WirtschaftsWoche

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14.07.2017

06:04 Uhr

Immobilien des Emirats

Wohin Katars Herrscher flüchten könnten

Von: Thomas Schmelzer

  Wir können jeden Schock verkraften! Das behauptet die Führung von Katar angesichts der Blockade ihrer Nachbarn. Für den Notfall besitzt die Familie des Emirs ohnehin Immobilien auf der ganzen Welt.

Der Londoner Wolkenkratzer "The Shard" und das Maritim-Hotel am Tiergarten, Berlin. dpa

Der Londoner Wolkenkratzer "The Shard" und das Maritim-Hotel am Tiergarten, Berlin.

Die ersten Milchkühe sind da. In der Nähe der katarischen Hauptstadt Doha landeten am Dienstag 165 Holstein-Kühe. Knapp 3700 weitere sollen folgen. Sie werden in klimatisierten Ställen leben, die seit Wochen in der katarischen Wüste entstehen. Innerhalb von neun Monaten will sich Katar so selbst mit Molkereiprodukten versorgen.

Die Kuhimporte sind die bislang offensichtlichste Reaktion des kleinen aber sehr reichen Emirats auf die Handelsblockade seiner Nachbarstaaten. Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Ägypten werfen Katar die Unterstützung von Terrororganisationen vor. Deswegen haben sie jegliche Handelsbeziehungen mit dem Emirat abgebrochen. Katar weist die Anschuldigungen zurück – und baut nun selbst einzelne Versorgungsketten auf.

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Seit mehr als vier Wochen wird Katar von vier arabischen Nachbarn wirtschaftlich isoliert. Doch das reiche Emirat lebt weiter auf großem Fuß – und Emir al-Thani freut sich über wachsenden Rückhalt aus der Bevölkerung.

Katars Zentralbankgouverneur, Scheich Abdullah Saud al-Thani, prahlte in einem Interview gar: „Wir haben genug Geld, um jede Art von Schock zu verkraften.“ Doch selbst wenn es zuhause ungemütlich wird, können sich die Emire in ihre Domizile auf der ganzen Welt zurückziehen, die ihnen privat oder über den Staatsfonds Qatar Investment Authority gehören. Ein Überblick über die fünf schönsten Flucht-Residenzen:

Griechenland

Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein: Mit seiner Jacht ankerte Hamad bin Khalifa Al Thani, ehemaliger Emir von Katar, vor einigen Jahren in den türkisfarbenen Gewässern des Ionischen Meeres. Der Scheich erblickte die Echinaden, eine weitgehend unbewohnte Inselgruppe – und schlug kurze Zeit später zu. Als erstes schnappte er sich Oxeia, eine 4,2 Quadratkilometer große Insel. Kurze Zeit später folgten fünf weitere Inseln. Insgesamt soll der Katarer 8,5 Millionen Euro für die sechs Inseln bezahlt haben.

Wenn der Emir seine Pläne verwirklicht hat, könnte seine Großfamilie aus drei Ehefrauen und 24 Kindern im Notfall in den Feriendomizilen zwischen Olivenhainen und Buchten unterkommen. Da es sich um Privatinseln handelt, wäre die Herrscherfamilie ganz unter sich.

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London

In der britischen Hauptstadt haben die Herrscher aus Katar die Qual der Wahl. Die Nacht im Shard, dem höchsten Gebäuder der EU, verbringen? Im olympischen Dorf unterkommen? Oder doch lieber in Canary Wharf vorbeischauen? Über den Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) besitzt Katar Dutzende Immobilien in London. Nach einem Bericht des britischen Telegraph gehören den Scheichs sogar drei Mal so viele Gebäude in London wie der Queen.

Einen Wunsch aber erfüllten die Briten den Investoren aus dem Golfstaat nicht. Ein Stadtbeamter durchkreuzte den 200-Millionen-Pfund-Plan der katarischen Herrscherfamilie, zwei Villen in der Nähe des Regent’s Park zu einem Palast mit 17 Schlafzimmern, 14 Lounges, vier Esszimmern, Zigarrenraum, Kino und Pool zusammenzufügen. Die trockene Begründung: Der Plan bedeute den Verlust einer Wohneinheit – und verstoße damit gegen den Stadtbebauungsplan.

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