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11.09.2017

07:44 Uhr

Wirbelsturm Irma

Hurrikan verwüstet Florida

Von: AP

  Haushaltsgeräte schwimmen durch die Gegend, ein tonnenschwerer Baukran fällt in heftigen Windböen um: „Irma“ hat Florida mit voller Wucht getroffen. Versicherer rechnen mit Kosten von 40 Milliarden Dollar.

Von Wasser umgebene Fahrzeuge stehen in Naples, Florida, USA, nachdem Hurrikan «Irma» durch die Stadt gezogen war. dpa

Von Wasser umgebene Fahrzeuge stehen in Naples, Florida, USA, nachdem Hurrikan «Irma» durch die Stadt gezogen war.

Hurrikan „Irma“ ist über den US-Staat Florida hereingebrochen. Der Wirbelsturm überschwemmte Häuser, in Millionen Haushalten fiel der Strom aus. In Miami warf „Irma“ einen tonnenschweren Baukran um, die Flughäfen im Staat sollten auch am (heutigen) Montag geschlossen bleiben. Derweil näherte sich „Irma“ als Hurrikan der Stufe zwei der dicht besiedelten Gegend um Tampa.

Todesfälle oder Verletzte wurden in Florida zunächst nicht gemeldet. Er habe bisher von keinen katastrophalen Schäden gehört, sagte der Leiter des Notfallmanagements des Staates, Bryan Koon. Dies bedeute jedoch nicht, dass es sie nicht gebe, sondern lediglich, dass die Informationen dazu noch nicht durchgedrungen seien, so Koon.

Der internationale Flughafen in Miami blieb wegen „Irma“ vorerst dicht. Am Dienstag sollten nur vereinzelt Flüge abgefertigt werden. Der Fort-Lauderdale-Hollywood-Flughafen teilte auf seiner Internetseite mit, zunächst gebe es keine Pläne für eine Wiedereröffnung. Dort waren die letzten Flugzeuge am Freitag gestartet. Der Airport in Orlando hatte am Samstag seinen Betrieb eingestellt.

Kategorie 4 erreicht: Stunde null nach „Irma“

Kategorie 4 erreicht

Stunde null nach „Irma“

Während „Irma“ nun Florida heimsucht, stehen mehrere Inseln in der Karibik nach dem Hurrikan bereits buchstäblich vor einem Scherbenhaufen. Land unter, viele Zerstörungen - nun auch noch Plünderungen.

Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums befand sich das Sturmzentrum von „Irma“ in der Nacht zu Montag rund 35 Kilometer östlich von Tampa in der Nähe der Stadt Lakeland. „Irma“ hatte sich im Laufe des Sonntags auf einen Hurrikan der Kategorie zwei abgeschwächt und erreichte Windstärken von bis zu 155 Kilometern pro Stunde. Der Sturm sei jedoch weiterhin lebensgefährlich und bringe heftige Fluten und schwere Regenfälle mit sich, warnte das Hurrikanzentrum.

„Irma“ sollte sich weiter abschwächen und von Florida in Richtung Georgia ziehen. In Florida harrten rund 130 000 Menschen in Notunterkünften aus. In mehr als 3,3 Millionen Haushalten fiel der Strom aus. Allein im Bezirk um Miami-Dade seien fast eine Million Menschen ohne Elektrizität, teilte der größte Stromanbieter des Staates mit. Der Stromausfall erstrecke sich von den Florida Keys bis in das Zentrum des Staates. Weitere Ausfälle wurden erwartet, als sich der Sturm seinen Weg über Florida hinweg bahnte.

Auf der Inselkette Florida Keys wurde durch „Irma“ eine Sturmflut mit Rekord-Wasserständen von drei Metern verzeichnet. Im Wasser schwammen Haushaltsgeräte und Möbelstücke. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung sei jedoch noch nicht absehbar, sagte die Sprecherin des Bezirks Monroe, Cammy Clark. Ab Montag sollten Einsatzkräfte Haus für Haus durchsuchen. Zudem waren Hilfslieferungen per Flugzeug geplant.

Branchenexperten zufolge hat der Wirbelsturm hohe Kosten für die Versicherungsbranche verursacht. Die versicherten Schäden in den USA könnten zwischen 20 und 40 Milliarden Dollar liegen, erklärte der Fachdienst Air Worldwide am Montag in einer aktualisierten Schätzung. Auch die Ratingagentur Moody's und der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück gehen von erheblichen Schäden für die Branche aus. Zu den wichtigsten Rückversicherern für ausschließlich in Florida tätige Sachversicherer zählt Moody's zufolge auch die Allianz. Der Wirbelsturm war am Sonntag (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde über das südliche Florida hinweggezogen.

Die Münchener Rück und der Wettbewerber Hannover Rück könnten nach eigener Darstellung dennoch glimpflich davonkommen. Der Marktanteil der Hannover Rück in Florida und Texas liege deutlich unter zwei Prozent, erklärte der Konzern am Montag. Die Münchner Rück sei in Florida nicht stark engagiert, hatte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek am Sonntag gesagt.

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