WirtschaftsWoche

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19.05.2017

07:00 Uhr

BSI-Chef Schönbohm

"Mindesthaltbarkeitsdatum für Hard- und Software"

Von: Thomas Kuhn

exklusiv  Der Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, fordert schärfere Haftungsregeln für für Computer, Handys und Apps.

Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm. dpa

Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm.

„Für Hard- und Software muss es so etwas wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum geben, einen Zeitraum, in dem der Hersteller einwandfreien Zustand garantiert und bei Mängeln haftet“, sagte Deutschlands oberster Cyber-Schützer in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. Das System solle ähnlich wie bei Lebensmitteln funktionieren und gegen Angriffe wie die jüngsten WannaCry-Erpressersoftware besser schützen.

„Zum einen erhöht so ein Mindesthaltbarkeitsdatum den Druck auf die Hersteller,  bessere, also sicherere Produkte zu entwickeln. Und es macht den Käufern von Anfang an klar, dass die Technik, die sie anschaffen, ein Verfallsdatum hat, nach dem sie selbst für Sicherheit sorgen müssen“, sagte Schönbohm. Voraussetzung dafür sei, dass sich der nächste Bundestag „konkret mit einer Haftung von IT-Produzenten, wenn deren Produkte aufgrund von Mängeln – etwa bei der Sicherheit – bei den Kunden Schäden verursachen, beschäftigt“, so der BSI-Chef weiter.

Zudem kritisierte Schönbohm den US-IT-Konzern Microsoft scharf. „Microsoft hat nach Enthüllung der Schwachstelle durch Internet-Aktivisten ein Update bereitgestellt. Aber mit der Kritik seines Chefjustiziars an den US-Sicherheitsbehörden, die Schwachstelle nicht früher gemeldet zu haben, macht es sich Microsoft zu einfach“, sagte Schönbohm. Dies lenke vom eigentlichen Problem ab, dass Microsoft „erst einmal über Jahre Produkte mit Schwachstellen verkauft hat. Das ist ein Versagen des Qualitätsmanagements beim Hersteller und würde in der realen Welt auch niemand achselzuckend akzeptieren“.

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