WirtschaftsWoche

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11.01.2018

06:00 Uhr

Stelter strategisch

Meine Prognosen für 2018

Von: Daniel Stelter

kolumne  Vor einem Jahr habe ich mich zum ersten Mal mit zehn Thesen für das kommende Jahr aus dem Fenster gelehnt. Zeit für einen Rückblick. Und trotz durchwachsener Treffergenauigkeit hier zehn Prognosen für 2018.

Bitcoin, Börse, Gold: Das bringt die Märkte 2018 in Bewegung. imago

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Niemand kann ernsthaft Vorhersagen für Dax, Zinsen und Euro für 2018 treffen. Alle, die es dennoch versuchen, ersetzen den Zufall durch den Irrtum.

Inspiriert von den Großen der Szene habe ich mich verleiten lassen, meine persönlichen Prognosen für Märkte und Politik abzugeben. Dies, obwohl ich weiß, dass es nur den Wenigsten gelingt, durch ständige Umschichtungen in ihrem Anlageportfolio den Markt  dauerhaft zu schlagen. Die in meinen Augen einzig erfolgversprechende Anlagestrategie besteht darin, kostengünstig an der strategischen Asset-Allokation wie sie hier und anderswo immer wieder gepredigt wird, festzuhalten: Aktien, Immobilien, Gold und Cash/Anleihen. Aus gutem Grunde heißt diese Kolumne „Stelter strategisch“, nicht „Stelter taktisch“. Kurzfristige Empfehlungen sind nicht mein Ding. 

Trefferquote von 55 Prozent

Als ich meine Top Ten Thesen für 2017 formulierte, habe ich mir eine Trefferquote von über 50 Prozent gewünscht und versprochen, nach einem Jahr zurückzuschauen. Ich muss gestehen, ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht, wobei ich bei dem finanziell wohl entscheidendsten Thema immerhin richtig gelegen habe.

Hier der Rückblick auf meine Top Ten für 2017:

 

1.      Die Deflation kehrt zurück: Anfang 2017 sprach man überall von der Rückkehr der Inflation. Ich hielt mit Blick auf die hohe Verschuldung, die schwache Konjunktur in China, das strukturelle Überangebot an Rohstoffen (Öl) und Arbeitskräften entgegen und prognostizierte eher eine Rückkehr der Deflationsfurcht. Ganz so weit kam es nicht. Aber die Suche nach der Inflation dauert an, deshalb würde ich mir einen halben Punkt geben: 0,5.

2.      Die USA stürzen in die Rezession: Das war falsch. Wir erleben einen weltweiten, synchronen Aufschwung und die USA stehen gut da, wenngleich die breite Mittelschicht nichts davon hat. Die Steuerreform wird das weiter befeuern. Ganz klare Fehlprognose: 0 Punkte.

3.      Der US-Dollar verliert: Während alle Welt eine weitere Dollarstärke erwartete, habe ich auf eine Abschwächung des US-Dollars gesetzt. Zwar habe ich dann in der zweiten Jahreshälfte eine erneute Schwäche des Euro erwartet, wegen der weiterhin ungelösten Probleme der Eurozone. Da – wie erwartet – die Amerikaner doch am besten wissen, wie man die eigene Währung schwächt, ist das bisher noch nicht der Fall. Eine richtige Prognose allemal: 1 Punkt.

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Stabiles Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen und steigende Unternehmensgewinne sind ein gutes Basisszenario für die Börsen. Dennoch, angesichts des erreichten Kursniveaus könnte es 2018 hektisch werden.

4.      Gespaltenes Jahr für Anleihen: Hier habe ich einen Anstieg der Zinsen für zehnjährige Treasuries auf über drei Prozent im ersten Halbjahr prognostiziert, gefolgt von einer Rallye in der zweiten Jahreshälfte. Für das Ende des Jahres hatte ich dann 1,5 Prozent geweissagt, in Erwartung einer neuen Rezession. Diese lässt bekanntlich noch auf sich warten. Die Zinsen entwickelten sich in der Tat in dieser Richtung, wenngleich nicht im genannten Ausmaß. Stiegen die Zinsen zunächst bis auf über 2,6 Prozent, sanken sie dann auf unter 2,1 Prozent, bevor sie ab September wieder zulegten. 0,5 Punkte.

5.      Verluste an den Börsen: so was von falsch. 0 Punkte.

6.      Einstiegschance bei Gold: Das stimmte, denn Gold war letztlich ein Gewinner des Jahres (in Dollar gerechnet) und legt auch in den ersten Tagen des Jahres 2018 weiter zu. Ohnehin gehört Gold in jedes Portfolio, egal ob der Preis steigt oder sinkt. Die Prognose war insofern richtig, wenngleich Gold natürlich verglichen mit den Aktienmärkten hinterherhinkt. 1,0 Punkte.

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