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23.08.2017

17:13 Uhr

Reaktionen bei Umstrukturierungen

Was tun, wenn der Jobverlust droht?

Von: Carina Kontio
Quelle:Handelsblatt Online

  Wie reagieren Berufstätige, wenn ihnen wegen Umstrukturierungen plötzlich die Entlassung droht? Verfallen sie in Schockstarre oder werden sie selbst aktiv? Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie Mitarbeiter damit umgehen.

Wenn Umstrukturierungen anstehen, wird es schwierig. Dann ist von Mitarbeitern Aktionismus statt Schockstarre gefragt.

Wenn Umstrukturierungen anstehen, wird es schwierig. Dann ist von Mitarbeitern Aktionismus statt Schockstarre gefragt.

„Thyssen-Krupp schockiert mit drastischem Stellenabbau“, „Soundcloud streicht zahlreiche Jobs“, „NordLB: Jeder fünfte Job soll wegfallen“, „Microsoft will tausende Stellen streichen“: Nur ein paar Schlagzeilen der vergangenen Wochen und Monate. Aber sie machen eins deutlich: In einer Wirtschaft, die konstant im Wandel ist, stehen Veränderungen und Restrukturierungen bei Unternehmen auf der Tagesordnung. Nicht selten droht den Mitarbeitern der Jobverlust – sei es durch Umverteilung innerhalb des Konzerns oder durch Kündigung.

Wie Mitarbeiter auf die Nachricht reagieren würden, dass ihre Stelle aufgrund einer solchen Maßnahme in Gefahr ist, hat der Düsseldorfer Karriere- und Outplacement-Experte von Rundstedt gerade in einer repräsentativen Umfrage ermittelt, bei der 1.018 Personen in Deutschland befragt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die meisten Mitarbeiter nicht so schnell unterkriegen lassen und nicht in Schockstarre verfallen.

So wird der Großteil der Befragten selbst aktiv, um eine konstruktive Lösung zu finden. Fast zwei Drittel der Deutschen (60 Prozent) suchen das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten oder der Personalabteilung, um sich über Alternativen innerhalb des Unternehmens zu informieren, anstatt auf Tauchgang hinterm Schreibtisch zu gehen.

Jobsuche: Das sind die größten Hürden für Bewerber

Die Befragung

Die Karriere- und Outplacementberatung Rundstedt lässt regelmäßig Männer und Frauen zu Jobthemen befragen. In diesem Jahr lautete die Frage: "Bitte stellen Sie sich vor, Sie sind plötzlich in der Situation, einen (neuen) Job finden zu müssen – zum Beispiel, weil Ihnen gekündigt wurde, Sie sich auf eigenen Wunsch neu orientieren möchten oder den Start ins Berufsleben wagen. Nun heißt es, sich mit den Optionen auf dem Arbeitsmarkt sowie dem Bewerbungsprozess auseinanderzusetzen: Wo sehen Sie aktuell für sich die größten Hürden bei der Jobsuche?"

Die Ergebnisse der Online-Erhebung wurden in der Studie "Talents & Trends" veröffentlicht.

Die Befragten

Rundstedt ließ 1030 Menschen aus Deutschland befragen. Die Stichprobe entsprach nach Alter, Geschlecht und Region der repräsentativen Verteilung der deutschen Bevölkerung. Entsprechend variieren auch die genannten Hürden in Abhängigkeit vom Alter. Was den Jungen schwer fällt, ist für die älteren oft leichter - und umgekehrt. Entsprechend handelt es sich bei den Häufigkeiten um Durchschnittswerte über alle Altersgruppen hinweg.

Vitamin B

43 Prozent sehen die größte Hürde darin, dass heute in der Jobsuche viel über Kontakte läuft, sie aber nicht die richtigen Leute kennen und „Netzwerken“ nicht zu ihren Stärken gehört.

Stellenanzeigen

42,5 Prozent empfinden manche Stellenanzeigen als so unklar formuliert, dass sie nicht einschätzen können, was sich tatsächlich dahinter verbirgt.

Anschreiben, Lebenslauf & Co.

41,7 Prozent finden es sehr aufwändig, ihre Unterlagen für verschiedene Stellenangebote immer wieder neu und passend aufzubereiten und den Überblick zu behalten.

Überblick

"Weil immer mehr Stellen online frei zugänglich sind, wird die Suche für viele Menschen komplizierter statt einfacher", sagt CEO Sophia von Rundstedt. Entsprechend gaben 40,5 Prozent an, sich in den vielen Online-Stellenbörsen kaum zurechtzufinden. Überraschend ist, dass die Altersgruppe, die sich am besten auf Online-Stellenbörsen zurecht findet, nicht etwa die 18- bis 29-Jährigen sind, sondern jene Befragten, die rund zehn Jahre älter sind.

Unbekannte Erwartung der Arbeitgeber

38,3 Prozent wissen nicht genau, was potenzielle Arbeitgeber heute in Bezug auf Format, Sprache und Inhalt von Bewerbungen erwarten.

Unbekannte Trends

35,7 Prozent haben sich schon lang nicht mehr mit dem Arbeitsmarkt beschäftigt und wissen nicht, wie die Jobsuche heute abläuft. Besonders ältere Umfrageteilnehmer gaben an, dies als Herausforderung zu betrachten.

Passen Anforderung und Kompetenzen zusammen?

32,8 Prozent sind sich nicht sicher, ob eine Stelle, die sie sehen, wirklich zu ihren Fähigkeiten und Talenten passt. Bei den unter 30-Jährigen sagen das sogar 40 Prozent.

Selbstdarstellung

30,4 Prozent wissen nicht, wie sie sich am besten präsentieren – sei es im Anschreiben oder im Vorstellungsgespräch.

Online, per Mail oder Facebook?

28,9 Prozent sind sich nicht sicher, welcher Kanal für ihre Bewerbung der richtige ist – Unternehmenswebsite, E-Mail oder soziales Netzwerk.

Zukunftsplanung

23,9 Prozent sind sich über ihre Stärken und Interessen nicht im Klaren und wissen nicht, wo es in Zukunft hingehen soll. Das trifft besonders auf die unter-30-Jährigen zu, wie die Studie zeigt. Von ihnen sagen 37 Prozent, dass ihre Zukunftsplanung unklar sei. Bei den 40- bis 49-Jährigen sagen dies nur 24 Prozent.

Gleichzeitig würden 57 Prozent der Befragten direkt die Suche nach einem neuen Arbeitgeber beginnen und ihre Bewerbungsunterlagen auf aktuellen Stand bringen. Ebenfalls knapp 57 Prozent begreifen eine solche Veränderung als Chance, sich neu zu orientieren und zu hinterfragen, ob die Tätigkeit der vorigen Jahre noch die richtige ist. Nahezu jeder Fünfte begrüßt die bevorstehenden Veränderungen sogar, da er schon länger mit dem Gedanken spielt, zu kündigen.

Gut 38 Prozent der Befragten sehen die Nachricht eines eventuellen Jobverlusts als Herausforderung. In Gesprächen mit Betriebsrat und Rechtsschutzversicherung würden sie ausloten, wie sie gegen einen drohenden Jobverlust vorgehen können. 22 Prozent wären hingegen eher skeptisch, ob es überhaupt zum Stellenabbau kommt und würden zunächst abwarten, was passiert. Sollte es doch ernst werden, geht rund ein Drittel (30 Prozent) davon aus, dank eines guten Netzwerks und regelmäßiger Jobangebote schnell wieder etwas Neues zu finden.

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