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02.12.2017

12:00 Uhr

Wer ist Schuld, wenn in Zukunft ein Computermodell versagt und ein Schaden entsteht? obs

Wer ist Schuld, wenn in Zukunft ein Computermodell versagt und ein Schaden entsteht?

Die Macht der Maschinen ist mittlerweile allgegenwärtig. Algorithmen sortieren unsere Nachrichten und entscheiden so, welche Informationen uns erreichen – und welche nicht. Sie dokumentieren minutiös, wie und wo wir uns bewegen und was wir konsumieren.
Und dies ist erst der Anfang. In Zukunft werden Algorithmen selbstfahrende Autos steuern, Kredite vergeben oder sogar in den Krieg ziehen – wie mancherorts schon üblich, wenn auch noch unter menschlicher Aufsicht. Bald schon also entscheiden Maschinen über Leben und Tod. Wir sollten ihre Intelligenz nicht überschätzen, wohl aber die gesellschaftlichen Auswirkungen bedenken.

Sonst droht gesellschaftliche Spaltung. So beeindruckend die Fortschritte der Entwickler sind, so beunruhigend ist ihr oft mangelndes Verantwortungsbewusstsein: Vielerorts fehlt es an unterschiedlichen Perspektiven und an der Bereitschaft, Auskunft über ihre Algorithmen zu geben. Daraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen. Jene, die unsere Gesellschaft optimieren wollen, müssen die Gesamtheit der Gesellschaft repräsentieren.

Pro: Sollen die Maschinen doch unsere Arbeit erledigen

Pro

Sollen die Maschinen doch unsere Arbeit erledigen

Maschinen erleichtern uns die Arbeit – aber nur, wenn wir endlich die Angst vor ihnen ablegen.

Denn noch immer sitzen in den Entwicklungsabteilungen der großen Technologiekonzerne überwiegend weiße Männer. Die Digitalarchitekten müssen fortan gezielter diejenigen einbinden, denen bislang die Bildung, das Bewusstsein oder das Geld fehlen, um unsere Digitalzukunft mitzugestalten. Notfalls mit dem eigenen Geld, das sie dank ihrer so prosperierenden Geschäfte verdienen.

Andernfalls riskieren sie nicht nur Datensätze, in denen Schwarze, Frauen und Arme so wenig vertreten werden, dass die Resultate lückenhaft und die Produkte schlechter werden. Sondern auch, dass die Kluft immer weiter auseinanderdriftet, zwischen jenen, die sich in der Techno-Gesellschaft weiter optimieren – und jenen, die komplett ausgeschlossen werden.

Diese Jobs sind durch die Digitalisierung entstanden

Data Engineer

Der Data Engineer sorgt dafür, dass Data Analysten und Data Scientisten erfolgreich arbeiten können. Denn die Data Engineers sammeln, generieren und säubern die Daten und bereiten sie auf, um sie dann den Analysten und Scientists zur Verfügung zu stellen. Sie stehen in der Wertschöpfungskette quasi ganz am Anfang aber gleichzeitig in enger Abstimmung mit den Fachbereichen und konkreten Inhalten. Eine Herausforderung, mit der sich Data Engineers immer stärker beschäftigen, ist das Thema Big Data und die damit verbundene Komplexität der Daten.


Quelle: Telefónica

Data Scientist

Neben der Anwendung klassischer Analysemodelle zur Generierung von Business-Insights (Job des bisherigen „Data Analyst“), wendet der Data Scientist komplexere statische Methoden an, hat Kenntnisse im Bereich maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Außerdem spielt beim Data Scientist am Ende eines Projekts die Visualisierung der Ergebnisse und das sogenannte Storytelling eine große Rolle. Das heißt, er muss nicht nur gut mit Zahlen jonglieren, sondern auch kommunikative Fähigkeiten besitzen.

Data Protection & Data Security Consultant

Bei der Arbeit mit Daten kommen die Spezialisten mit Themen wie Datensicherheit und Datenschutz in Kontakt, wodurch wiederrum neue Berufsprofile entstehen. So sucht Telefónica aktuell nach einem Data Protection & Data Security Consultant, der sich als erster Ansprechpartner und Berater um alle internen Themen rund um den Datenschutz bei der neuen Tochtergesellschaft Telefónica NEXT kümmert.

