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03.01.2018

12:26 Uhr

Private Ladesäulen

Wie Deutschland die E-Auto-Prämie besser nutzen könnte

Von: ses, dpa, SP-X

  Bislang wurde nur ein Bruchteil der E-Auto-Prämie abgerufen. Ein Experte bringt eine andere Verwendung der Gelder ins Spiel: private Ladesäulen zu fördern. Was der Plan bringen könnte.

Ubitricity Ubitricity

Ubitricity will an Straßenlaternen Strom zapfen.

46.897 – so viele Anträge auf die E-Auto-Prämie sind bislang beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingegangen. Die Fördermittel reichen für mehr als 300.000 Autos mit Elektromotor. „Für diese Förderung stehen insgesamt 600 Millionen Euro zur Verfügung“, sagte Bafa-Präsident Andreas Obersteller der „Welt“. „Bis heute sind rund 65 Millionen Euro gebunden.“

Der Bund schießt beim Kauf eines Elektroautos (egal ob mit Batterie oder Brennstoffzelle) 2000 Euro zu, bei einem Plug-in-Hybrid 1500 Euro. Der Hersteller muss dem Käufer mindestens den gleichen Betrag als Nachlass gewähren, womit der Wagen mindestens 4000 Euro beziehungsweise 3000 Euro günstiger wird. Befristet ist die Förderung bis Mitte 2019.

Doch so weit wird es laut Obersteller wohl nicht kommen. „Aktuell spricht einiges dafür, dass die Mittel nicht bis zum Ende der Förderung Mitte 2019 ausgeschöpft sind“, sagte Obersteller. Der Bafa-Präsident regte deshalb an, das Geld anderweitig zur Förderung der Elektromobilität einzusetzen: „Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden.“

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Viele Autofahrer in Großstädten haben keinen festen Stellplatz – und somit auch nicht einmal die theoretische Möglichkeit, dort ein Elektroauto zu laden. Reicht aber das öffentliche Ladenetz heute schon aus?

Der Ausbau öffentlicher Ladenetze lahmt – vor allem, weil sich das Geschäftsmodell für Ladesäulenbetreiber derzeit nicht lohnt. „Ab einer Million E-Autos wird es für alle Marktteilnehmer nach unserer Einschätzung wirtschaftlich sehr interessant“, sagt Jonas Lohmann, der beim Oldenburger Energieversorger EWE das Kompetenzcenter Mobilität leitet. Tatsächlich sind in Deutschland nur rund 35.000 Autos mit reinem E-Antrieb unterwegs – bei einem Fahrzeugbestand von 45,8 Millionen Autos.

Das Laden zu Hause kann schwierig werden

Das Problem: Ohne sichere Lademöglichkeit sind Elektroautos einfach nicht ausreichend attraktiv. Ob ein Elektroauto alltagstauglich ist, wenn man ausschließlich an öffentlichen Ladesäulen Strom bezieht, hat WirtschaftsWoche Online im vergangenen Jahr getestet. Das Urteil kann sich aber schnell ändern, es ist viel Bewegung im Markt. Beispiel EWE: 2014 hat das Unternehmen mit 30 Ladesäulen angefangen und betreibt derzeit 220 Säulen. Für dieses Jahr seien 400 geplant.

Praktischer ist eine Wallbox in der eigenen Garage. Für Hausbesitzer ist das meist relativ einfach umsetzbar, hier ist es primär eine Frage der Kosten für die Anschaffung und die neu zu verlegenden Leitungen. Eine Förderung könnte die Hemmschwelle senken.

