WirtschaftsWoche

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19.05.2017

06:00 Uhr

"Vordenker"-Umfrage

Glasfaseranschluss so wichtig wie die Verkehrsanbindung

Von: Thomas Schmelzer

  Eine Umfrage der WirtschaftsWoche in Kooperation mit BCG zeigt, wie wichtig schnelles Internet für junge Führungskräfte ist. Fast die Hälfte der Befragten würde sich auch an den Kosten für eine Glasfaserleitung beteiligen.

Fast die Hälfte der Vordenker würde für einen Glasfaserzugang zahlen. dpa

Fast die Hälfte der Vordenker würde für einen Glasfaserzugang zahlen.

Eine schnelle Glasfaserleitung ins Internet ist jungen Unternehmern bei der Standortwahl mindestens genauso wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der WirtschaftsWoche in Kooperation mit der Boston Consulting Group unter den „Vordenkern“, einer Community junger Führungskräfte.

62 Prozent der Befragten finden eine Glasfaserleitung demnach genauso wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung. Für fast ein Drittel der jungen Führungskräfte ist der schnelle Zugang zum Internet sogar wichtiger. Nur jeder zehnte Vordenker würde die gute Anbindung an den Verkehr bevorzugen.

Michael Grebe, Partner und Digitalexperte bei der Boston Consulting Group, kann diese Präferenzen nachvollziehen. Für eine aktuelle Studie hat er sich ausführlich mit dem Stand der Digitalisierung in Deutschland beschäftigt. „Ein Unternehmer, der Industrie 4.0 einsetzt, kann mit Schlaglöchern vor seinem Fabriktor vielleicht noch leben“, sagt Grebe. Schwieriger werde es, wenn ihm in Zukunft die Ideen, die passenden Mitarbeiter oder Bandbreite fehlten.

Was die Vordenker über das Internet denken

Glasfaseranschluss genauso wichtig wie Verkehrsanbindung

Frage: Wie wichtig ist Ihnen ein Glasfaseranschluss bei der Standortwahl verglichen mit der Verkehrsanbindung?

Weniger wichtig: 12 Prozent
Genauso wichtig: 62 Prozent
Wichtiger: 31 Prozent

Große Zahlungsbereitschaft für Glasfaseranschluss

Frage: Würde sich Ihr Unternehmen an Ausbaukosten beteiligen, wenn Ihnen ein Netzbetreiber Glasfaser bis in die Büros und Fabriken legen würde?

Ja: 44 Prozent
Nein: 26 Prozent
Keine Angabe: 31 Prozent

Quelle: BCG

Ausreichend schnelles Internet bei Vordenkern vorhanden

Frage: Bekommt Ihr Unternehmen einen ausreichend schnellen Internet-Anschluss, um die Digitalisierung vorantreiben zu können?

Ja: 79 Prozent
Nein: 18 Prozent
Keine Angabe: 3 Prozent

Fast die Hälfte der Vordenker wäre deswegen bereit, sich an den Kosten für einen schnellen Glasfaseranschluss zu beteiligen. 44 Prozent der jungen Unternehmer würden zahlen, wenn ihnen ein Netzbetreiber Glasfaser bis zur Fabrik und in die Büros verlegen würde. Nur ein Viertel schließt diese Option aus. 31 Prozent wollten sich nicht zu dieser Frage äußern.

Für Unternehmer wird ein schneller Anschluss ans Internet immer wichtiger. „Wer als Industrieunternehmen nicht den Anschluss verlieren will, muss zunehmend auf vernetze Produktion sowie neue digitale Produkte und Services setzen“, sagt Berater Grebe. „Voraussetzung für eine solche fortschrittliche, digitalisierte Produktion sind Innovationsfähigkeit, Investitionskraft und digitale Talente – aber auch eine leistungsfähige digitale Infrastruktur.“

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Der Mittelstand hofft, mit dem Internet 4.0 den Durchbruch ins Digitalzeitalter zu schaffen. Dafür bräuchte er schnelles und vor Cyberattacken sicheres Internet. Beides ist derzeit eine Illusion in Deutschland.

Doch beim Thema digitale Infrastruktur und schnelle Netze droht Deutschland die Spaltung. Zwar geben vier von fünf Vordenkern an, in ihrem Unternehmen bereits über ausreichend schnelles Internet zu verfügen. Allerdings arbeiten auch fast zwei Drittel der Vordenker in Konzernen, die tendenziell weniger Probleme mit Breitbandanschlüssen haben. Nur jeder zehnte Vordenker kommt aus dem Mittelstandgenau dort aber klagen besonders viele Unternehmer über zu langsames Internet.

Die Studie von Boston Consulting Group Berater Grebe bestätigt die drohende Spaltung. „Beinahe einem Drittel der Unternehmen in Deutschland droht, von den digitalen Spitzenreitern in den unterschiedlichen Branchen abgehängt zu werden“, sagt Grebe.

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