WirtschaftsWoche

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20.08.2017

11:23 Uhr

Libyen

Wintershall und die Frage nach dem Schutzgeld

Von: Simon Book

Premium  Der Öl- und Gaskonzern Wintershall hat seinen Streit mit dem libyschen Staat beigelegt. Wie die BASF-Tochter in Libyen Geschäfte macht, bleibt fragwürdig.

Wintershall-Ölförderung in Libyen PR

Die dunkle Macht: Wintershall-Ölförderung in Libyen.

Das deutsche Öl- und Gasunternehmen Wintershall hat offenbar einen Milliardendeal in Libyen unter Dach und Fach gebracht. Nach Informationen der WirtschaftsWoche konnte die BASF-Tochter kürzlich einen monatelangen Streit mit der staatlichen libyschen Ölgesellschaft NOC um eine Milliardenstrafe beilegen – muss dafür aber mehr als Dreiviertel seiner Ölproduktion in der libyschen Wüste an die NOC abtreten.

Was Sie über den Ölpreis wissen müssen

Maßeinheit

Da Öl ursprünglich in Fässern abgefüllt wurde - Barrel im Englischen -, wird diese Maßeinheit in der Branche bis heute verwendet. Ein Barrel sind 159 Liter.

Preisrutsch

Die steile Talfahrt begann Mitte 2014, bis Anfang 2016 hat sich der Preis mehr als gedrittelt. Hintergrund ist ein knallharter Wettbewerb zwischen den klassischen Ölförderern wie Saudi-Arabien und neuen Konkurrenten vor allem in Nordamerika, die Rohöl mit der aufwendigen Fracking-Methode aus Schiefergestein lösen. Beobachter gehen davon aus, dass die Ölförderer aus der Golfregion die ungeliebte Konkurrenz mit hohen Fördermengen und Dumpingpreisen aus dem Markt spülen wollen.

Ölsorten

Rohöl ist nicht gleich Rohöl. Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sorten - je nach Region. Alleine der Finanzinformationsdienst Bloomberg listet mehr als 100 Stück auf, wovon allerdings nur wenige große Bedeutung haben. Als Richtwert am Finanzmarkt gilt das US-Rohöl West Texas Intermediate (WTI). Eine weitere wichtige Sorte ist das Nordsee-Öl Brent.

Qualitätsunterschiede

Bei den Ölsorten gibt es gravierende Unterschiede bei der Qualität, was auch zu merklichen Preisunterschieden führt. So kann etwa die Sorte North Dakota Sour in der Raffinerie nur schwer verarbeitet werden, weil es stark schwefelhaltig ist. Das schlägt sich auch im Preis nieder.

Terminkontrakte

Für US-Öl und Brent-Öl werden die Preise über das Spiel von Angebot und Nachfrage gebildet. Aber auch diese Sorten können eine Vielzahl von unterschiedlichen Preisen haben, was daran liegt, dass sie in sogenannten Future-Kontrakten gehandelt werden. Der Käufer erwirbt dabei Rohöl mit unterschiedlichen Lieferdaten. Der am meisten gehandelte und damit für die Anleger wichtigste Future-Kontrakt läuft über einen Monat.

OPEC-Ölpreis

Auch die Ölsorten des Ölkartells Opec (Organisation erdölexportierender Länder) sind für die Weltwirtschaft von hoher Bedeutung. Von der Opec-Zentrale in Wien wird einmal täglich der sogenannte Opec-Korbpreis ermittelt. Hierfür melden alle Mitgliedstaaten des Ölkartells - darunter Saudi-Arabien, Kuwait und Nigeria - ihre jeweiligen Ölpreise, dann wird der sogenannte Korbpreis aller 13 Opec-Sorten errechnet. Dieser Durchschnittspreis wird allerdings immer mit einem Tag Verzögerung veröffentlicht und spiegelt daher nicht die neueste Entwicklung wider.

Von 65.000 Barrel, die die Deutschen jeden Tag in der Region fördern (Marktwert rund drei Millionen Dollar), darf Wintershall nur etwa 12.500 Barrel selbst vermarkten. Der Rest geht an die NOC und wird von ihr in den Verkauf gebracht. Wintershall bestätigt, dass es eine...

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