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Schwarze Liste der EU

Das sind die größten Steueroasen der Welt

Von: ts, AP

  Mit einer schwarzen Liste brandmarkt die EU die 17 größten Steueroasen der Welt. Sie müssen in Zukunft mit Sanktionen rechnen. Mit dabei sind bekannte Kleinstaaten – und ein paar Überraschungen.

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PanamaPanama erlangte im April 2016 zweifelhafte Berühmtheit, als es den sogenannten Panama-Papers ihren Namen gab. Die Kanzlei Mossack Fonseca, die mit der Gründung von Briefkastenfirmen in Steueroasen ihr Geld verdiente, hat ihren Sitz in Panama. Nach der Veröffentlichung tauchte Panama bereits auf einigen nationalen Steueroasen-Listen der EU-Mitgliedsländer auf. Bislang gab es aber keine einheitliche schwarze Liste der EU. Nach monatelanger Sichtung, Prüfung und politischen Verhandlungen hat die EU nun so eine Liste präsentiert. Panama ist auch diesmal mit dabei. REUTERS

Quelle: REUTERS

Panama
Panama erlangte im April 2016 zweifelhafte Berühmtheit, als es den sogenannten Panama-Papers ihren Namen gab. Die Kanzlei Mossack Fonseca, die mit der Gründung von Briefkastenfirmen in Steueroasen ihr Geld verdiente, hat ihren Sitz in Panama. Nach der Veröffentlichung tauchte Panama bereits auf einigen nationalen Steueroasen-Listen der EU-Mitgliedsländer auf. Bislang gab es aber keine einheitliche schwarze Liste der EU. Nach monatelanger Sichtung, Prüfung und politischen Verhandlungen hat die EU nun so eine Liste präsentiert. Panama ist auch diesmal mit dabei.

InselgebieteNeben Panama werden bekannte Steuerflucht-Inseln wie Barbados, Amerikanisch-Samoa, Grenada, Guam, Palau, St. Lucia, Samoa und die Marshallinseln an den Pranger gestellt. Ursprünglich sollten noch deutlich mehr Länder in die Liste aufgenommen werden. Doch einige Staaten konnten die EU mit Versprechungen und Zusagen besänftigen – und sich so von der Liste stehlen. AP

Quelle: AP

Inselgebiete
Neben Panama werden bekannte Steuerflucht-Inseln wie Barbados, Amerikanisch-Samoa, Grenada, Guam, Palau, St. Lucia, Samoa und die Marshallinseln an den Pranger gestellt. Ursprünglich sollten noch deutlich mehr Länder in die Liste aufgenommen werden. Doch einige Staaten konnten die EU mit Versprechungen und Zusagen besänftigen – und sich so von der Liste stehlen.

MacaoDie chinesische Sonderverwaltungszone Macao hat es dagegen nicht geschafft, die Aufnahme in die Bannliste zu verhindern. Das 50 Kilometer von Hongkong entfernte Gebiet ist vor allem als Glücksspiel-Dorado bekannt, zieht allerdings auch jede Menge Steuerflüchtige an. Die EU hofft, mit der Veröffentlichung ihrer schwarzen Liste so viel Druck auszuüben, dass die Steueroasen ihr Geschäftsmodell überdenken und freiwillig aufgeben. AP

Quelle: AP

Macao

Die chinesische Sonderverwaltungszone Macao hat es dagegen nicht geschafft, die Aufnahme in die Bannliste zu verhindern. Das 50 Kilometer von Hongkong entfernte Gebiet ist vor allem als Glücksspiel-Dorado bekannt, zieht allerdings auch jede Menge Steuerflüchtige an. Die EU hofft, mit der Veröffentlichung ihrer schwarzen Liste so viel Druck auszuüben, dass die Steueroasen ihr Geschäftsmodell überdenken und freiwillig aufgeben.

TunesienOb die bloße Nennung der Länder dazu ausreicht, wird allerdings von einigen Experten bezweifelt. In der Liste tauchen auch bislang eher weniger bekannte Staaten wie Tunesien auf. Bekanntere Steueroasen wie die britischen Jungferninseln oder das ebenfalls britische Montserrat dagegen nicht – auf Druck aus Großbritannien, wie es aus EU-Kreisen hieß. dpa

Quelle: dpa

Tunesien

Ob die bloße Nennung der Länder dazu ausreicht, wird allerdings von einigen Experten bezweifelt. In der Liste tauchen auch bislang eher weniger bekannte Staaten wie Tunesien auf. Bekanntere Steueroasen wie die britischen Jungferninseln oder das ebenfalls britische Montserrat dagegen nicht – auf Druck aus Großbritannien, wie es aus EU-Kreisen hieß.

