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13.11.2017

14:00 Uhr

Manager: Volker Masuhr leitet seine Grundschule als "modernen Familienbetrieb". Christian O. Bruch für WirtschaftsWoche

Manager: Volker Masuhr leitet seine Grundschule als "modernen Familienbetrieb".

Endlich kann Volker Masuhr beweisen, wovon er seit jeher überzeugt ist. Kinder mit und ohne Einschränkungen sollen ohne Probleme miteinander lernen könne. „Inklusion funktioniert“, sagt Masuhr selbstbewusst. Als er hört, dass für die Waldschule in Flensburg ein neuer Rektor gesucht wird, ergreift der gelernte Sonderpädagoge die Initiative. „Ich wollte unbedingt eine Regelschule leiten“, sagt Masuhr – um zu zeigen, wie Inklusion im Alltag gelingen kann.

Über zehn Jahre ist das jetzt her. Seitdem hat Masuhr mit seiner Grundschule, in der jahrgangsübergreifend gelernt wird, so ziemlich alle Bildungs-Preise gewonnen, die man in Deutschland gewinnen kann, allen voran den Jakob Muth-Preis für inklusive Schule und den Deutschen Schulpreis. Sein Beispiel zeigt, was einen modernen Schulleiter, der sich als Bildungsmanager versteht, ausmacht. Vier Punkte.

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Die Bildungspolitik dreht sich oft um kleinere Klassen, iPads für alle oder G8 statt G9. Dabei braucht Deutschland vor allem bessere Schulleiter. Warum man sie richtig ausbilden – und vor allem gut bezahlen muss.

Erstens: Persönlichkeit. Volker Masuhr hat nicht gewartet – nicht auf die Politik, nicht auf die Schulaufsicht, nicht auf die Eltern. Als er seinen Job an der Waldschule in Flensburg anfing, verließen zehn Familien aus Protest die Schule. Ein Sonderpädagoge als Schulleiter? Das war vielen Eltern dann doch nicht geheuer. Er fragte sich wieder und wieder: „Wie überzeuge ich die Eltern davon, dass unser Schulkonzept gut ist?“

Masuhr entschied sich für einen ungewöhnlichen Schritt. Er startete eine Kooperation mit einem Zirkus. Jongleure, Clowns und Akrobaten studierten gemeinsam mit den Lehrern und Schülern ein Programm ein. Die Projektkosten in Höhe von 15 000 Euro stemmte Masuhr gemeinsam mit Unternehmen. Das Projekt war ein Erfolg: Alle drei Vorstellungen waren ausverkauft. Am Ende stand sogar ein finanzielles Plus. Und die Waldschule war plötzlich als Institution mit kreativen Lehrmethoden stadtbekannt.

Besoldung von Schulleitern am Beispiel Baden-Württemberg

Grundschule

SchulartSchülerzahlBesoldungsgruppeErste StufeHöchste Stufe
Grundschule80 bis 180 (ab 180  plus Amtszulage*)A 134136,915109,33
mehr als 360A 144396,195657,20

* die meisten Amtszulagen liegen zwischen 136 und 345 Euro

Stand: November 2017

Hauptschule

SchulartSchülerzahlBesoldungsgruppeErste StufeHöchste Stufe
Hauptschule, Werkrealschule, Grund- und Hauptschule,  Grund- und Werkrealschule bis 360  (plus Amtszulage)A 13 4136,915109,33
mehr als 360 A 144396,195657,20

Realschule

SchulartSchülerzahlBesoldungsgruppeErste StufeHöchste Stufe
Realschule, Gemeinschaftsschulebis 180 (ab 180  plus Amtszulage)A 144396,195657,20
mehr als 360 A 155087,736387,49

Gymnasium

SchulartSchülerzahlBesoldungsgruppeErste StufeHöchste Stufe
Gymnasiumbis 360  (plus Amtszulage)A 155087,736387,49
mehr als 360 A 165612,227115,46

Berufliche Schule

SchulartSchülerzahlBesoldungsgruppeErste StufeHöchste Stufe
Berufliche Schulebis 80 (mehr als 80 plus Amtszulage)A 155087,736387,49
mehr als 360 A 165612,227115,46

Hans Anand Pant von der Humboldt-Universität zu Berlin hält den persönlichen Einsatz von Schulleitern für entscheidend. „Schulleiter müssen überdurchschnittlich durchsetzungsstark und sozial kompetent sein“, sagt der Erziehungswissenschaftler und zugleich Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie, eine Ausgründung der Robert Bosch Stiftung, die seit mehr als zehn Jahren die besten Schulen des Landes prämiert.

Zweitens: Professionalität. Volker Masuhr versteht seine Schule nicht als verlängerten Arm der Schulaufsicht oder des Kultusministeriums, sondern als „modernen Familienbetrieb“. Der 62-Jährige geht akribisch vor, kauft sich regelmäßig neuste Marketing-Fachliteratur, um seine Schule weiterzuentwickeln. „Moderne Schulleiter sind sogenannte instructional leader“, erklärt Wissenschaftler Pant. „Sie setzen auf Strategie, klar formulierte Ziele und organisierte Prozesse, um diese Ziele zu erreichen. Dabei ist das oberste Ziel, dass ihr Handeln für eine Verbesserung des Unterrichts sorgt.

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