Elektroautos im Kostenvergleich

BMW

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
BMW i3Strom36.150 Euro598 Euro47,8 Cent
Mini Cooper SSuper Plus26.600 Euro542 Euro43,4 Cent
Mini Cooper SDDiesel28.300 Euro519 Euro41,5 Cent

Quelle: ADAC

Citroën

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Citroën C-ZeroStrom19.800 Euro433 Euro34,6 Cent
Citroën C1 Vti 68Super13.900 Euro388 Euro31,0 Cent

Ford

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Ford Focus ElectricStrom34.900 Euro665 Euro53,2 Cent
Ford Focus 1.5 EcoBoostSuper25.500 Euro618 Euro49,4 Cent
Ford Focus 2.0 TDCiDiesel28.100 Euro623 Euro49,8 Cent

Hyundai

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Hyundai IONIQ ElektroStrom33.300 Euro587 Euro47,0 Cent
Hyundai i30 1.6 GDISuper22.630 Euro562 Euro45,0 Cent
Hyundai i30 1.6 CRDi blueDiesel24.030 Euro548 Euro43,8 Cent

Kia

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Kia Soul EVStrom28.890 Euro526 Euro42,1 Cent
Kia Soul 1.6 GDISuper19.990 Euro529 Euro42,3 Cent
Kia Soul 1.6 CRDiDiesel23.490 Euro539 Euro43,1 Cent

Mercedes-Benz

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Mercedes-Benz B250eStrom39.151 Euro713 Euro57,0 Cent
Mercedes-Benz B220 4MaticSuper34.076 Euro773 Euro61,8 Cent
Mercedes-Benz B220dDiesel36.521 Euro728 Euro58,2 Cent

Nissan

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Nissan LeafStrom34.385 Euro632 Euro50,6 Cent
Nissan Pulsar 1.2 DIG-TSuper22.290 Euro574 Euro45,9 Cent
Nissan Pulsar 1.5 dCiDiesel22.690 Euro535 Euro42,8 Cent

Renault

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Renault ZoëStrom34.700 Euro580 Euro46,4 Cent
Renault Clio TCe 90Super16.790 Euro433 Euro34,6 Cent
Renault Clio dCi 90Diesel20.290 Euro454 Euro36,3 Cent

Tesla

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
Tesla Model S 60 Strom71.020 Euro1206 Euro96,5 Cent
Mercedes-Benz CLS 400Super63.427 Euro1198 Euro95,8 Cent
Mercedes-Benz CLS 350dDiesel62.178 Euro1156 Euro92,5 Cent

Hinweis: Da Tesla selbst keine Autos mit Diesel- oder Benzinmotor verkauft, hat der ADAC zum Vergleich den Mercedes-Benz CLS herangezogen.

VW

ModellKraftstoffGrundpreisKosten pro MonatKosten pro Kilometer
VW e-up!Strom26.900 Euro472 Euro37,8 Cent
VW up! 1.0Super14.255 Euro375 Euro30,0 Cent

Für Autofahrer, die in einer Wohnung leben, ist die Lage ungleich komplexer – vor allem, wenn es sich nicht um ein Mehrfamilienhaus im Einzelbesitz, sondern um eine Wohneigentümergemeinschaft handelt. Doch dort liegt für die Elektromobilität ein enormes Potenzial: Laut dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) gibt es hierzulande mehr als neun Millionen solcher Wohnungen mit rund vier Millionen dazugehöriger Pkw-Stellplätzen – und damit vier Millionen potenzielle Ladepunkte.

Doch einfach auf eigene Kosten eine Ladesäule in der Tiefgarage oder dem Gemeinschaftsparkplatz auf dem Hinterhof zu errichten, ist nicht erlaubt. Die Eigentümergemeinschaft muss zustimmen und meist auch für die Aufrüstung der Gemeinschaftsflächen zahlen. Doch wie diese Zustimmung erfolgen muss, ist noch nicht klar geregelt. „Selbst die Rechtsprechung und die Experten sind sich nicht einig, wie der Einbau einer Ladeinfrastruktur beschlossen werden muss“, sagt DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

E-Auto im Praxistest

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E-Auto im Praxistest: Wie lade ich mein Elektroauto?

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Ist der Aufbau der Ladesäule eine „bauliche Maßnahme“ oder eine „Modernisierung“? Im ersten Fall müssen alle Miteigentümer zustimmen, im zweiten reicht eine Drei-Viertel-Mehrheit. Da die rechtliche Bewertung unklar ist, rät Kaßler, den Widerstand Einzelner nicht zu ignorieren, weil das im Extremfall in einem Gerichtsprozess enden könnte.

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