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Trumps Wirtschaftspolitik

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Sorge um den freien Handel

Die Globalisierung hat die Ungleichheit zwar erhöht, sagt Krueger, doch sei es allemal besser, die Verlierer der Globalisierung zu entschädigen als das Heil im Protektionismus und Interventionismus zu suchen. Erratische Politikentscheidungen im Weißen Haus schaffen Unsicherheit und machen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen unkalkulierbar.

So könnten bald gute Beziehungen und Kontakte zu Trumps Mannschaft zur wichtigsten Währung der Unternehmen im Kampf um Marktanteile und Gewinne werden, kritisiert Phelps. Welcher Unternehmer will in diesem Klima noch investieren und Innovationen auf die Schiene bringen? Phelps warnt daher: “Die Attraktivität Amerikas als Unternehmensstandort steht auf dem Spiel“.

Sorgen machen sich die Ökonomen auch um den freien Handel. Es sei höchste Zeit, Trump zu erklären, dass Importe und Exporte eng miteinander verzahnt sind, sagt Phelps. Viele US-Unternehmen schicken ihre Vorprodukte zur Weiterverarbeitung über die Grenze nach Mexiko, anschließend werden sie von dort zur Endbearbeitung wieder zurück in die USA geliefert.

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Wer diese grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten durch Zölle oder andere protektionistische Maßnahmen stört, schadet der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und verteuert die Produkte für die Verbraucher in Amerika. Der einfache Mann auf der Straße, den Trump im Wahlkampf umgarnt hat, könnte so der Leittragende der Trumpschen Abschottungspolitik werden.

Noch allerdings hoffen die meisten Ökonomen, dass sich die rhetorischen Ausfälle Trumps gegen den Freihandel nicht in der politischen Praxis niederschlagen. Die Mehrheit der Republikaner im US-Kongress bestehe aus Freihändlern, sagt Hubbard: “Sie werden einen Rückfall in den Protektionismus nicht dulden”.

Dazu kommt, dass Amerikas Schuldenpolitik das Land von ausländischen Finanziers abhängig gemacht hat, allen voran von China und Japan. Trump fiele es schwer, das US-Staatsdefizit zu finanzieren, wenn er andere Länder beim Export nach Amerika ausbremst und so der Möglichkeit beraubt, Dollars zu verdienen, die sie zum Kauf der US-Staatsanleihen benötigen.

Trumps Vorstellungen, so konstatierten die Ökonomen in Chicago, böten mithin noch viel Potenzial für intensive wirtschaftspolitische Beratung. Fragt sich nur, ob Trump das auch so sieht.

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