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11.01.2018

07:59 Uhr

Flughafen Rothenburg

Chinesischer Investor erteilt Absage für Milliarden-Investment

Von: Lea Deuber

  Der chinesische Automobilzulieferer Beijing WKW will nach monatelangen Verhandlungen den Flughafen in Sachsen doch nicht kaufen. Das könnte dem Vertrauen in chinesische Investoren weiter schaden.

Chinesen stoppen Milliarden-Investition imago

Chinesen lassen den Traum vom Elektroauto-Werk auf dem Flugplatz Rothenburg platzen.

Eigentlich schien bereits alles klar. Qualifizierte Mitarbeiter, Osteuropa vor der Haustür und dann noch die A4 in nächster Nähe. 1,4 Milliarden Euro wollte der chinesische Automobilzulieferer Beijing WKW in Rothenburg in Sachsen investieren, um dort Autos „Made in Germany“ zu produzieren. Gegen drei Regionen hatte sich der 5000-Seelen-Ort im vergangenen Mai durchgesetzt. „Die Investition ist der Motor, welcher der Region so lange gefehlt hat“, sagte Bürgermeisterin Heike Böhm damals der WirtschaftsWoche.

Nun scheint der Deal vorerst geplatzt. Der Vorstandschef des Pekinger Unternehmens schrieb am Montag in einem Brief an das Landratsamt, man habe die Faktoren ausführlich gegeneinander abgewogen, sich dann aber gegen den Kauf entschieden. Die Fläche, die anfangs als „ideal“ bezeichnet wurde, soll nun plötzlich zu klein sein. Die Autobahn nach Dresden und der Logistikknoten in Leipzig? Spielen plötzlich keine Rolle mehr.

Die gescheiterten Pläne in Rothenburg drohen sich nun in eine ganze Serie unrühmlicher Vorfälle einzureihen, die im Zusammenhang mit chinesischen Investoren in Deutschland stehen. Der bekannteste ist wohl der Flughafen Hahn, der 2016 von einem Shanghaier Investor übernommen werden sollte. Bei einem Besuch der WirtschaftsWoche vor Ort stellte sich heraus, dass die angebliche Millionenfirma über einen alten Reifenhändler gemeldet war. Die Räume leer. Vor der Tür Sperrmüll und Dreck.

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War man in Sachsen nicht vorsichtig genug? Die Verhandlungen zogen sich weit länger hin als geplant. Erst im November reiste eine Delegation mit dem früheren Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich nach Peking. Dort zeigte sich dieser noch optimistisch. Die Chinesen wollten zwar ein rechteckiges Gelände, der Flughafen war hingegen durch eine teilweise Bebauung schlauchartig geformt. Tillich gab sich aber damals noch gelassen. Der Investor wisse halt, was er wolle.

Der WirtschaftsWoche bestätigte ein Unterhändler aus einem anderen Bundesland nun hingegen, dass es ihm in den Unterhandlungen mit Beijing WKW von Anfang an komisch vorgekommen sei, wie die Chinesen verhandelt hätten. „Sie hatten keinen Businessplan“, berichtet er. Und das, obwohl sie rund 1,4 Milliarden Euro investieren wollten.

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2015 steckten Chinesen in Deutschland Geld in 280 Investments auf der Grünen Wiese. Sie hatten ein Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro. Das ist weniger als die Summe, die Beijing WKW nun allein für seine Fabrik ausgeben wollte. Das Bundesland habe sich deshalb nach eigenen Angaben aus den Verhandlungen zurückgezogen. Zu seltsam sei ihnen die Offerte vorgekommen.

Auch andere Stimmen meldeten damals Zweifel an. So warnte Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte und Professor an der Universität Duisburg-Essen, etwa im MDR vor einer Wiederholung des Hahn-Debakels.

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