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01.03.2017

12:23 Uhr

Weniger Verpackungsmüll

Mit Laser das Gemüse etikettieren

Von: tus

  Die Plastiktüte ist auf dem Rückzug. Nun soll auch die Menge an Umverpackungen für Ost und Gemüse reduziert werden. Mit Laserstrahlen.

Auf harten Schalen können Laserstrahlen Logos hinterlassen. PR

Auf harten Schalen können Laserstrahlen Logos hinterlassen.

Das umstrittenste Produkt in deutschen Geschäften ist die Tragetasche. Während Bangladesch bereits im Jahr 2000 sämtliche Plastiktüten verbot, sind sie in deutschen Supermärkten zwar auf dem Rückzug, aber eben noch nicht ganz verschwunden.

Die Umverpackung einzelner Produkte ist – wenn es um die Vermeidung von Müll in privaten Haushalten geht – folgerichtig das nächste Problem, wenn es darum geht, möglichst nachhaltig Waren vom Handel zum Verbraucher zu bekommen.
In Berlin versucht sich der Supermarkt Original Unverpackt daran, sämtliche Waren ohne Netze, Folien, Träger, Körbe oder Tüten zu verkaufen.

Einen neuen Weg für einen Teil seiner Produkte beschreitet die Rewe Group. Von Mitte März an können sich die Kunden in rund 800 Filialen von Rewe- und Penny-Märkten über vermeintlich seltsam markiertes Obst und Gemüse wundern. In die Haut von Avocados und Süßkartoffeln wird per Laser die Produktbezeichnung eingebrannt.

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Nötig ist diese verpackungsfreie Markierung, um das Bio- vom konventionell angebautem Gemüse zu unterscheiden und Verwechslungen beider Produkte zu verhindern. Der Lebensmittelkonzern spricht dabei von „Natural Branding“. Bei dem Verfahren werden per Laserstrahl Partikel aus der obersten Schicht entfernt. Je nach Wunsch des Händlers können so Logo und ein Biosiegel in das Gemüse eingebrannt werden.

Rewe probiert Laser-Gemüse in NRW aus

Laut Rewe hat dieses Verfahren keinen Einfluss auf Geschmack, Qualität und Haltbarkeit des Produktes. Dennoch handelt es sich zunächst um ein Pilotprojekt. Das beginnt mit zwei Gemüsesorten, die nicht so alltäglich sind wie Kartoffeln oder Möhren. Und sowohl Avocados wie auch Süßkartoffeln werden nicht mit Schale verzehrt.

Dennoch soll das Verfahren nicht nur weiter ausprobiert werden bei Obst, dessen Schale ebenfalls entfernt wird wie Orangen oder Bananen, sondern auch bei Früchten funktionieren, deren Schale mitgegessen wird. Wie die Kunden jedoch auf Äpfel oder Pfirsiche mit Brandspuren reagieren würden, ist unklar.

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Für das Projekt hat sich Rewe auf Nordrhein-Westfalen beschränkt. Vier Wochen lang soll nun getestet werden, wie die Akzeptanz der Kunden ist. Wenn es erfolgreich verläuft, soll der Test ausgeweitet werden.

Hoffnungslos sind die Aussichten nicht. Denn das gestiegene Umweltbewusstsein schlägt sich bei der deutschen Kundschaft durchaus nieder, obwohl es zur Verwendung von Plastiktüten keine gesetzliche Regelung gibt. Kunden finden zwar immer noch Plastiktüten an der Kasse - aber sie sind bereit dafür zu bezahlen - und vielleicht damit öfter zu nutzen. Mit durchschnittlich 76 Tüten pro Jahr lagen deutsche Konsumenten weit unter dem EU-Schnitt.

Und laut einer Umfrage vom Dezember ist nur noch eine Minderheit unterhalb von 10 Prozent, die es nicht oder gar nicht gut findet, dass im Supermarkt Plastiktüten bezahlt werden müssen. Mehr als die Hälfte findet das sogar sehr gut. Und dass die Deutschen auch im Alter lernfähig sind, zeigt der Zuspruch von 63 Prozent für die kostenpflichtigen Tragetaschen in der Gruppe der Menschen von 56 Jahren und älter.

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