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Der VW Polo im Wandel der Zeit

Vom Käfer-Ersatz bis zum kleinen Golf

  Vor über 40 Jahren trat der erste VW Polo an, um den legendären Käfer zu ersetzen. Über fünf Generationen ist der Kleinwagen immer näher an den Golf gerückt – und der sechste Polo kommt ihm so nahe wie keiner zuvor.

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VW Polo Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Es war keine leichte Aufgabe, die der erste VW Polo 1975 zu bewältigen hatte: Er sollte nichts anderes als den Käfer ersetzen. Und um die Herausforderung noch etwas größer zu machen, wurde das bewährte Käfer-Konzept des Heckmotors über Bord geworfen, nur im Bulli wurde noch einige Jahre lang der Motor hinten montiert.
Doch der Polo hat die Aufgabe gemeistert und sich in fünf Generationen erfolgreich verkauft. Diese Woche stellt Volkswagen in Berlin die sechste Generation vor – und wagt technisch einen ähnlich großen Sprung wie einst in der ersten Generation.

VW Polo I Volkswagen

Quelle: Volkswagen

VW Polo I (1975 bis 1981)

Als der erste Polo zu den Händlern rollte, war das der Schlusspunkt einer großen Umstellung. Volkswagen hatte sein komplettes Produktangebot umgekrempelt, von Heck- auf Frontmotoren umgestellt. Das Grundkonzept des Polo ist bis heute geblieben – auch wenn er inzwischen nicht mehr das kleinste Modell der Wolfsburger ist.

VW Polo I GT Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Der Polo kam als abgespeckte Variante des Audi 50 auf den Markt. Als sich Audi 1978 aus dem Kleinwagensegment zurückzog, wurde der Polo allmählich aufgewertet – etwa mit dem 60 PS starken Polo GT.
Den Polo gab es damals nur als Dreitürer, eine Stufenheck-Variante kam 1977 als VW Derby auf den Markt.

VW Polo II Coupé Volkswagen

Quelle: Volkswagen

VW Polo II (1981 bis 1994)

Der Polo II, intern Typ 86C genannt, wurde 13 Jahre lang gebaut – und damit fast so lang wie der Vorgänger Typ 86 und der Nachfolger 6N zusammen. Bei der Premiere 1981 gab es den Polo nur als Dreitürer mit einem Steilheck, das einen größeren Kofferraum bot. Das Fließheck, wie es der Vorgänger hatte, kam erst ein Jahr später als Polo Coupé auf den Markt. In der zweiten Generation wurden erstmals auch Dieselmotoren eingesetzt. Vom Typ 86C wurden knapp 1,7 Millionen Fahrzeuge gebaut.

VW Polo II G40 Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Mit dem Polo II wurde zwischen 1983 und 1989 auch ein Markenpokal ausgetragen, unter dem Namen „Internationaler Wintershall VW Polo Cup“. In den Baujahren bis 1985 leisteten die kleinen Rennwagen 88 PS, ab 1986 stieg die Leistung mit einem neuen Motor auf 112 PS.

VW Polo III GT Volkswagen

Quelle: Volkswagen

VW Polo III (1994 bis 2001)

Mit der dritten Generation des Polo wurde das Angebot kräftig ausgebaut. Erstmals gab es den Kleinwagen auch als Fünftürer. Ende 1995 folgte eine Stufenheck-Limousine, die nicht mehr als Derby, sondern auch unter dem Namen Polo verkauft wurde – allerdings mit dem Zusatz „Classic“. 1997 kam auch ein Kombi-Ableger auf den Markt, unter dem traditionellen Namen Variant. An den Erfolg des Vorgängers konnte der 6N genannte Wagen nicht mehr anknüpfen, es wurden „nur“ 645.000 Exemplare gebaut.

VW Polo III Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Ab Oktober 1999 wurde der Polo aufgewertet und lief unter der internen Bezeichnung 6N2. Neben einigen optischen Retuschen erhielt der Polo einen moderneren Innenraum als der 6N, auch Ausstattungen wie ESP oder Xenon-Scheinwerfer waren nun gegen Aufpreis erhältlich. Der Typ 6N2 wurde allerdings keine zwei Jahre gebaut, weil 2001 bereits die nächste Generation auf den Markt kam.

VW Polo IV Volkswagen

Quelle: Volkswagen

VW Polo IV (2001 bis 2009)

Mit dem vierten Polo hat der Kleinwagen einen echten Größensprung gemacht. Das auf der IAA 2001 präsentierte Modell ist ganze 15,4 Zentimeter länger als das Auslaufmodell – und reicht mit 3,90 Metern an einen Golf II heran. Zum Vergleich: Der erste Polo kam gerade einmal auf 3,51 Meter. Dafür kann der vierte Polo auch als echter Fünfsitzer gezählt werden, da das Längenwachstum vor allem auf der Rückbank zu spüren ist. Die Stufenheck-Limousine wurde ab Oktober 2003 in Brasilien gebaut und auch nach Europa exportiert.

VW Polo IV Cabrio Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Von dem vierten Polo hatte VW einst auch ein Cabrio entworfen. Der offene Polo mit Stoffdach hat es aber nie in die Serie geschafft.

