WirtschaftsWoche

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28.03.2017

11:00 Uhr

Steuersoftware im Test

Lotse durch den Steuerdschungel

Von: Niklas Hoyer

  Mit Unterstützung verliert die Steuererklärung ihren Schrecken. In vielen Fällen ist dafür kein teurer Steuerberater mehr nötig. Digitale Helfer reichen.

Steuersoftware im Praxistest 2017 Presse

Steuersoftware im Praxistest: Welches Programm lotst mich am besten durch den Steuerdschungel.

Die Digitalisierung macht selbst vor der Steuer nicht halt. Da landen die relevanten Daten automatisch in der Steuererklärung. Die wird per Internet ans Finanzamt übertragen. Eine automatische Risikoprüfung checkt, ob es Hinweise auf Tricksereien gibt. Wenn nicht, geht der Steuerbescheid raus. Fertig! Menschen braucht es eigentlich nur noch, um etwas zu verdienen, auf das Steuer anfällt. Und, ach ja, zum Steuernzahlen.

So ähnlich läuft es bei der Einkommensteuererklärung schon. Zwar können Freunde von Papierformularen diese bislang noch mit dem Kugelschreiber ausfüllen und dann per Post abschicken. Doch der Anteil der elektronisch übermittelten Steuererklärungen steigt. Bundesweit wird von Privatpersonen schon mehr als jede zweite Steuererklärung nicht mehr auf Papier abgegeben. 2016 waren es 21 Millionen Einkommensteuererklärungen.

Eine kostenlose Software der Finanzverwaltung (ElsterFormular) und einige kostenpflichtige Angebote kommerzieller Anbieter unterstützen beim digitalen Ausfüllen der Steuererklärung. Welche Angebote sich in der Praxis tatsächlich bewähren, zeigt unser Test. Am besten schnitt dabei die Software Wiso Steuer Sparbuch ab (siehe folgende Seiten).

Steuersoftware 2017

ElsterFormular

ElsterFormular

Preis: kostenlos
Fazit: Durchaus nützlich, aber nicht hilfreich, sobald Fragen aufkommen. Steuertipps fehlen komplett.

Lohnsteuer Kompakt

Lohnsteuer Kompakt

Preis: ab 19,99 Euro
Fazit: Umfassende Unterstützung, gut nutzbar. Ohne besondere Rabatte (etwa über Groupon) aber recht teuer.

Smartsteuer

Smartsteuer

Preis: ab 10,40 Euro
Fazit: Optisch klasse, noch etwas Nachholbedarf bei der Unterstützung mit Tipps und Verständnishinweisen.

Taxman

Taxman

Preis: ab 17,99 Euro
Fazit: Schön anzusehen, gut zu nutzen, nur fehlen ein paar nützliche Extras. Das reicht nicht für einen Spitzenplatz.

Tchibo Steuer

Tchibo Steuer

Preis: 9,99 Euro
Fazit: Durchaus hilfreich, aber im direkten Vergleich der preisgünstigen Angebote hat Tax die Nase vorn.

SteuerSparErklärung

SteuerSparErklärung

Preis: ab 24,90 Euro
Fazit: Hält sich stärker zurück als die Konkurrenz. Wer sich schon ein wenig auskennt, kommt damit aber bestens klar.

Tax

Tax

Preis: ab 9,49 Euro
Fazit: In nicht besonders komplexen Fällen reicht Tax locker aus – bestes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Testsieger: Wiso Steuer Sparbuch

Wiso Steuer Sparbuch

Preis: ab 20,90 Euro
Fazit: Gute Unterstützung, komfortable Bedienung: Der Testsieger führt nicht am schnellsten, aber sehr sicher ans Ziel.

Die Tipps machen den Unterschied

Während ElsterFormular Steuerzahlern nicht dabei hilft, ihre Steuerlast zu drücken – welch Wunder –, punkten die anderen Angebote genau damit. Tipps und Hinweise auf Urteile oder laufende Gerichtsverfahren zeigen, wo und wie Ausgaben abgesetzt werden können. Auch die Serie der WirtschaftsWoche zur Steuererklärung bietet solche Unterstützung (Teil 6 - für Digitalpass-Abonennten). Langfassungen aller Teile dieser Serie, etwa für Angestellte, Familien, Rentner, Mieter/Vermieter und Anleger, finden Sie unter wiwo.de/steuertipps-2017 für 7,99 Euro.

Dossier: Steuer 2017: So klappt es mit der Steuererklärung

Dossier

Premium Die besten Tipps für Ihre Steuererklärung 2017

Mit dem nötigen Wissen holen sich Steuerzahler mehr Geld zurück. Die besten Tipps - ob Angestellte, Paare, Familien, Studenten, Rentner, Mieter, Vermieter, Versicherte oder Anleger.

Dank der 2012 eingeführten „vorausgefüllten Steuererklärung“ bietet die elektronische Steuererklärung einen weiteren Mehrwert. Steuerzahler können nun einige Daten, etwa aus Lohnsteuerbescheinigungen, zu Beiträgen an Krankenversicherungen, für Riester-Renten-Verträge oder über erhaltene Renten, per Internet abrufen und direkt in die Steuererklärung laden. Dafür müssen sie sich auf dem offiziellen Portal www.elsteronline.de mit ihrer Steuer-Identifikationsnummer registrieren.

Übernahme der Vorjahresdaten zur Kundenbindung

Nicht nur diese, per „vorausgefüllter Steuererklärung“ geladenen Daten erleichtern die Arbeit. Ändert sich von Jahr zu Jahr wenig, erspart auch die Übernahme der Vorjahresdaten viel Zeit.

Nur versuchen die Anbieter genau mit dieser Funktion, ihre Nutzer an das einmal gewählte Programm zu binden: Die Übernahme aller Daten aus dem Vorjahr ist meist nur beim Kauf des gleichen Programms möglich. Bei einigen Programmen lassen sich von Konkurrenzprodukten überhaupt keine Daten übertragen. Empfehlenswerte Angebote erlauben zumindest, aus Konkurrenzprodukten die wichtigsten Daten über eine PDF-Version der Vorjahressteuererklärung zu laden.

Neben den auf dem Computer zu installierenden Steuer-Programmen gibt es mittlerweile einige Angebote, die sich direkt über den Internetbrowser aufrufen lassen, etwa Smartsteuer und Lohnsteuer Kompakt. Nutzer des Wiso Steuer Sparbuchs können ihre Steuererklärung ergänzend zur Software vom Tablet oder Browser aus bearbeiten, etwa, wenn ihnen unterwegs etwas einfällt.

Alle digitalen Steuerhelfer prüfen die Eingaben nicht nur auf Plausibilität, etwa um eine vergessene Tausender-Stelle zu erkennen, sondern berechnen auch ständig die zu erwartende Steuererstattung. Das steigert die Motivation. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes dürfen Steuerzahler, die nur Lohn- und Kapitaleinkünfte haben, im Schnitt 674 Euro Steuererstattung erwarten. 87 Prozent bekommen Geld zurück.

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