, abnimmt, sobald die Zinsen steigen. Da die Qualität der Schuldner in den letzten Jahren dramatisch gesunken ist, wäre eine Flucht der Investoren aus den dann wieder als hoch-riskant angesehenen Papieren die Folge.

Der Markt für Unternehmensanleihen sieht hierbei am gefährdetsten aus. Und zwar global. In Europa hat die EZB den Markt so weit verzerrt, dass der Bank of America European High Yield Index (enthält BB-Papiere) weniger als der korrespondierende US-Staatsanleihen Index erbringt. Kreditschwache europäische Unternehmen zahlen also weniger als die größte Militärmacht der Welt. Das dürfte sich im Laufe des Jahres ändern und die Kurse von Unternehmensanleihen deutlich fallen, vor allem von Unternehmen schwacher Bonität.

Stelter strategisch: Die Sorglosigkeit der Anleger trügt - Cash ist King

Stelter strategisch

kolumne Die Sorglosigkeit der Anleger trügt - Cash ist King

Anleger kaufen am liebsten, wenn es teuer ist. Sollte es nicht umgekehrt sein? Ein Vergleich der 80er Jahre mit den Börsen heute zeigt: Der verbreitete Optimismus zu Aktienanlagen ist trügerisch.

5.     Der US-Dollar erholt sich: Vor einem Jahr war breiter Konsens, dass der US-Dollar weiter steigen würde und die Parität zum Euro bald erreicht wäre. Heute ist es umgekehrt. Der Euro wird als die kommende starke Währung gesehen, dem Dollar mit Blick auf die Politik von Donald Trump weitere Schwäche prophezeit. Meine Sicht auf beide ist klar: es ist keine Frage von „gut“ und „schlecht“, sondern von weniger schlecht. Im Zuge der von mir erwarteten Turbulenzen an den Märkten und im Euroraum dürfte der Dollar wieder aufholen. Kann aber sein, dass erst im zweiten Halbjahr.

6.     Öl wird wieder billiger: Der Preis von Öl hat in den letzten Monaten deutlich zugelegt, von unter 45 auf über 60 US-Dollar für das Barrel. Allgemein wird ein weiterer Anstieg erwartet, getrieben vom Konjunkturaufschwung und Angebotsverknappung. Da ich skeptisch auf die Konjunkturentwicklung blicke und die Öl exportierenden Länder dringend auf Einnahmen angewiesen sind, um ihre laufenden Ausgaben zu bewältigen, dürfte das Angebot stärker als die Nachfrage wachsen und Öl wieder unter Druck setzen. Am Jahresende 2018 definitiv tiefer.

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