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10.08.2017

06:19 Uhr

Paul Manafort

Haus von Trumps Ex-Wahlkampfmanager durchsucht

Von: AP

  Paul Manafort wird schon lange vorgeworfen, in die Russland-Affäre verstrickt zu sein. Der Verdacht scheint sich nun erhärtet zu haben - die Polizei durchsuchte ein Haus des Ex-Wahlkampfmanagers von Donald Trump.

Paul Manafort AP

Paul Manafort

Auf der Suche nach Steuerdokumenten und Bankunterlagen hat die Polizei einen Wohnsitz des früheren Wahlkampfmanagers von US-Präsident Donald Trump durchsucht. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch, nachdem ein Sprecher von Paul Manafort die Durchsuchung zunächst lediglich bestätigt hatte. Hintergrund des Vorfalls, über den die „Washington Post“ zuerst berichtet hatte, ist die Russland-Affäre.

Der Sprecher Manaforts erklärte, Manafort habe sich kooperativ gezeigt, als die Agenten mit dem Durchsuchungsbefehl zu ihm gekommen seien. Dass die Durchsuchung im Auftrag von Russland-Sonderermittler Robert Mueller bereits am 26. Juli stattfand, - so wie von der „Post“ gemeldet - bestätigte er nicht.

Manafort wird schon länger verdächtigt, bei der Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 durch Russland und mutmaßliche Verbindungen Moskaus zum Trump-Team eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Eine Hausdurchsuchung kann als neue aggressive Taktik gewertet werden, denn schließlich hat Manafort in der Sache bisher mit den Untersuchungsausschüssen des US-Kongresses zusammengearbeitet. In diesem Zuge übergab er bereits Hunderte Dokumente.

Wen und was Trump schon alles "bad" nannte

Vorgänger Barack Obama

"Böser (oder kranker) Typ!"
"Bad (or sick) guy!"

Quelle: dpa

Obamas Gesundheitsreform

"Schlechte Gesundheitsfürsorge"
"Bad healthcare"

Reporter der "New York Times"

"Wirklich schlimme Leute!"
"Really bad people!"

Arnold Schwarzenegger, Trumps Nachfolger in der TV-Show "The Apprentice"

"Er wurde wegen seiner schlechten (armseligen) Einschaltquoten gefeuert."
"He was fired by his bad (pathetic) ratings."

Anschlag auf einen Nachtclub mit 49 Toten

"Wirklich schlimme Schießerei in Orlando"
"Really bad shooting in Orlando"

Mexikanische Drogenbanden

"Sehr böse MS-13-Bandenmitglieder"
"Very bad MS 13 gang members"

Nordkoreas Raketentests

"Nordkorea verhält sich sehr böse."
"North Korea is behaving very badly"

Gerichtliche Aussetzung des Einreisestopps für viele Muslime

"Leute strömen herein. Schlimm!"
"People pouring in. Bad!"

Nachrichten auf Sender NBC

"Nachrichten auf Sender NBC"
"@NBCNews is bad"

Mikrofon bei einer TV-Debatte

"Die Tonqualität war sehr schlimm."
"Audio & sound level was very bad."

Ex-Fox-News Moderatorin Megyn Kelly

"Sehr schlecht in Mathe"
"very bad at math"

Die Untersuchung könnte darauf hinweisen, dass die Strafverfolgung über das hinausschaut, was Manafort bereits zur Verfügung gestellt hat. Auch die Tatsache, dass ein Richter den Ermittlern überhaupt einen Durchsuchungsbefehl ausstellte, deutet auf eine Erhärtung der Vorwürfe gegen Manafort hin. Denn ein Richter gewährt eine entsprechende Anordnung nur, wenn es aus seiner Sicht ausreichende Beweise dafür gibt, dass ein Verbrechen verübt worden sein könnte.

Manafort leitete das Wahlkampfteam Trumps über mehrere Monate hinweg. Seit Beginn der Ermittlungen weist er jegliches Fehlverhalten zurück. Das FBI untersucht dennoch seine Geschäfte in der Ukraine und seine angebliche Arbeit für den früheren, Russland-treuen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Die Überprüfungen sind mittlerweile Teil von Muellers Russland-Ermittlung.

In den 2000er Jahren war er nach Informationen der Nachrichtenagentur AP zudem heimlich als Lobbyist für den russischen Aluminium-Industriellen Oleg Deripaska tätig. Diesem soll Manafort angeboten haben, Entscheider in Politik, Wirtschaft und Medien zugunsten der Regierung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu beeinflussen.

Von Abgeordneten des US-Kongresses wurde Manafort befragt, weil er im vergangenen Jahr an einem Treffen mit einer russischen Anwältin teilgenommen hat. Bei dem Gespräch - bei dem auch Trumps Sohn und Schwiegersohn anwesend waren - sollte es offenbar um schädigende Informationen über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gehen. Diese kämen direkt von der russischen Regierung, war dem Präsidentensohn Donald Trump Jr. damals vorab angepriesen worden.

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