VW Polo IV GTI Volkswagen

Quelle: Volkswagen

2005 erfolgte eine umfangreiche Modellpflege – weg von der an den Lupo angelehnten Optik, hin zu dem damaligen „Konzerngesicht“ mit dem größeren Kühlergrill, der an den Golf V angelehnt ist. Die zu Grunde liegende Technik blieb aber gleich. Allerdings gehörten jetzt elektrische Fensterheber zur Serienausstattung, optional konnte das Kassettenradio durch ein CD-Radio ersetzt werden. Neben dem sportlichen GTI gab es auch eine eigenständige Spar-Variante namens Bluemotion, die den Verbrauch um 0,7 auf nur noch 3,8 Liter drücken sollte.

VW Polo V Volkswagen

Quelle: Volkswagen

VW Polo V (2009 bis heute)

Mit 3,97 Metern Länge kam die 2009 vorgestellte Generation 5 der Vier-Meter-Marke noch näher. Optisch folgt der Polo dem Design des Golf VI – sehr schlicht, aber dennoch modern. Bei der Technik gab es jedoch größere Änderungen: Gegen Aufpreis war ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich und ein Navigationssystem mit Touchscreen – beides war damals in Kleinwagen noch sehr selten.

VW Polo V Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Mit dem Modelljahr 2014 wurde der Polo V dezent überarbeitet. LED-Scheinwerfer ersetzten die Bi-Xenon-Scheinwerfer, zudem wurden alle Motoren auf die Abgasnorm Euro-6 umgestellt. Neben den Standard-Modellen gab es wieder einen BlueMotion (2. von links) und wie schon beim Polo IV einen CrossPolo (3. von links).

VW Polo V Cross Country Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Der CrossPolo wurde seit 2010 angeboten und zeichnete sich durch die Offroad-Optik mit schwarzem, robusten Hartplastik und angedeutetem Unterfahrschutz aus. Zudem hatte der CrossPolo eine um 15 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit – zu wenig, um als SUV durchzugehen. Entsprechend blieb der Erfolg des CrossPolo überschaubar.

VW Polo WRC Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Erfolge kann man dem Polo R WRC allerdings nicht absprechen: Mit dem Wagen trat VW wieder mit einem Polo-Modell im Motorsport an, genau genommen in der Rallye-Weltmeisterschaft WRC. Der Rennwagen brachte es auf 315 PS, ein von 2013 bis 2014 angebotenes Sondermodell für die Straße (Polo R WRC Street) auf immerhin 220 PS. Von 2013 bis zum Rückzug nach der Saison 2016 hatte Volkswagen mit dem Franzosen Sébastien Ogier am Steuer vier Mal in Folge den Weltmeistertitel gewonnen – 2014 und 2015 gingen auch noch die WM-Plätze 2 und 3 an Polo-Fahrer.

VW Polo VI Abnahmefahrt Volkswagen

Quelle: Volkswagen

VW Polo VI (2017 bis ...?)

Mit der sechsten Generation steht der nächste große Wandel an: Statt auf der VW-Kleinwagenplattform, die sich der Polo bislang mit Modellen wie dem Skoda Fabia, Seat Ibiza oder Audi A1 geteilt hat, basiert der sechste Polo auf dem Modularen Querbaukasten (MQB). Also jener Technik-Sammlung, aus der sich auch Golf und Passat bedienen. Der neue Polo kommt dem Golf also näher als je zuvor. Weitere Details über den neuen Polo lesen Sie hier.

VW Polo VI Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Um das finale Design der sechsten Generation hat VW lange ein Geheimnis gemacht – bei den Abnahmefahrten war der Wagen noch stark getarnt. Vor der Premiere am Freitag (16. Juni 2017) hat Volkswagen allerdings zwei kleine Detailaufnahmen des Neuen veröffentlicht.
„Dieser Volkswagen ist sofort als Original seiner Klasse und doch als komplett neu konzipierte Generation identifizierbar“, sagt VW-Chefdesigner Klaus Bischoff „Es ist ein Auto, das optisch und technisch perfekt in die Zeit passt.“

VW Polo Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Der Polo der sechsten Generation der größte aller Zeiten: 4,05 Meter misst er in der Länge, der Radstand wuchs um 9,4 Zentimeter. Der Größenzuwachs des neuen Viertürers aus Wolfsburg – einen Zweitürer wird es nicht mehr geben – ist schon von außen merklich. Das Design auf der MQB-Plattform wirkt dadurch rundum männlicher, sportlicher, ja wirklich auch erwachsener.

VW Polo Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Die zusätzlichen Zentimeter kommen vor allem den bis zu fünf Insassen zugute, die sich nun wirklich nicht mehr wie in einem Kleinwagen kuscheln müssen.
Komplett neu, und demnächst auch für weitere Kompaktmodelle von VW gedacht, ist das durchdesignte und moderne Cockpit-Layout. Hier wanderte nun beispielsweise das komplett glatte und glänzend schwarze Infotainmentsystem mit dem 8-Zoll-Touchdisplay weiter nach oben, um direkt im Blickfeld des Fahrers zu liegen.

VW Polo Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Das neue R-Line-Modell setzt auf sportliche Züge.

VW Polo Volkswagen

Quelle: Volkswagen

Eigentlich ist der neue Polo gar kein Wolfsburger, sondern ein rassiger Spanier, denn produziert wird bei der VW-Tochter Seat in Pamplona. Hier rollt auch bereits der Polo-Bruder Seat Ibiza vom Band. Der neue Polo ist ab Mitte August 2017 bestellbar und kommt dann im Herbst hinter die Schaufensterscheiben der VW-Händler, zu Preisen ab 12.975 Euro.

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