Take-to-Market Analyst

Der Take-to-Market Analyst ist Bindeglied und Übersetzter zwischen Analysten und externen Partnern. Wenn die Mitarbeiter anonymisierte Bewegungsdaten der Kunden nutzen wollen, um ihren Service zu verbessern, übersetzt der TTM Analyst die Anforderung jeweils in die Sprache des anderen. Dafür muss er – wie alle anderen Rollen auch – beide Parteien verstehen können. Er benötigt dazu ein gewisses technisch-analytisches Know-how und zugleich ein unternehmerisches Verständnis. Der TTM Analyst ist ein Allrounder, denn er schreibt ebenso Verträge und begleitet die Produktmanager zum Kundentermin. Anschließend erklärt er den Analysten, was genau zu tun ist.

Data Strategist

Er gibt die Leitlinien für den Umgang mit Daten vor. Welche Informationen können bedenkenlos in welchem Zusammenhang verwendet werden? Wo liegen rechtliche Grauzonen bei der Auswertung von Daten? Wo ethische Barrieren? Seine Position ist meist nah am Vorstand angesiedelt, da eine Fehlentscheidung schnell ernsthafte Probleme verursachen kann.
Sowohl Mathematiker und Informatiker als auch Physiker sind für die Tätigkeit des Data Strategist besonders geeignet. Denn hohes technisches Verständnis ist Grundvoraussetzung, um nachvollziehen zu können, wie die Daten überhaupt erhoben werden.

Chef Digital Officer (CDO)

Der CDO ist der oberste Digitalisierungsbeauftragte eines Unternehmens – oftmals sogar auf Vorstandsebene. Er gibt die Leitlinien für die Digitalisierung vor: entwickelt neue Geschäftsmodelle, führt innovative Technologien ein und fördert vernetztes Arbeiten in seinem Konzern. In seiner Position muss er die zukünftige Richtung vorgeben, Mitarbeiter und Anteilseigner in die digitale Transformation mitnehmen. Dazu braucht er neben fachlichen Qualifikationen vor allem Überzeugungskraft, Risikobereitschaft und Neugier.

Mobile Developer

Dieser Entwickler kümmert sich um neue Programme für Smartphones und Tablets. Bei kleineren Unternehmen ist er nicht nur Ideengeber, sondern programmiert die Anwendungen auch selbst.

Die meisten Mobile Developer sind entweder auf das Apple-Betriebssystem iOs oder Googles Konkurrenzprodukt Android spezialisiert. Früher ein Feld für Autodidakten, ist dieser Job heutzutage am besten für Informatiker geeignet – egal, ob studiert oder mit Berufsausbildung zum Fachinformatiker.

SEM-Manager

Der SEO-Manager – die Abkürzung steht für Search Engine Optimization, zu Deutsch: Suchmaschinen-Optimierung – ist der wohl bekannteste Performance Marketing Manager. Er ist dafür verantwortlich, Inhalte von Web-Seiten so zu optimieren, dass sie von Suchmaschinen möglichst gut gefunden werden.

Ebenfalls dazu gehören der SEM- und der SEA-Manager. Sie sind für Search Engine Marketing beziehungsweise Search Engine Advertising zuständig. Das heißt, sie entscheiden unter anderem, bei welchen Suchbegriffen eine Anzeige ihres Arbeitgebers erscheint, und kontrollieren den Erfolg solcher Maßnahmen. Ebenfalls in den Aufgabenbereich von Performance Marketing Managern fallen Direktmarketingaktionen zum Beispiel via E-Mail oder die Schaltung von Werbebannern.

Zweitens: Wer ist Schuld, wenn ein Computermodell versagt? Was, wenn es Menschenleben kostet? Jetzt – und nicht erst, wenn großer Schaden entstanden ist – muss die Gesellschaft einen gesetzlichen Rahmen für technische Errungenschaften setzen. Heißt: Wir müssen lernen, unsere ethischen Werte technologisch umzusetzen.

Doch unser Rechtssystem ist damit überfordert. Wir müssen verstehen können, wie Algorithmen Einfluss auf das Miteinander haben. Zusammenarbeit von Mensch und Maschine bringt aktuell noch Freiheit und Fortschritt – bis dass der Code uns scheidet.

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