WirtschaftsWoche

MenüZurück
Wird geladen.

18.03.2017

11:26 Uhr

Raumfahrt

Deutsche Gründer planen Handynetz auf dem Mond

Von: Andreas Menn

  Das deutsche Startup PT Scientists will zusammen mit Vodafone die erste LTE-Station auf dem Mond bauen. Rover sollen Livebilder zu Erde senden - künftig können Astronauten dort mit der Technik telefonieren.

Handynetz auf dem Mond? Das deutsche Startup PT Scientists will es zusammen mit Vodafone möglich machen.

Handynetz auf dem Mond? Das deutsche Startup PT Scientists will es zusammen mit Vodafone möglich machen.

Es gibt immer noch Orte, an denen es kein Handynetz gibt - und einen ganz besonderen wollen deutsche Raumfahrtpioniere jetzt mit Datenfunk versorgen: Den Mond. Auf der Technikmesse Cebit in Hannover stellte das Berliner Startup PT Scientists dazu seinen neuen Technologiepartner vor: Den Mobilfunkkonzern Vodafone. „Wir wollen die erste LTE-Basisstation auf dem Mond errichten“, sagt Karsten Becker, Elektronikchef bei PT Scientists.

Was exotisch klingt, hat einen klaren Zweck: Mitte bis Ende 2018 will PT Scientists eine Sonde auf dem Mond landen - als eines der ersten privaten Unternehmen überhaupt. Dann sollen sich zwei Rover auf den Weg machen, um die Umgebung zu erkunden. Ihre Video- und Sensordaten sollen die Rover nun per LTE-Funk zum Lander übertragen. Von dort schickt eine Antenne die Bits und Bytes weiter zu einer Bodenstation auf der Erde.

„Mit dem LTE-Funk sparen unsere Rover viel Strom gegenüber anderen Funkverbindungen“, sagt Elektronikchef Becker. Dadurch haben die solarbetriebenen Roboter mehr Energie für Experimente an Bord und für die Fortbewegung auf dem Mond übrig. Außerdem müssen die Entwickler keine Antenne mehr bauen, die sich immer in Richtung Mondlander ausrichtet. Dank schnellem LTE-Funk werden Becker und seine Kollegen in ihrem Kontrollzentrum in Berlin die Kamerabilder der Rover live und in HD verfolgen können.

Langfristig wollen PT Scientists und Vodafone zu einem Datendienstleister auf dem Mond werden. „Wir wollen Infrastruktur auf dem Mond aufbauen“, sagt Becker. Die Idee: Immer, wenn eine Mondmission geplant ist, schicken die Berliner zuerst einen LTE-Mast an die Landestelle. So ist die Kommunikation mit Rovern und Landern gesichert, und die Rover können kleiner und kompakter gebaut werden, weil sie keine großen Antennen mehr brauchen. Astronauten einer künftigen Mondbasis könnten telefonieren und ihre Vitaldaten per Handynetz übertragen. Die Europäische Weltraumorganisation Esa sei schon interessiert, sagt Becker.

Ziel der ersten Mission von PT Scientists ist aber zunächst einmal, die Landestelle der Apollo-17-Mission zu erreichen, an der noch Rover und Geräte der Astronauten stehen. Diese Landestelle ist drei bis vier Kilometer von der geplanten Landestelle entfernt - so weit muss der LTE-Funk reichen. Becker ist überzeugt, dass das klappt: „Da stehen ja keine Bäume.“ Auch die Rover sind darauf ausgelegt, auf ihren sechs Reifen so weit zu kommen. Zehneinhalb Tage sollen sie das fremde Terrain erkunden, bis die Nacht einbricht.

Direkt vom Startbildschirm zu Wiwo.de

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm hinzu“

×