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20.04.2017

06:43 Uhr

Entwicklerkonferenz F8

Facebook will Menschen direkt mit dem Gehirn tippen lassen

Von: dpa

  Facebook will die Tastatur überflüssig machen. Sensible Sensoren sollen Worte direkt vom Gehirn auf den Computer übertragen. Auch andere Unternehmen erforschen, wie das Gehirn mit Computern vernetzt werden kann.

Facebook-Managerin Regina Dugan auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 REUTERS

Facebook-Managerin Regina Dugan auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8

Es klingt wie Science-Fiction, aber Facebook arbeitet daran: Das weltgrößte Online-Netzwerk will Menschen direkt aus dem Gehirn Worte in Computer schreiben lassen. Es gehe zum Beispiel um die Möglichkeit, einem Freund eine Textnachricht zu schicken, ohne das Smartphone herauszuholen, sagte Facebook-Managerin Regina Dugan auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San Jose. Das aktuelle Ziel sei, auf 100 Worte pro Minute zu kommen. Dugan war vor Facebook bei Googles Zukunftslabor und der Forschungsagentur DARPA des US-Verteidigungsministeriums.

Dugan verwies auf aktuelle Forschungen an der Stanford-Universität, in denen eine gelähmte Frau dank Elektroden im Gehirn, „so groß wie eine Bohne“, acht Worte pro Minute in den Computer schreiben könne. Für eine Ausbreitung der Technologie seien Implantate aber nicht geeignet, es müsse sehr empfindliche Sensoren auf der Oberfläche des Kopfs geben. „Solche Technologie existiert heute nicht. Wir werden sie erfinden müssen“, sagte Dugan. Bei Facebook arbeite ein Team aus 60 Forschern an der Vision.

Ein Nebeneffekt der Technologie könne auch sein, dass sich Menschen in anderen Sprachen ausdrücken könnten, ohne sie zu lernen, sagte Dugan. So könnte zum Beispiel der Gedanke an eine Tasse direkt mit dem entsprechenden Fremdwort in Spanisch oder Chinesisch umgesetzt werden. Es gehe zugleich auf keinen Fall darum, wahllos Gedanken von Menschen zu lesen, betonte Dugan.

Facebook-Entwicklerkonferenz: Das ist die F8

Die Entwicklerkonferenz

Führende Unternehmen im Silicon Valley wie Apple, Google und Facebook sind auf die Kooperation mit externen Software-Entwicklern angewiesen. Um dieses „Ökosystem“ zu pflegen, laden die Konzerne jährlich zu ihren Entwicklerkonferenzen ein. Den Auftakt macht Facebook jetzt mit der F8, im Mai folgt die Google I/O und im Juni findet die WWDC von Apple statt.

Von wem und für wen?

Die zweitägige Konferenz F8 richtet sich allerdings nicht nur an Entwickler im engeren Sinne, sondern ist auch für Geschäftspartner von Facebook interessant. Sie können von Konzern-Chef Mark Zuckerberg persönlich erfahren, welche Richtung Facebook in den kommenden Monaten einschlagen wird. Die externen Programmierer haben aber auch die Möglichkeit, von Entwicklern bei Facebook Details zu den technischen Schnittstellen des weltgrößten sozialen Netzwerks zu erfahren, aber auch von den anderen Facebook-Diensten Instagram, Messenger und WhatsApp sowie zu der VR-Brille Oculus.

Ticket-Preise und Livestream

Die F8 findet im McEnery Convention Center in San José statt. Das Ticket für die Besucher kostet 595 Dollar. Da sich jedes Jahr deutlich mehr Interessenten melden, als Plätze verfügbar sind, werden die Ticket-Zusagen verlost. Das Event wird auch im Internet übertragen. Unter https://www.fbf8.com/watch-confirm bietet Facebook einen Live-Stream an.

Nicht nur Facebook macht sich gerade Gedanken über eine solche Technologie. Auch Tech-Milliardär Elon Musk erforscht in einer neuen Firma, wie das menschliche Gehirn direkt mit Computern vernetzt werden könne. Der 45-Jährige sei an dem Unternehmen Neuralink beteiligt, das entsprechende Elektroden entwickeln will, berichtete das „Wall Street Journal“ Ende März.

Musk, Chef des Elektroautobauers Tesla und der Weltraumfirma SpaceX, hatte bereits bei einem Konferenz-Auftritt im vergangenen Jahr gesagt, dass er künstliches Nervengewebe zum Verbinden mit Computern für eine wichtige Zukunftstechnologie halte. Das könne Menschen helfen, mit der künftigen künstlichen Intelligenz mitzuhalten, vor deren möglichen Übermacht Musk mehrfach warnte.

Entwicklerkonferenz F8: Mark Zuckerberg entdeckt die Kamera

Entwicklerkonferenz F8

Facebooks Künstliche Intelligenz kommt nicht in Schwung

Mark Zuckerberg ruft das nächste große Ziel aus: Die Handy-Kamera soll zur ersten Plattform für "erweiterte Realität" werden. Kann das wirklich der Weg sein? Andere Baustellen werden unterdessen immer größer.

Musk sprach damals von einem „direkten Interface zur Hirnrinde“, insgesamt blieb er aber vage, und deshalb war unklar, ob es ein konkretes Projekt oder eine Technik-Fantasie ist.

Facebook verstärkt auch auf dem aktuelleren technischen Niveau den Fokus auf virtuelle Realität mit zwei neuen Modellen von 360-Grad-Kameras. Mit 6 und 24 Objektiven sollen sie eine deutlich realistischere Darstellung von Umgebungen liefern, sagte Technik-Chef Mike Schroepfer. Mit den zusätzlichen visuellen Informationen werde zum Beispiel auch besser möglich sein, sich in einer 3D-Umgebung zu bewegen.

Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg glaubt an die Zukunft mit virtueller Realität und kaufte vor drei Jahren die Firma Oculus, einen Pionier bei Spezialbrillen, mit denen man an künstliche Umgebungen eintauchen kann. Mit der ersten Oculus-Brille blieb die Technologie bisher aber in der Nische.

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