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Sonderleistungen

Wer sich auf Weihnachtsgeld freuen darf

  Zum Jahreswechsel werden Rechnungen fällig, Geschenke belasten das Budget zusätzlich. Das Weihnachtsgeld kommt da vielen Arbeitnehmern gerade recht. Aber nicht jeder bekommt es auch. Wer profitiert und wer nicht.

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Rechtsanspruch dpa

Quelle: dpa

Die schönste Abrechnung des Jahres

Die November-Abrechnung ist für viele Arbeitnehmer die interessanteste des Jahres, schließlich werden in diesem Monat besonders häufig Sonderzahlungen fällig. Hinter dem volkstümlichen, aber ungenauen Begriff „Weihnachtsgeld“ verbergen sich so unterschiedliche Dinge wie Erfolgs- und Treueprämien, freiwillige Zahlungen der Arbeitgeber ebenso wie tariflich festgeschriebene Entgeltansprüche der Beschäftigten.

Nach Schätzungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) werden in diesen Wochen mehr als 50 Milliarden Euro brutto zusätzlich an die Beschäftigten ausgeschüttet. Grundsätzlich haben Arbeitnehmer in Deutschland aber keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Dieser kleine Bonus ist eine freiwillige Zusatzleistung des Unternehmens.

Jeder zweite bekommt Weihnachtsgeld obs

Quelle: obs

Jeder Zweite bekommt Weihnachtsgeld

Nur gut die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland (55 Prozent) kann sich auf ein Weihnachtsgeld freuen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite Lohnspiegel.de, die vom WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung betrieben wird. Teilgenommen haben rund 17.000 Arbeitnehmer.
Ein volles Gehalt zusätzlich ist aber auch bei den 55 Prozent die Ausnahme, die eine derartige Sonderzahlung zum Jahresende erhalten.

Gewinner sind Banker, Chemikanten, Drucker dpa

Quelle: dpa

Gewinner sind Banker, Chemikanten und Drucker

Auf zusätzlich 95 bis 100 Prozent eines Monatsgehaltes können sich Tarifbeschäftigte in Banken, der Chemie-Industrie oder der Druckindustrie freuen. Sie bekommen also im November zwei Gehälter ausgezahlt.

Versicherungsgewerbe dpa/dpaweb

Quelle: dpa/dpaweb

Süßwaren und Versicherungen

Ein im Vergleich hohes Weihnachtsgeld erhalten auch die Beschäftigten in der Süßwarenindustrie und der Versicherungsbranche. Sie bekommen 80 Prozent ihres Gehalts obendrauf.

Handel dpa

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Handel

Im Einzelhandel bekommen Beschäftigte, zumindest im Westen der Republik, vorwiegend 62,5 Prozent ihres Monatslohns zusätzlich als Weihnachtsgeld ausbezahlt. In der Metallindustrie sind es überwiegend 55 Prozent des Monatslohns, die es extra gibt.

Öffentlicher Dienst und Beamte dpa

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Öffentlicher Dienst und Beamte

Im öffentlichen Dienst (Gemeinden, West) macht das Weihnachtsgeld je nach Vergütungsgruppe zwischen 59 und 88 Prozent der Bezüge aus. Für Beamtinnen und Beamte bestehen für die Sonderzahlung im Rahmen der Besoldung jeweils gesonderte gesetzliche Regelungen für den Bund und die einzelnen Bundesländer.

Arbeitsvertrag entscheidet dpa

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Wer nach Tarif bezahlt wird, profitiert

Mit Weihnachtsgeld können vor allem Arbeitnehmer rechnen, für die ein Tarifvertrag gilt. Von ihnen erhalten 74 Prozent ein Weihnachtsgeld, bei Beschäftigten ohne Tarifvertrag sind es nur 44 Prozent. Grundsätzlich gilt: Da, wo ein Tarifvertrag gilt, haben auch Teilzeitkräfte und Minijobber Anrecht auf anteilige Sonderzahlungen. Die tariflichen Weihnachtsgelder sind meist als Prozentsatz eines Monatsgehaltes verankert, so dass die Empfänger von den Lohnzuwächsen in ihrer Branche auch hier profitieren. Dem stehen einige Verträge mit Festbeträgen etwa in der Landwirtschaft oder im Steinkohlebergbau gegenüber.

Vollzeitkräfte bekommen Weihnachtsgeld, Teilzeitkräfte eher nicht dpa

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Vollzeitkräfte bekommen Weihnachtsgeld, Teilzeitkräfte eher nicht

In der Auswertung treten auch deutliche soziale Merkmale zutage. Demnach sind die Chancen auf eine Extra-Zahlung für unbefristet in Vollzeit beschäftigte Männer im Westen sehr viel höher als für befristet eingestellte, weibliche Teilzeitkräfte im Osten. In größeren Betrieben gebe es im Schnitt 2000 Euro für Vollzeitkräfte. Rund ein Drittel dieser Summe wird leistungs- und erfolgsabhängig gezahlt, sagt der IW-Tarif- und Arbeitsmarktexperte Christoph Schröder.

Manche gehen leer aus dpa

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Diese Berufsgruppen bekommen nichts

Gruppen, die leer ausgehen, sind unter anderem ostdeutsche Bauarbeiter und Gebäudereiniger. Auch die bei der Minijob-Zentrale registrierten rund 309.000 privaten Haushaltshilfen schauen beim Weihnachtsgeld in die Röhre.

Der Handel freut sich dpa

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Der Handel freut sich

Unabhängig davon, wer wie viel bekommt: Wer in jedem Fall profitiert, ist der Einzelhandel. „Das Weihnachtsgeld, das zahlreiche Arbeitnehmer erhalten, leistet einen Beitrag dazu, dass der Einzelhandel zum Jahresende seine umsatzstärksten Monate verbuchen kann“, sagt der Chefvolkswirt des Handelsverbandes HDE, Olaf Roik.

Weihnachtsgeld streichen geht nicht dpa

Quelle: dpa

Weihnachtsgeld streichen geht nicht

Kürzen kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld übrigens nicht. Jedenfalls nicht, wenn es sich um ein tariflich vereinbartes Weihnachtsgeld handelt. Häufig ist die Zahlung im Manteltarif festgehalten, der bei Verhandlungen nur in seltenen Fällen „aufgemacht“ wird. „Da geht man ungern ran“, sagte der Tarifexperte Hagen Lesch vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Freiwillige Zahlungen können hingegen gekappt werden, wenn in den Vorjahren immer klar war, dass sie veränderbar sind. Zahlt ein Arbeitgeber freiwillig und ohne Vorbehalt über mehrere Jahre hinweg immer das gleiche Weihnachtsgeld, entsteht nach Rechtsprechung der Arbeitsgerichte eine „betriebliche Übung“, auf die sich die Arbeitnehmer dann verlassen können.

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