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Reaktionen auf den Tod von Heiner Geißler

"Ein sehr kluger und unbequemer Geist"

  Im Alter von 87 Jahren ist der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler verstorben. Parteifreunde und Wegbegleiter sind tief getroffen vom Tod des CDU-Urgesteins und würdigen das Lebenswerk des verstorbenen Politikers. Die Reaktionen.

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Angela-Merkel dpa

Quelle: dpa

Angela Merkel

Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hat den gestorbenen Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler als einen der markantesten Köpfe der Christdemokraten gewürdigt. Der im Alter von 87 Jahren gestorbene Geißler sei „intellektuell herausragend, rhetorisch brillant, streitbar und selbstbewusst“ gewesen, erklärte Merkel am Dienstag gemeinsam mit Generalsekretär Peter Tauber in Berlin. Geißler habe der CDU von 1977 bis 1989 als Generalsekretär gedient, so lange wie niemand vor und nach ihm.

Geißler „war maßgeblich und mit großem Erfolg daran beteiligt, aus der Honorationenpartei CDU eine echte Mitglieder- und Programmpartei zu machen“, schrieb Merkel. So sei in seiner Amtszeit das erste Grundsatzprogramm „Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit“ beschlossen worden. Auch die eigene Partei habe er nicht mit offenen Worten geschont, wenn er dies für nötig gehalten habe, beispielsweise bei der Durchsetzung der neuen Frauenpolitik der CDU. „Dieses Rückgrat, diese politische Unabhängigkeit bewahrte er sich stets.“ Auch deshalb habe Geißler über alle Parteigrenzen und politischen Lager hinweg höchste Anerkennung, Vertrauen und Respekt genossen.

Sigmar-Gabriel dpa

Quelle: dpa

Sigmar Gabriel

"Er war für seine Partei und für viele Bürger unseres Landes eine prägende politische Gestalt der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik. An der Auseinandersetzung mit seiner pointierten Sicht auf die Linke und die Sozialdemokratie ist die Diskussionskultur Deutschlands gewachsen", betonte Außenminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel. Großer Dank gebühre Geißler für seine Tätigkeit als Schlichter in großen Tarifkonflikten.

Peter-Altmaier dpa

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Peter Altmaier

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) reagierte als einer der ersten auf den Tod Geißlers. Er schrieb am Dienstag auf Twitter, Geißler habe die CDU geprägt: „Soziale und ökologische Verantwortung, Menschlichkeit. Ich bin tief erschüttert. Sein Vermächtnis bleibt.“

Thomas-Oppermann dpa

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Thomas Oppermann

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann schrieb ebenfalls auf Twitter, Deutschland verliere mit Geißler einen großen Demokraten und „streitbaren Politiker, der es keinem leicht gemacht hat. Seine Stimme wird fehlen.“

Peter-Tauber ZB

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Peter Tauber

„Er war ein sehr kluger und unbequemer Geist und hat so die CDU angetrieben, sich den Veränderungen in der Welt zu stellen. Das müssen wir heute wieder“, schrieb Generalsekretär Peter Tauber auf Facebook. Noch im Juli habe er mit Geißler über die Zukunft Afrikas, eine kluge Migrationspolitik und das Wertefundament der Gesellschaft gesprochen.

Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir dpa

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Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir

Mit den Jahren sei Geißler den Grünen immer näher gekommen, erklärten die Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir am Dienstag in Berlin. Als Mitglied des globalisierungskritischen Netzwerks Attac habe der frühere CDU-Generalsekretär den Marktradikalismus kritisiert und sich für ökologische Belange eingesetzt.

Die Grünen-Spitzenkandidaten erinnerten aber auch daran, dass sie es nicht immer leicht mit Geißler hatten. „Seine scharfe Kritik an der Friedensbewegung ist uns noch in Erinnerung“, betonten Göring-Eckardt und Özdemir. Sie nannten Geißler einen „echten Freigeist“ und einen „klugen Demokraten“, der die Politik über Jahrzehnte geprägt habe.

Ursula-von der Leyen dpa

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Ursula von der Leyen

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beklagte einen schmerzhaften Verlust durch den Tod Geißlers. „Als guter Freund meines Vaters war mir Heiner Geißlers Stimme von Jugend an vertraut“, sagte die Tochter des früheren niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, der 2014 verstorben war. Leyen würdigte Geißler als „Vordenker und Modernisierer“. Er habe in der Partei früh „dafür geworben, die Interessen von Frauen und Familien mit Leidenschaft zu vertreten“.

Oskar-Lafontaine dpa

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Oskar Lafontaine

Oskar Lafontaine hat den verstorbenen Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler als einen der „profiliertesten Politiker der deutschen Nachkriegszeit“ gewürdigt. Geißler habe sich „Zeit seines Lebens der christlichen Soziallehre verpflichtet gefühlt“, sagte der Linken-Politiker und einstige SPD-Chef am Dienstag. „Wie kaum ein anderer kritisierte er die Fehlentwicklungen des globalen Kapitalismus. Er wird uns fehlen.“

Julia-Klöckner dpa

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Julia Klöckner

Die rheinland-pfälzische CDU-Landeschefin Julia Klöckner nannte Geißler einen großen Rheinland-Pfälzer, streitbar und klug.

Armin-Laschet dpa

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Armin Laschet

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) schrieb auf Twitter: „Intellektuell brillant, Politik aus Grundsätzen gestaltend und scharf in der Debatte - das war Heiner Geißler. Er war einer unserer Besten.“

Volker-Kauder REUTERS

Quelle: REUTERS

Volker Kauder

Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) hat den gestorbenen Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler als Ausnahmepolitiker mit Weitblick, Scharfsinn und Redegewandheit gewürdigt. „Er war ein Modernisierer und Brückenbauer“, erklärte Kauder am Dienstag in Berlin. Geißler habe die CDU und die Unionsfraktion „über Jahrzehnte geprägt wie nur wenige andere Politiker“.

„Heiner Geißler dachte und handelte eigenständig, eckte an und war offen für die Diskussion über Parteigrenzen hinweg“, schrieb Kauder. Auch nach dem Ausscheiden aus den politischen Ämtern sei Geißler den Christdemokraten wichtiger Wegweiser geblieben. „Er erinnerte uns immer wieder daran, dem „C“ als unserem Wertekompass die gebührende Beachtung zu schenken.“ Er habe zudem gezeigt, wie der Glaube Richtschnur für die Politik sein könne.

Winfried Kretschmann dpa

Quelle: dpa

Winfried Kretschmann

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erinnerte an Geißlers Schlichtung im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21. "Mit seiner Vermittlerrolle in Konflikten wie bei S21 hat er mit die Grundlage für unsere Politik des Gehörtwerdens gelegt", betonte Kretschmann über den Twitter-Account der Landesregierung in Stuttgart.

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