WirtschaftsWoche

MenüZurück
Wird geladen.

Startups

Seite 3 von 3

Kontaktbörse für Gründer und große Unternehmen

Eine Anwendung zur Analyse von Körperdaten präsentiert auch Soma Analytics. Die deutschen Gründer sind im Rahmen eines Förderprogramms nach London gegangen und haben dort eine App entwickelt, die Stress misst. Dazu werden sowohl das Tippverhalten, die Sprachfrequenz beim Telefonieren und Bewegungen im Schlaf analysiert. Zielgruppe sind Unternehmen, die damit die Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter verbessern können und Stress oder gar Anzeichen für Burnout frühzeitig erkennen und dem vorbeugen können.

Daten zu Bewegungen und Verbrauch erhebt auch Augmentation Industries aus Köln, jedoch nicht bei Menschen sondern Autos. Dazu hat Gründer Alexander Marten eine kleine Box von der Größe einer Zigarettenschachtel entwickelt. Der Adapter kann in die OBD-Schnittstelle gesteckt werden, über den  jedes ab 2000 in der EU gebaute Auto verfügt. Ausgelesen werden damit Motordaten, Geschwindigkeiten oder Benzinverbrauch. Schon jetzt bietet das Unternehmen mit Mad ein digitales Fahrtenbuch, dass auch für Kleinunternehmen zum Flottenmanagement genutzt werden kann. „Auch eine Versicherung arbeitet mit uns zusammen“, sagt Firmenchef Alexander Marten. Sie will einen Tarif entwickeln, der ökologisches Fahrverhalten belohnt.

Gründer: Bei Berlins Startups ist die Party vorbei

Gründer

Bei Berlins Startups ist die Party vorbei

Rückzüge, Notverkäufe, Pleiten: Nach Jahren des Booms macht sich Realismus in Deutschlands Internet-Hochburg an der Spree breit. Ohne zusätzliches Risikokapital bleibt der Abstand zum Silicon Valley exorbitant.

Und noch ganz andere Einsatzmöglichkeiten sind vorstellbar: So erkundigte sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei seinem Rundgang an dem Tisch, ob die Technik auch zur Berechnung eines alternativen, nutzungsbasiertes Pkw-Mautsystems geeignet wäre.

Das Bundeswirtschaftsministerium prämierte ebenfalls die Ideen von Startups. Einen der vier Hauptpreise des Gründerwettbewerbs „IKT Innovativ“ erhielt Sablono. Die Berliner entwickeln eine Software für Bauunternehmen, die Konstruktionspläne mit der Terminplanung verknüpft. Bislang wird dabei viel in Handarbeit gemacht. „Der Terminplan wird einmal am Anfang ausgedruckt und an die Wand gehängt“, sagt Geschäftsführer Felix Enge. Der aktuelle Stand wird dann oft Excel-Listen eingetragen. Sablono entwickelt dagegen ein Programm, bei dem auf einem Tablet jeder Arbeitsschritt per Fingerdruck abgehakt werden kann. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Fovea aus Göttingen für eine App, mit der Förster auf Knopfdruck das Volumen von Holzstapeln berechnen können.

Während die Cebit vor zwei Jahren für viele Startups noch Neuland war, etabliert sich die Messe langsam immer mehr zur Kontaktbörse zwischen jungen Gründern und großen Unternehmen. Beide zusammen zu bringen ist auch das erklärte Ziel der Politik. „Ich habe hier von zehn Jahren das erste Mal geredet“, sagte Wirtschaftsminister Gabriel. „Damals hieß es man solle die Industrie den Chinesen überlassen und sich auf Informationstechnik konzentrieren.“ Doch es gehe nicht um alte oder neue, sondern um eine integrierte Ökonomie.

Dahin zu kommen ist noch ein weiter Weg, so klagten viele Startups, dass sie bei großen US-Konzernen leichter Termine und Kooperationen bekommen, als bei den großen deutschen Firmen.

Doch es gibt auch positive Beispiele: Der Code_n-Sieger im ersten Jahr hieß myTaxi und arbeitet inzwischen eng mit Daimler und der Telekom zusammen. Ein Teilnehmer in diesem Jahr, Streetspotr, hatte vor zwei Jahren erstmals auf der Cebit seine App vorgestellt, mit der Nutzer unterwegs per Smartphone Aufträge erledigen können und dafür kleine Geldbeträge erhalten. „Inzwischen haben wir 230.000 Nutzer und Kunden wie Red Bull, Microsoft oder Sony“, sagt Geschäftsführerin Dorothea Utzt. So können Unternehmen beispielsweise vor Ort lokale Informationen sammeln. Red Bull nutzte den Dienst beispielsweise, um prüfen zu lassen wo die Getränkedosen in kleinen, unabhängigen Läden schon verkauft werden und wo nicht. Innerhalb von 24 Stunden trugen die Streetspotr-Nutzer 600 Läden zusammen.  

Direkt vom Startbildschirm zu Wiwo.de

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×