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Max Otte

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"Ich gehe ein Risiko ein und komme auf die schwarze Liste"

Sie hätte eine eidesstattliche Versicherung abgeben können, dass die E-Mail nicht von ihr ist. Das hat sie bislang nicht getan.

Ich kann mir schlichtweg nicht vorstellen, dass Alice Weidel das geschrieben hat. Warum taucht die E-Mail jetzt auf? Für mich stinkt die Sache.

Alexander Gauland will Staatsministerin Aydan Özoguz in Anatolien „entsorgen“ – eine Staatsministerin im Kanzleramt, SPD-Vizechefin und deutsche Staatsbürgerin, die in Hamburg geboren wurde. Teilen Sie diese Aussage?

Natürlich nicht. Aber die deutschen Medien messen hier mit zweierlei Maß. Vor vier Jahren hat Sigmar Gabriel im damaligen Bundestagswahlkampf gesagt, er wolle die Merkel-Regierung entsorgen. Bei Gauland ist es ein Skandal, bei Gabriel nicht. Das ist eine Doppelmoral, die mich wütend macht.

Gauland will nicht eine Partei entsorgen, sondern eine deutsche Politikerin, deren türkischen Eltern als Gastarbeiter ins Land kamen. Das ist rechtes Gedankengut.

Das ist eine Provokation, eine Zuspitzung im Wahlkampf.

Alice Weidel: Die AfD-Frontfrau mit einer Vorliebe für Döner

Alice Weidel

Die AfD-Frontfrau mit einer Vorliebe für Döner

Die neue Hoffnungsträgerin der AfD verkauft sich als liberale Ökonomin. Trotzdem wettert sie gegen Migranten und die Eurorettung.

Wie gehen Sie mit dem rechtsradikalen Flügel in der AfD um?

Björn Höcke in Thüringen scheint mir tatsächlich rechtsradikal zu sein. Der muss beobachtet werden. Aber mit der Ausnahme Höcke ist die AfD für mich nicht rechtsradikal. Auch die Grünen wurden einst beobachtet, die Linken ebenfalls. Das hat die Führung der AfD im Griff.

Je radikaler die AfD wurde, umso mehr haben sich prominente Unterstützer und Unternehmer abgewendet. Haben Sie keine Sorge um ihren Ruf?

Selbstverständlich. Ich gehe ein großes Risiko ein und komme auf schwarze Listen. Ich nehme große Nachteile in Kauf. Aber mein Gewissen treibt mich trotzdem dazu.

Sie sind seit 1991 CDU-Mitglied. Wechseln Sie nun zur AfD?

Ich bleibe in der CDU. Am Parteiprogramm habe ich nichts auszusetzen. Die CDU braucht dringend vernünftige Leute. Davon gibt es da anscheinend weniger als in der AfD.

 

Zu Jahresbeginn haben Sie Donald Trump unterstützt. Sind Sie jemand, der sich gerne gegen den Mainstream stellt?

Ich bin jemand, der zu seinen Überzeugungen steht und nicht schweigt, wenn es unangenehm wird.

Sind Sie zufrieden mit Trump?

Nein, das bin ich nicht. Trump ist kein guter Präsident. Er ist ein Selbstdarsteller, impulsiv und kein Politiker. Ich hatte die Hoffnung, dass er eine vernünftige Wirtschaftspolitik für die Mittelschicht machen würde. Diese Hoffnung wurde enttäuscht. Er betreibt republikanische Voodoo-Economics. Und dennoch:  Er ist für mich ein Friedenspräsident, der für eine Aussöhnung mit Russland steht. Hillary Clinton hätte Kriege ausgeweitet oder begonnen. Trump tut das nicht.

Erst Trump, jetzt die AfD. Viele werden sagen, Max Otte radikalisiere sich. Was sagen Sie denen?

Die AfD ist zu 90 Prozent eine bürgerlich-konservative Partei und nicht radikal. Ich radikalisiere mich nicht. Wer das glaubt, muss sein Weltbild überdenken.

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