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09.03.2017

15:29 Uhr

Stiftung Warentest

Welche Antivirenprogramme Ihren Computer wirklich schützen

Von: Niklas Dummer

  Antivirenprogramme sollen Computer vor Schädlingen aus dem Netz bewahren, doch nicht alle schaffen das. Die Stiftung Warentest hat 18 Programme untersucht und zeigt: Manche Gratissoftware arbeitet sehr effektiv.

Ein Mann an einer Tastatur dpa

Ein Mann an einer Tastatur

Für Kriminelle sind digitale Angriffe ein einträgliches Geschäft. Dank bestimmter Softwarepaketen brauchen sie dafür nicht einmal herausragende IT-Kenntnisse. Egal ob sie Identitäts- und Nutzerkontendiebstähle begehen, Erpressungsversuche mittels Ransomware starten oder den heimischen PC unbemerkt zum Teil eines Botnetzwerks machen – es gibt viele Möglichkeiten.

Programme, die Internetkriminelle verwenden, nutzen Sicherheitslücken im Betriebssystem oder in den laufenden Programmen aus, etwa im Internetbrowser. Schon über einen infizierten Werbebanner kann schädliche Software auf den Rechner gelangen. Schützen kann der Nutzer sich zum einen, indem er seine Software stets auf dem aktuellsten Stand hält. Denn ständig werden neue Sicherheitslücken bekannt – Hersteller schließen diese mit „Patches“ –, darum ist es wichtig, die Software zu aktualisieren. Nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf dem Smartphone, dem Tablet, dem Fernseher und allen anderen Geräten, die mit dem Internet verbunden sind.

Zum andern sollen Antivirenprogramme die Benutzer schützen. Die Stiftung Warentest hat 18 Antivirenprogramme für Windows 10 untersucht, 13 kostenpflichtige und 4 kostenfreie Programme sowie den Windows Defender, den Virenschutz, der auf Windows 10 bereits vorinstalliert ist. Den vollständigen Test finden Sie auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Zu diesen Antivirenprogrammen rät die Stiftung Warentest

Rang 6

AVG Antivirus Free
Das kostenlose Programm bewerten die Warentester mit der Note Gut (2,4). In puncto Schutz und Rechnerbelastung schneidet es jeweils gut ab.

Rang 5

AVG Antivirus
Minimal besser als die kostenlose schneidet die kostenpflichtige Variante von AVG ab, das Programm Internet Secruity. Kostenpunkt: 55 Euro als Download und 29 Euro im Handel. Das Programm schneidet gut (2,3) ab.

Rang 4

G Data Internet Secruity
G Data Internet Secruity erhält die Note Gut (2,2). Für 40 Euro zum Herunterladen bzw. 34 im Handel erhält der Nutzer einen guten Schutz, der einfach zu handhaben ist – einziges Manko: Die Rechnerbelastung ist höher als bei anderen Programmen.

Rang 3

Eset Internet Secruity
Ebenfalls mit der Note Gut (2,2) bewerten die Warentester Eset Internet Secruity. Kostenpunkt: 35 Euro zum Herunterladen bzw. 30 Euro im Handel. Sowohl in Sachen Schutz, Handhabung und Rechnerbelastung schneidet das Programm gut ab.

Rang 2

Kaspersky Internet Secruity
Kaspersky Internet Secruity kostet den Nutzer 40 Euro zum Herunterladen bzw. 36 Euro im Handel. Das Programm bewerten die Warentester als gut (2,1). Es schneidet ebenfalls in allen Belangen mit der Note Gut ab.

Rang 1

Norton Secruity Standard
Norton Secruity Standard ist Testsieger. für den Kaufpreis von 50 Euro zum Herunterladen bzw. 23 Euro im Handel erhält der Kunde ein Programm, das gut (1,9) abschneidet.

Die 18 untersuchten Programme wurden dafür mit 14.000 Schädlingen attackiert, darunter Viren, Würmer und Trojaner. Zudem mussten sie 37 Erpressungsprogramme, bekannt als Ransomware, abwehren.

Das größte Gewicht entfiel bei der Untersuchung auf die Qualität des Schutzes (65 Prozent), gefolgt von der Handhabung (25 Prozent) und der Rechnerbelastung (10 Prozent).

Das Ergebnis: Zwei Drittel der untersuchten Programme schneiden gut ab - darunter auch die Gratisprogramme AVG und Avira. Der Rest erhält die Note „Befriedigend“. Gut ist: Im Vergleich zu früheren Tests werden die Programme immer ausgereifter, außerdem verlangsamen sie den Rechner nicht mehr so stark, wie das einstmals der Fall war.

Von diesen Antivirenprogrammen rät die Stiftung Warentest ab (03.2017)

Rang 14

Avast Free Antivirus
Avast Free Antivirus ist kostenlos und bietet befriedigenden Schutz (2,8). Es belastet den Rechner nicht allzu sehr, dafür ist der Schutz auch lediglich befriedigend.

Rang 15

Panda Security Antivirus Pro
Panda Security Antivirus Pro kann für 35 Euro heruntergeladen werden und schneidet ebenfalls befriedigend (2,8) ab.

Rang 16

Sophos Home
Die Warentester bewerten das kostenlose Programm Sophos Home mit der Note befriedigend (2,9). Vor allem die nur mit ausreichend bewertete Handhabung ist zu bemängeln.

Rang 17

McAfee Antivirus Plus
McAfee Antivirus Plus kostet stolze 60 Euro – und bietet dafür nur einen befriedigenden (3,0) Schutz.

Rang 18

Microsoft Defender
Der Microsoft Defender ist für Nutzer von Windows 10 automatisch vorinstalliert. Auch er schneidet nur befriedigend (3,0) ab.

Fest steht aber auch: Keines der Programme stoppt alle Schädlinge. Der Testsieger, das Antivirenprogramm von Norton, Kostenpunkt 23 Euro, hat bis auf ein Erpressungsprogramm alle erkannt und gestoppt – auch die Mehrzahl der 14.000 Viren, Würmer und Trojaner.

Das kostenlose Antivirenprogramm von AVG kann mit Norton allerdings durchaus mithalten. Nur 66 Viren, Würmer und Trojaner (von immerhin 14.000) hat es weniger erkannt als die kostenpflichtige Software, die Erpressungsprogramme konnten sogar allesamt abgewehrt werden. Beim Phishing-Schutz hinkt AVG jedoch hinterher. Norton erkannte 435 von 500 Phishing-Links, AVG nur 160.

Die Warentester betonen zudem, dass der bei Windows 10 vorinstallierte Microsoft Defender als Schutz alleine unzureichend ist. „Jedes der geprüften Programme schützt den PC besser als Microsofts Defender“, heißt es im Test. Sie bemängeln unter anderem, dass er den Rechner nicht gründlich scannt.

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