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13.03.2017

13:00 Uhr

Überschallflugzeuge

Rückkehr der Königin der Lüfte

Von: Jens Koenen
Quelle:Handelsblatt Online

  Ein Start-up aus Denver arbeitet an einer Neuauflage der legendären Überschallmaschine Concorde. Die Firma ist nicht allein. Auch die Nasa arbeitet an Überschallflugzeugen, die ohne den lästigen Knall auskommen.

Blake Scholl ist Optimist durch und durch. Ab 2020 will er Fluggäste wieder mit Überschallgeschwindigkeit transportieren. „Wir werden zunächst mit Privatjets für etwa 45 Personen beginnen, doch dann wird sehr schnell die Diskussion beginnen, ob es nicht effizienter ist, auch mehr Passagiere zu befördern“, sagte Scholl auf der Musik- und Internetkonferenz „South by Southwest“ in Austin im US-Bundesstaat Texas.

Aus technologischer Sicht ist diese Ankündigung keine Überraschung, gab es mit der 2003 außer Dienst gestellten Concorde doch schon mal einen Überschalljet für die kommerzielle Luftfahrt. Die eigentliche Herausforderung ist die Politik. Seit mehr als vier Jahrzehnten sind Flüge von zivilen Überschalljets in den USA verboten – wegen der Lärmbelästigung.

Scholl, selbst Pilot und Gründer der mittlerweile an Groupon verkauften Mobiltechnologiefirma Kima Labs, hält das von seinem Plan nicht ab. Der Gründer und Chef von Boom Technology in Denver glaubt, dass die Regulierer angesichts der Effizienzvorteile der ultraschnellen Flüge ihre früheren Vorgaben lockern werden. Die seien sowieso völlig veraltet.

Die Geschichte der Concorde

2. März 1969

In Toulouse hebt der erste Concorde-Prototyp zum Erstflug ab.

1. Oktober 1969

Die Concorde durchbricht erstmals die Schallgrenze (Mach 1). Am 4. November 1970 erreicht die Maschine Mach 2 und hält die Geschwindigkeit mehr als 50 Minuten

21. Januar 1976

Erstmals brechen zwei Concorde-Maschinen zu regulären Passagierflügen auf.

25. Juli 2000

Kurz nach dem Start vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle stürzt der Air-France-Flug 4590 ab. Alle 109 Menschen an Bord sterben, genauso wie vier Personen am Boden. Schuld am Concorde-Unglück waren Flugzeugteile auf der Startbahn.

August 2000

Nach dem Absturz erlauben die französischen und britischen Luftfahrtbehörden keine weiteren Flüge der Concorde. Erst im November 2001 starten Maschinen des Typs wieder zu kommerziellen Flügen.

26. November 2003

Trotz Wiederaufnahme der Flüge ist die Ära der Concorde vorbei. Im Oktober 2003 hob eine Maschine zum letzten kommerziellen Flug für Britisch Airways ab. Am 26. November startete die Concorde zu ihrem letzten Flug. Landeplatz: Das Luftfahrt-Museum im englischen Filton.

Mit dieser Meinung steht Scholl nicht alleine da. Eli Dourado vom Mercatus Center der George Mason Universität, ein Spezialist für Drohnen, Überschallflugzeuge und fliegende Autos, plädiert vehement dafür, die Vorgaben zu lockern. „Es ist doch enttäuschend, dass Überschallflugzeuge heute kaum schneller fliegen als die Concorde der 60er-Jahre“, sagt er.

Der Grund in seinen Augen: Wegen des Banns dieser Flugzeuge gebe es kaum Unternehmer, die sich mit der Weiterentwicklung der Technologie beschäftigten. „Wir müssen diese Stagnation in der Geschwindigkeit beenden. Denn Geschwindigkeit verändert die Welt.“

Scholl ist nicht der einzige, der die Überschalljets wiederbeleben will. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet seit längerem an einer Neuauflage der Concorde. Das Ziel: Durch ein spezielles Design soll der mit dem Durchbrechen der Schallmauer verbundene Knall in seiner Lautstärke deutlich reduziert werden.

Die Concorde wird 46: Meine Reise mit einer Legende

Die Concorde wird 46

Meine Reise mit einer Legende

Am 2. März 1969 hob die Concorde zum Erstflug ab. Obwohl sie seit Jahren am Boden steht, haben viele Passagiere den Flug mit der Königin der Lüfte noch in bester Erinnerung. Eine Zeitreise.

Wegen dieses Lärms war es der Concorde seinerzeit verboten gewesen, ihre maximale Geschwindigkeit über Land zu erreichen. Nur über dem Ozean war das erlaubt.

Das Überschallgeräusch tritt auf, wenn das Flugzeug schneller fliegt als der Schall in seiner Umgebung. Der dabei entstehende Verdichtungsstoß äußert sich in Form eines Knalls. Die Schallgeschwindigkeit ist dabei von vielen Faktoren abhängig, etwa von der Temperatur und der Luftdichte. In etwa elf Kilometern Höhe – eine typische Flughöhe – liegt sie bei rund 1060 Stundenkilometern.

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