WirtschaftsWoche

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06.12.2017

16:24 Uhr

Regierungsbildung

Bleibt alles anders

Von: Frank Stauss

PremiumKommentar  Im Fall von Neuwahlen dürften Sozialdemokraten und Liberale ihre Lust auf Opposition noch sehr bereuen. Warnungen eines erfahrenen Wahlkämpfers.

Frank Stauss, der Geschäftsführer der Kommunikationsagentur BUTTER BERLIN. Werner Schuering für WirtschaftsWoche

Frank Stauss, der Geschäftsführer der Kommunikationsagentur BUTTER BERLIN.

In bisher gut 30 Wahlkämpfen habe ich viel über die zunehmend volatile Wählerschaft gelernt. Wenn sich gesellschaftlich vieles rasant verändert, ist nichts mehr sicher. Höre ich von fast allen politischen Akteuren, dass sie überhaupt keine Angst vor Neuwahlen zu haben bräuchten, erscheint mir das mutig.

Unter den von mir betreuten Wahlkämpfen waren bisher vier vorgezogene Neuwahlen. 2001 stürzte Klaus Wowereit (SPD) aus der Position des Juniorpartners mithilfe von Grünen und PDS den langjährigen Regierenden Eberhard Diepgen (CDU). Dieser trat nicht mehr an, die CDU verlor über 17 Prozent. Seither stellt die SPD den Regierenden Bürgermeister.

2005 führte Bundeskanzler Gerhard Schröder Neuwahlen herbei. In den zwölf Wochen des Wahlkampfes sanken CDU/CSU mit der Spitzenkandidatin Angela Merkel von 49 Prozent in den Umfragen (so Forsa noch am 22. Juni 2005) auf 35,2 Prozent am Wahltag. Die SPD hingegen stieg von 26 auf 34,2 Prozent.

Zur Person

Frank Stauss

Frank Stauss, 52, ist Geschäftsführer der Kommunikationsagentur BUTTER BERLIN, die seit mehr als zwei Jahrzehnten Wahlkampagnen betreut, und Autor des Bestsellers „Höllenritt Wahlkampf“.

2010 zerbrach in Hamburg die schwarz-grüne Koalition unter Ole von Beust, was Anfang 2011 zu Neuwahlen führte. Die CDU verlor über 20 Prozentpunkte auf 21,9 Prozent, Olaf Scholz und die SPD gewannen die absolute Mehrheit der Sitze.

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