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04.07.2017

12:05 Uhr

Smartphone

Minderjährige tappen besonders häufig in Abofallen

Von: jre

  Ein Tippen, ein Wischen - schon ist es passiert. In vielen Smartphone-Spielen lauern teure Zusatz-Abos. Eine Erhebung von Verbraucherschützern zeigt: Besonders Minderjährige schließen häufig ungewollte Abos ab.

Ein Junge spielt auf seinem Smartphone dpa

Ein Junge spielt auf seinem Smartphone

Ob Zusatz-Level, Ausrüstungsgegenstände für den Spielehelden oder besondere Gestaltungsmöglichkeiten: Viele Gratis-Apps fürs Smartphone locken mit Zusatzangeboten. Für den vollen Spielspaß müssen die Apps nicht selten teuer aufgewertet werden. Dabei sind Kosten und Konsequenzen häufig nicht klar ersichtlich, monieren Verbraucherschützer. Die Folge: Vor allem minderjährige Nutzer tappen ungewollt in teure Abofallen.

Für die repräsentative Erhebung ließen die Marktwächter der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bundesweit 1051 Internetnutzer zwischen 14 und 65 Jahren befragen. 72 Prozent gaben an, auf Smartphone oder Tablet Spiele-Apps zu nutzen. Deutlich mehr waren es in der jüngeren Altersgruppe: 91 Prozent der 14- bis 25-Jährigen spielen auf Handy oder Tablet. In der Altersgruppe der 56- bis 65-Jährigen war es dagegen nur etwa die Hälfte.

Vor allem kostenfreie Spiele-Apps sind beliebt. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ausschließlich Gratis-Games zu zocken. Immerhin 41 Prozent sagten, dass sie bereits einmal Geld für eine Spiele-App oder für Zusatzinhalte ausgegeben haben. Ungewollt passierte das über alle Altersgruppen hinweg lediglich fünf Prozent der Nutzer.

Smartphone: Spiele-App-Nutzer sorgen sich um ihre Daten

Zur Umfrage

Die Verbraucherbefragung zu Spiele-Apps fand im Rahmen des Projekts Marktwächter Digitale Welt statt, welches durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert wird.

Methodik:
Repräsentative Online-Befragung, durchgeführt von forsa im Juni 2017. n=1.051 Internetnutzer, Stichprobenbeschreibung: internet-repräsentative Bevölkerung zwischen 14 und 65 Jahren. Fehlertoleranz der Gesamtstichprobe: max. +/-3 Prozentpunkte.

72 Prozent

...der Internetnutzer¹ nutzen Spiele-Apps.

¹ die ein Smartphone und/oder einen Tablet-Computer besitzen; Basis: 999.

Quelle: Verbraucherzentrale

77 Prozent

...der Spiele-App-Nutzer² machen sich Sorgen darüber, dass ihre persönlichen Daten an Dritte weitergegeben werden könnten.³

² Basis: 712

³ Vierstufige Skala: Ich mache mir „große Sorgen“/„etwas Sorgen“/ „eher keine Sorgen“/„überhaupt keine Sorgen“; Zusammenfassung der Antworten „Ich mache mir große Sorgen“ und „Ich mache mir etwas Sorgen“

53 Prozent

... der Spiele-App-Nutzer² hatten schon mindestens einmal ein Problem bei der Nutzung einer Spiele-App (z.B. häufige Unterbrechungen, Probleme nach Updates).

² Basis: 712

12 Prozent

... der minderjährigen Spiele-App-Nutzer⁴ haben bereits einmal ungewollt ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen (Abofalle).

zwischen 14 und 17 Jahren; Basis: 95

Heruntergebrochen auf die Altersstruktur zeigt sich jedoch, dass vor allem die minderjährigen Nutzer zwischen 14 und 17 Jahren in der Stichprobe schon mal in eine kostenpflichtige Abofalle getappt sind. Mit zwölf Prozent waren es mehr als doppelt so viele wie im Durchschnitt. "Unsere Erhebung zeigt: Die Nutzung von Spiele-Apps funktioniert häufig nicht reibungslos", sagt Sebastian Schmidt, Teamleiter Marktwächter Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Ein großes Thema für Verbraucher ist außerdem der Datenschutz. In der Umfrage gaben 72 Prozent der Nutzer von Spiele-Apps an, dass sie sich Sorgen über die Erfassung, Nutzung und Weitergabe ihrer persönlichen Daten machen. "Datenschutz ist für Verbraucher auch bei Spiele-Apps ein großes Thema", so Schmidt. "Was mit ihren Daten geschieht, bleibt für Verbraucher oft ungewiss." Die Umfrage zeigte auch, dass ältere Nutzer hier deutlich skeptischer sind. So machten sich in der Gruppe der 56- bis 65-Jährigen 90 Prozent der Befragten Sorgen um Datenschutz-Aspekte - bei den 14- bis 25-Jährigen waren es rund zwei Drittel.

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