SüdkoreaAuch die Nennung Südkoreas auf der Liste ist eher eine Überraschung. Das asiatische Land fiel bislang nicht als bekannte Steueroase auf. Nun droht Südkorea neben dem seit Monaten schwelenden Nordkorea-Konflikt neuer Ärger. Sanktionen muss das Land aber nicht befürchten. Mit der Aufnahme in die Liste sind keine Strafmaßnahmen verbunden. Stattdessen setzt die EU zunächst auf die Prangerwirkung und den Imageverlust durch die Listen.

Südkorea

Auch die Nennung Südkoreas auf der Liste ist eher eine Überraschung. Das asiatische Land fiel bislang nicht als bekannte Steueroase auf. Nun droht Südkorea neben dem seit Monaten schwelenden Nordkorea-Konflikt neuer Ärger. Sanktionen muss das Land aber nicht befürchten. Mit der Aufnahme in die Liste sind keine Strafmaßnahmen verbunden. Stattdessen setzt die EU zunächst auf die Prangerwirkung und den Imageverlust durch die Listen.

Vereinigte Arabische EmirateDie Vereinigten Arabischen Emirate sind in Sachen Steuern vor allem dafür bekannt, dass man kaum welche zahlen muss. Zwar soll im kommenden Jahr eine moderate Mehrwertsteuer eingeführt werden – allerdings mit etlichen Ausnahmen. Als Steueroase spielten die Emirate bislang in der öffentlichen Wahrnehmung aber keine allzu große Rolle. Kritiker bemängeln daher, dass die EU-Liste nach undurchsichtigen Kriterien aufgestellt sei. AP

Quelle: AP

Vereinigte Arabische Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate sind in Sachen Steuern vor allem dafür bekannt, dass man kaum welche zahlen muss. Zwar soll im kommenden Jahr eine moderate Mehrwertsteuer eingeführt werden – allerdings mit etlichen Ausnahmen. Als Steueroase spielten die Emirate bislang in der öffentlichen Wahrnehmung aber keine allzu große Rolle. Kritiker bemängeln daher, dass die EU-Liste nach undurchsichtigen Kriterien aufgestellt sei.

Mongolei dpa

Quelle: dpa

Mongolei

Während etwa die Mongolei genannt wird, tauchen Länder wie die Schweiz oder die USA mit ihrer Steueroase in Jersey nicht auf. Die Nichtregierungsorganisation Oxfam kam in einer eigenen Auswertung denn auch zu dem Ergebnis, dass nicht 17 sondern 35 Ländern nach den mutmaßlichen EU-Kriterien auf die Liste gehörten. Darunter EU-Länder selbst wie Irland, Luxemburg, die Niederlande und Malta.

NamibiaStattdessen wird Namibia als Steueroase genannt. Forderungen, auch EU-Länder in die Liste aufzunehmen, wies die Kommission in Brüssel mit Verweis auf gemeinsame Regeln bei Steuerstandards zurück. Außerdem hatten Mitgliedsstaaten mit niedrigen Steuersätzen wie Irland oder die Niederlande mit dem Verweis auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas mit einem Veto gedroht. dpa

Quelle: dpa

Namibia
Stattdessen wird Namibia als Steueroase genannt. Forderungen, auch EU-Länder in die Liste aufzunehmen, wies die Kommission in Brüssel mit Verweis auf gemeinsame Regeln bei Steuerstandards zurück. Außerdem hatten Mitgliedsstaaten mit niedrigen Steuersätzen wie Irland oder die Niederlande mit dem Verweis auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas mit einem Veto gedroht.

BahrainAuch das von König Hamad bin Isa Al Khalifa regierte Bahrain im Persischen Golf steht auf der Liste. Für Beobachter ist die EU-Liste trotz aller Defizite ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nach den Enthüllungen in den Panama Papers im vergangenen Jahr sowie den Paradise Papers über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen hatte die Debatte in der EU an Fahrt gewonnen. AP

Quelle: AP

Bahrain

Auch das von König Hamad bin Isa Al Khalifa regierte Bahrain im Persischen Golf steht auf der Liste. Für Beobachter ist die EU-Liste trotz aller Defizite ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nach den Enthüllungen in den Panama Papers im vergangenen Jahr sowie den Paradise Papers über Firmengeflechte und Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen hatte die Debatte in der EU an Fahrt gewonnen.

Trinidad und TobagoDa es sich bei der schwarzen Liste nicht um ein reguläres EU-Gesetzgebungsverfahren handelt, fand die heutige Diskussion im Kreis der Finanzminister hinter verschlossenen Türen statt. Dort wurde auch Trinidad und Tobago auf die schwarze Liste gesetzt. dpa

Quelle: dpa

Trinidad und Tobago

Da es sich bei der schwarzen Liste nicht um ein reguläres EU-Gesetzgebungsverfahren handelt, fand die heutige Diskussion im Kreis der Finanzminister hinter verschlossenen Türen statt. Dort wurde auch Trinidad und Tobago auf die schwarze Liste gesetzt.

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