WirtschaftsWoche

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12.03.2017

14:00 Uhr

Elon Musk

Der Wettlauf von SpaceX mit der Nasa ist gefährlich

Von: Andreas Menn

  Das neue Duell im All lautet Elon Musk gegen die Nasa. Beide wollen vor 2020 zum Mond. Der Gewinner steht schon fest: Donald Trump.

SpaceX im Duell mit der NASA imago

Elon Musk auf einem Egotrip in den Weltraum.

Es ist Heiligabend 1968, als sich vor William Anders an Bord der Raumfähre Apollo 8 ein atemberaubendes Panaroma aufbaut: Unter ihm erstreckt sich majestätisch die graue Kraterlandschaft des Mondes. Und am Horizont taucht sie plötzlich auf: die blaue Kugel, Planet Erde. „Oh mein Gott“, ruft Anders seinen Kollegen zu, „schaut euch das Bild da drüben an!“ Dann greift er zur Kamera und schießt das Foto vom Erdaufgang, das nach seiner Heimkehr berühmt werden wird.

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"Elon Musk. Die Biografie des Gründers von Tesla, PayPal, SpaceX und wie er unsere Zukunft neu erfindet"

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Ashlee Vance, geboren 1977 in Südafrika, ist ein amerikanischer Wirtschaftsjournalist. Unter anderem schrieb er für die New York Times, den Economist, die Chicago Tribune, CNN.com und die International Herald Tribune. Bei der Bloomberg BusinessWeek ist er einer der bekanntesten Journalisten und hat unzählige Titelgeschichten über Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Steve Ballmer geschrieben.

Fast 50 Jahre ist das her, und seitdem ist es lange Zeit still geworden um den Mond. Bis vergangenen Montag. Da kündigte Raumfahrtunternehmer Elon Musk via Blogeintrag eine erstaunliche Mission an: Schon nächstes Jahr wolle sein Unternehmen SpaceX zwei Weltraumtouristen zu einem Trip um den Mond schicken. Die beiden anonymen Multimillionäre hätten schon eine Anzahlung geleistet, Ende des Jahres sollen sie mit dem Training beginnen.

Musks Mondoffensive ist nicht die einzige Überraschung der vergangenen Tage. Erst Mitte Februar hatte Robert Lightfoot, Übergangsmanager der Nasa, seinen Mitarbeitern in einem Brief einen Plan verraten: Im Auftrag des neuen US-Präsidenten Donald Trump untersucht die Nasa, ob auch sie schon 2019 Astronauten auf eine Mondreise schicken kann. Eine solche Mission war frühestens für 2021 geplant – nach einem unbemannten Testflug.

Die wichtigsten Startups von Elon Musk

1995 Zip2

Internet-Medienunternehmen, 1999 von Alta Vista für 307 Millionen Dollar übernommen, Musk erhält 22 Millionen Dollar

1999 X.com

Musk startet den Online-Bezahldienst, aus dem später PayPal wird. 2002 kauft Ebay die Firma für 1,5 Milliarden Dollar. Musk kassiert 165 Millionen Dollar

2002 SpaceX

Ein Kindheitstraum wird wahr: Musk gründet sein Raumfahrtunternehmen

2004 Tesla Motors

Musk beteiligt sich am Elektroautohersteller, wird später Mitgründer neben Martin Eberhard, Marc Tarpenning, Ian Wright und Jeffrey Brian Straubel

2006 Solarcity

Lyndon und Peter Rive verleasen und installieren mit ihrem Start-up Fotovoltaikanlagen; Musk kofinanziert die Firma seiner beiden Cousins

Nun könnte schon der erste Flug Menschen an Bord haben. Mit einem Mal gibt es also wieder ein Wettrennen zum Mond, fast wie im Kalten Krieg. Nur dass sich diesmal nicht zwei Supermächte gegenüberstehen, sondern die Regierung mit dem größten Weltraumprogramm der Welt und der Weltraumunternehmer mit dem größten Ego. Kurioser wird das Duell noch dadurch, dass Musk im Wirtschaftsrat des neuen Präsidenten sitzt. Und nun fragen sich Beobachter, was da los ist mit Trump und Musk und dem Mond.

Mission to Mars

Ein Flug durch das Sonnensystem

Mission to Mars: Ein Flug durch das Sonnensystem

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Ein Flug dahin ist schließlich nichts, was man üblicherweise mal eben in eineinhalb Jahren vorbereitet. Es ist die weiteste Reise, die Menschen je unternommen haben. Man stelle sich vor, die Erde wäre so groß wie ein Basketball. Der Mond hätte dann das Format eines Tennisballs und wäre mehr als sieben Meter weit entfernt.

Um diese kleine Kugel zu erreichen, muss ein Raumschiff extrem genau navigieren. Ein Grad falsch ausgerichtet, und schon verfehlt das Raumschiff sein Ziel um knapp 7000 Kilometer – und die Besatzung treibt in die ewige Nacht.

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