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05.05.2017

15:30 Uhr

Bürgermeisterin von Tesla-Stadt Prüm

"Wir sehen das als große Chance"

Von: Jacqueline Goebel

  Mit der Übernahme von Grohmann durch Tesla wurde Prüm in der Eifel auf einen Schlag berühmt. Bürgermeisterin Mathilde Weinandy erzählt, wie Tesla das Dorf verändert, wie das Verhältnis zur IG Metall ist und ob sie in Tesla-Aktien investieren würde.

Prüm: Was Bürgermeisterin Mathilde Weinandy über Tesla denkt. imago

Prüm: Was Bürgermeisterin Mathilde Weinandy über Tesla denkt.

Frau Weinandy, Tesla hat Grohmann aus Ihrer Stadt Prüm übernommen. Jetzt gibt es zwischen der IG Metall und Tesla eine Diskussion um den deutschen Tarifvertrag. Und die Mitarbeiter machen sich Sorgen um die Zukunft, weil das Unternehmen vielleicht die Beziehung zu anderen Auftraggebern vernachlässigt. Tesla ist nun Ihr größter Arbeitgeber, wie ist die Stimmung in der Stadt?
Mathilde Weinandy: Das sorgt natürlich für viel Aufregung in der Firma, die Menschen machen sich Gedanken. Aber betriebsintern herrscht auch nicht unbedingt Einigkeit, es sind nicht alle Mitarbeiter der Meinung der Gewerkschaft. Und die meisten Menschen in Prüm sind positiv gestimmt. Es gibt ganz viele, die sagen, wir müssen Tesla jetzt auch mal Zeit geben. Tesla muss ja auch erst mal schauen, was sie aus der Firma Grohmann machen wollen und wie das Konzept laufen soll. Wenn so eine Firma nach Prüm kommt, dann sehen wir das erst mal als Chance.

Haben Sie als Bürgermeisterin schon Tesla-Chef Elon Musk kennengelernt?
Nein, Elon Musk leider nicht. Aber ich stehe in Kontakt mit Tesla, mich hat da ein Vertreter angerufen. Und ich habe ihm auch gesagt, dass ich das erst mal positiv begleiten werde.

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Geht es nach Tesla, soll der 2016 übernommene Maschinenbauer Grohmann nicht länger deutsche Autobauer beliefern. Nach Meinung eines Experten wäre das die schlechteste Lösung für Tesla und Grohmann.

Und das war der einzige Kontakt zu Tesla?
Nein, das Unternehmen ist in der Stadt schon präsent. Wir hatten gerade eine große Handelsmesse, da war Tesla auch mit mehreren Autos vertreten und hat sich dargestellt. Da konnten sich unsere Bürger auch in eine Liste eintragen, um mal mit so einem Auto mitzufahren. Das ist in der Bevölkerung sehr positiv angekommen.

Und wie ist Ihr Kontakt zur IG Metall?
Keinen, mich hat niemand angerufen oder angesprochen.

Können Sie die Furcht der Gewerkschaft verstehen? Es ist ja nicht das erste Mal, dass sich amerikanische Unternehmen gegen das deutsche Tarifsystem wehren. Verdi streikt deshalb regelmäßig bei Amazon.
Tesla hat ja schon die Zusage gemacht, dass jeder Mitarbeiter 150 Euro im Monat mehr bekommen soll. Und dann noch eine Bonuszahlung von 1000 Euro und diese 10.000 Aktien. Das werte ich als gutes Zeichen. Aber ich kann nicht darüber urteilen, ob das Lohnniveau unangemessen ist oder nicht. Das sind Betriebsinterna. In Prüm hoffen die Menschen natürlich darauf, dass die Firma gut läuft und wir sie lange hier behalten. Wenn das Klima positiv ist, dann ist das für die Stadt auch sehr positiv. Das ist ja auch unser größter Steuerzahler. Und wir wollen als Stadt Grohmann und Tesla unterstützen.

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