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Riesiger LED-Bildschirm

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Wann die Technik nach Europa kommt

Dabei ist die Idee, die Leinwand selbst leuchten zu lassen, im Grunde gar nicht neu. Schließlich funktionieren die Videowände bei Konzerten oder viele Werbewände seit Jahren nicht anders. Was aber die Installation im Lotte-Kino von den bereits genutzten Riesendisplays unterscheidet ist zum einen ihre hohe 4K-Auflösung (das entspricht den aktuell höchstauflösenden Videoformaten und TV-Bildschirmen) bei gleichzeitig extrem kleinen Bildpunkten von nur wenigen Millimetern Größe.

Dazu kommt, dass die Samsung-Entwickler sicherstellen mussten, dass die Lichtpunkte auch nach zigtausenden Stunden von Wiedergabe exakt die Farbtöne wiedergeben, die die Regisseure und Filmstudios beim Schnitt der Filme vorgesehen hatten. Das ist eine Herausforderung, weil die kleinen Leuchtdioden im Lauf der Zeit üblicherweise an Leuchtkraft und an Farbtreue verlieren. Das könne man ausschließen, versichert Entwickler Kim, der seine Leinwand in einem rund siebenmonatigem Test vom Standardisierungsgremium der US-Filmindustrie, der Digital Cinema Initiative, hat zertifizieren lassen.

Samsung-Konkurrenz: LG und sein ultradünner OLED-Fernseher

Samsung-Konkurrenz

LG und sein ultradünner OLED-Fernseher

Mit 2,6 Millimeter ist LGs neuer Fernseher „Signature OLED TV W7“ so dünn wie ein Poster. Per magnetischer Halterung wird er an der Wand befestigt. Konkurrent Samsung wiederum stellt seinen „QLED“-Fernseher vor.

Inzwischen ist im Süden Koreas, in Busan, die zweite LED-Leinwand, und vor wenigen Tagen in Thailands Hauptstadt Bankok eine dritte in Betrieb gegangen. Und bald sollen weitere Lichtspielhäuser folgen.

Kinobetreiber aus aller Welt seien schon da gewesen, erzählt Entwickler Kim mit erkennbarem Stolz. „Das Interesse, unsere Technik in die großen Kinos rund um den Globus zu bringen ist groß“, sagt er und lässt die Cineasten hoffen: „Voraussichtlich im kommenden Jahr werden wir die weitere LED-Kinos auch auf anderen Kontinenten sehen – auch in Europa.“ Deutlicher wird er nicht. Die Kinoketten stünden im Wettbewerb und wollten sich die Exklusivität des ersten Angebotes sichern.

Eine Exklusivität, die nicht einmal unangemessen teuer sei, versichern die Samsung-Vertriebler, ohne freilich Details zu nennen. Die Kosten für die Displayausrüstung lägen in etwa auf dem Niveau leistungsfähiger, aktueller Laserprojektionssysteme für Kinos. Die allerdings können auch schon mal – je nach Kinogröße – siebenstellige Eurobeträge erreichen.

Zehn Prozent Marktanteil für Samsung

Jason Kim glaubt, dass das aber nicht gegen den Erfolg seiner LED-Wand spricht. Denn entscheidend sei nicht die ursprüngliche Investition, sondern die Frage der Rentabilität. Und die sei, das zeige das Beispiel 3-D-Kino, deutlich höher als bei der herkömmlichen Filmwiedergabe. „Für einen 3-D-Film zahlen die Zuschauer ja auch einen Aufpreis“, sagt der koreanische Kino-Innovator. „Das wird, wenn die Leute unsere HDR-Bilder erst mal gesehen haben, mit den LED-Kinos nicht anders sein.“

Und weil er davon überzeugt ist, hat er sich große Ziele gesetzt: In drei bis fünf Jahren will er mit seiner Technik für Samsung zehn Prozent des Kinomarktes erobert haben. Das wären – passend zu den stählenden Bildern auf der Leinwand – auch für seinen Arbeitgeber glänzende Aussichten.

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