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03.07.2017

18:00 Uhr

Design Team of the Year

Canyon Bicycles – Schönheit braucht kein Logo

Von: Thorsten Firlus

  Das Koblenzer Unternehmen Canyon Bicycles erhält beim Red Dot Design Award den Titel Design Team of the Year – dank einer einheitlichen Formensprache von Mountainbike, Rennrad und Stadtrad.

Cool, oder? Offspring ist das jüngste Produkt des Radproduzenten. Tino Pohlmann

Cool, oder? Offspring ist das jüngste Produkt des Radproduzenten.

Der Rahmen ist farblos, Schleifspuren auf dem Metall sind zu erkennen. Das Fahrrad sieht auf den ersten Blick unfertig aus, wie es da in einer Ecke der Entwicklungswerkstatt steht. Ein funktionstüchtiger „Erlkönig“, der noch optimiert werden muss. Dennoch wurde er bei einem Ausritt einige Wochen zuvor von zufällig passierenden Mountainbikern kommentiert: „Sieht aus wie ein Canyon.“

Für Peter Kettenring, Produktdesigner bei Canyon, gibt es fast kein größeres Kompliment. „Wenn die Linienführung des Fahrrades verrät, wer das Rad gestaltet hat, haben wir unser Ziel erreicht.“ Nur ein größeres Kompliment gibt es vielleicht doch: zum Design Team of the Year gekürt zu werden beim Red Dot Design Award.

Das 1985 von dem ehemaligen Bahnradfahrer Roman Arnold in Koblenz gegründete Unternehmen reiht sich ein in die Hall of Fame des Designs, unter anderem neben Apple, Porsche, BMW, Hilti, Lenovo, adidas, Tupperware und Nokia – die Designteams dieser Marken haben in den vergangenen Jahren die Trophäe im Essener Aalto Theater entgegengenommen. Marken, die den Red Dot Design Award erhalten, haben nicht allein ansprechende Produkte, sondern sie haben auch „über Jahre belegt, dass ihre Arbeit gestalterisch und funktional hochwertige Produkte hervorbringt“, sagt Peter Zec, Chef des Red Dot Design Award.

Red Dot Award: Das Erfolgsmodell der Designagenturen

Red Dot Award

Das Erfolgsmodell der Designagenturen

Designagenturen sind das Rückgrat der guten Gestaltung in Deutschland. Das gefällige Äußere ist heute beinahe ein Nebenprodukt von Designerideen. Die Agenturen sind inzwischen Innovationstreiber ihrer Auftraggeber.

Und nun steigt also eine mittelständische Fahrradmarke aus Deutschland, kaum bekannt außerhalb Europas, in die internationale Konzernliga auf? Gründer Roman Arnold hat eine einfache Antwort für den Erfolg: „Ja, wir sind ein Designunternehmen.“ Oft werden so Marken bezeichnet, denen es vor allem um eine gute, ästhetische Gestaltung des Produkts geht, bei der Faktoren wie Funktionalität schon mal in den Hintergrund rücken.

Die Fahrräder von Canyon hingegen spielen auch in dieser Hinsicht ganz oben mit in der Liga der Sporträder. Herausragende Testresultate stehen dafür ebenso wie das Vertrauen zweier Profirennställe, die Rahmen von Canyon bei der diesjährigen Tour de France verwenden. Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno gewann zwei Mal in Folge auf Hawaii die Ironman-Weltmeisterschaft mit einem Zeitfahrrad aus der Koblenzer Werkstatt.

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