WirtschaftsWoche

MenüZurück
Wird geladen.

16.03.2017

13:40 Uhr

Neuer 50-Euro-Schein

Mehr Sicherheit für den Liebling der Fälscher

Von: Jakob Blume

  Hologramme, raues Papier, Farbeffekte unter Schwarzlicht: Der neue 50-Euro-Schein, der Anfang April in Umlauf kommt, soll deutlich fälschungssicherer werden. Denn die Nachfrage nach Bargeld ist ungebrochen.

Bei der Einführung der neuen Fünf-Euro-Banknoten im Mai 2013 ließ es sich Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele nicht nehmen, die neuen Scheine höchstpersönlich unters Volk zu bringen. In der Nacht, in der die zweite Auflage des Fünfers offizielles Zahlungsmittel wurde, habe er mit den neuen Scheinen in einer Pizzeria bezahlt, erzählt Thiele. „Da guckten die Kellner alle ganz groß, weil sie den neuen Schein noch nicht kannten.“ Mittlerweile hat die Bundesbank eine gewisse Routine darin, neue Scheine in herauszubringen: Nach dem Fünfer, dem Zehner und dem Zwanziger kommt am 4. April nun ein neuer Fünfziger in Umlauf.

Um ein Chaos wie bei der Einführung des neuen Fünfers zu vermeiden, bekamen Banken und Einzelhändler die neuen Scheine neun Monate vorab zu Testzwecken. So mussten beispielsweise 32.000 Bankautomaten und automatische Kassen umgestellt werden. Die Zahl der Verkaufsautomaten in Deutschland, die Banknoten nehmen, schätzt die Bundesbank auf rund  eine Million. Die Mehrheit akzeptiere jedoch keine Fünfziger, sagt Bundesbankvorstand Thiele. Bei der Einführung des Fünfers gab es zunächst Probleme mit Automaten, welche die neuen Banknoten noch nicht akzeptieren.

Bargeld: Was eine Million Euro in großen Scheinen wiegt

Singapur

Bargeld dient auch dem Horten von Vermögen. Mit welchen internationalen Banknoten die Wertaufbewahrung in bar besonders "leicht" fällt.

Singapur-Dollar (SGD)

Banknote: 10.000 SGD / 1000 SGD

Wert: 6564 Euro / 656 Euro

Ungefähres Gewicht pro Schein: 1,6 g / 1,4 g

Gewicht von 1 Mio. Euro: 0,2 kg / 1,8 kg

Ausgabe eingestellt*: 2014 / -

*Umlaufende Scheine bleiben weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.
Stichtag für Wechselkurse: 30. September 2016

Quellen: EZB, nationale Zentralbanken, Deutsche Bank Research

Schweiz

Schweizer Franken (CHF)

Banknote: 1000 CHF

Wert: 919 Euro

Ungefähres Gewicht: 1,3 g

Gewicht von 1 Mio. Euro: 1,4 kg


Stichtag für Wechselkurse: 30. September 2016

Kanada

Kanadischer Dollar (CAD)

Banknote: 1000 CAD

Wert: 681 Euro

Ungefähres Gewicht: 1,1 g

Gewicht von 1 Mio. Euro: 1,5 kg

Ausgabe eingestellt*: 2000

*Umlaufende Scheine bleiben weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.
Stichtag für Wechselkurse: 30. September 2016

Euroraum

Euro (EUR)

Banknote: 500 Euro / 200 Euro

Wert: 500 Euro / 200 Euro

Ungefähres Gewicht: 1,1 g / 1,1 g

Gewicht von 1 Mio. Euro: 2,2 kg / 5,4 kg

Ausgabe wird eingestellt*: Ende 2018 / -

*Umlaufende Scheine bleiben weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel.
Stichtag für Wechselkurse: 30. September 2016

Vereinigte Staaten

US-Dollar (USD)

Banknote: 100 USD

Wert: 90 Euro

Ungefähres Gewicht: 1,0 g

Gewicht von 1 Mio. Euro: 11,0 g


Stichtag für Wechselkurse: 30. September 2016

Auf den ersten Blick kaum Unterschiede

Farblich unterscheidet sich die neue Banknote nur wenig von der alten. Wie der Vorgänger ist auch der neue Fünfziger orange. „Die Farben sind kräftiger“, sagt Bundesbankvorstand Thiele. Sie sollten einen möglichst guten Kontrast zur nächst höheren und nächst niedrigeren Banknote bilden. Ebenso wie beim aktuellen Fünfer, zehner und Zwanziger zeigt eine smaragdgrüne Zahl am unteren linken Rand den Nennwert der Note.

Zahlreiche neue Sicherheitsmerkmale, wie Hologramme, fühlbare Strukturen an den Rändern des Scheins und Farbeffekte unter Schwarzlicht-Einstrahlung sollen es den Fälschern so schwer wie möglich machen. Denn der Fünfziger ist mit 9,23 Milliarden Stück nicht nur der häufigste Schein. Er wird auch besonders oft gefälscht: Allein im vergangenen Jahr zog die Bundesbank 82.000 Blüten ein – 60 Prozent davon waren 50-Euro-Scheine. Wer Fälschungen erkennen will, soll sich an drei einfache Arbeitsschritte halten, empfiehlt Thiele: "Sehen, fühlen, kippen."

Bargeld-Studie: Warum ein Bargeld-Verbot kaum Verbrechen verhindert

Bargeld-Studie

Warum ein Bargeld-Verbot kaum Verbrechen verhindert

Die EZB stampft Ende 2018 den 500-Euro-Schein ein. Hauptargument: Der Kriminalität die Geschäftsgrundlage entziehen. Aber eine Studie der Deutschen Bank legt nahe, dass diese Begründung Augenwischerei ist.

Die neuen Sicherheitsmerkmale verteuern die Herstellung des Fünfziger deutlich: Die Produktion einer Banknote kostet laut Bundesbank rund zehn Cent. Der Vorgänger lag noch bei rund sechs Cent. Doch die Investitionen in die Sicherheit des Bargelds zahlen sich aus Sicht der Bundesbank aus. Denn Bargeld ist nach wie vor beliebt: Im vergangenen Jahr stieg der Wert der ausgegebenen Scheine und Münzen um rund sieben Prozent – und das obwohl deutlich weniger 500-Euro-Scheine in Umlauf gebracht wurden. Laut einer Studie des Kreditverleihers Vexcash haben die Deutschen im Schnitt rund 100 Euro im Portemonnaie – fünf Euro davon in Münzen. Allerdings gibt es deutliche Altersunterschiede: Menschen über 65 haben  haben im Schnitt 125 Euro dabei, junge Leute im Alter von 18 bis 24 dagegen nur 66 Euro.

Aller Währungsreformen und neuen Scheine zum Trotz: Die Deutschen hängen weiterhin an ihrer D-Mark. Parallel zu den 19,5 Milliarden Euro sind auch 16 Jahre nach ihrer Abschaffung 6,75 Milliarden Mark im Umlauf.

Direkt vom Startbildschirm zu Wiwo.de

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×