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09.01.2018

11:24 Uhr

Verkehrte (Finanz-)Welt

Warum Banken und Fintechs ideale Partner sind

Von: Carsten Maybach

kolumne  "Willst du etwas gut gemacht haben, so tue es selber!" Lange sind Banken mit diesem Prinzip gut gefahren. Im digitalen Wandel gilt das nicht mehr.

Banken müssen vor Fintechs keine Angst haben. dpa

Banken müssen vor Fintechs keine Angst haben.

Finanzinstitute sind bereits seit Jahren auf der „digitalen Reise“. Ob die Schaffung von Innovation Labs oder Accelerator-Programmen, die Einbindung von Inkubatoren oder Corporate Venture Capital – Institute fahren mittlerweile eine Vielzahl von Ansätzen, um die Digitalisierung ihrer Branche selbst aktiv zu gestalten. Damit knüpfen sie eigentlich an ihre Wurzeln an. Schließlich sind Banken in ihrer heutigen Form im 19. Jahrhundert als innovative Finanzdienstleister entstanden, die ihren Kunden unterschiedlichste Dienstleistungen angeboten haben. Mit Einführung der Informationstechnologie im letzten Jahrhundert haben sie sich schon einmal neu erfunden, samt Etablierung eigener Onlinebanking-Ableger. Mit dieser digitalen Ära sind diese goldenen Banking-Zeiten jedoch nicht zu vergleichen.

Banking-Systeme kommen an Grenzen

Die Innovationszyklen haben sich inzwischen erheblich beschleunigt: mit massiven Leistungssteigerungen in der Technologie zu gleichzeitig historisch niedrigen Kosten. Softwarelösungen, deren Entwicklung bis zum Prototypen noch vor zwei Jahrzehnten Monate gedauert hätte, entstehen damit heute bei einem Hackathon am Wochenende. Neue Geräte wie Wearables und die Omnipräsenz des Internets machen völlig neue Prozesse möglich. Und damit sind wir auch schon bei des Pudels Kern angelangt: Banken haben ihre „alten“ Prozesse ursprünglich am Kunden ausgerichtet, aber mit der damals erhältlichen Technologie.

Carsten Maybach, CFA, ist Mitglied der CFA Society Germany und Investment Manager bei ALSTIN II GmbH.

Carsten Maybach, CFA, ist Mitglied der CFA Society Germany und Investment Manager bei ALSTIN II GmbH.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden zwar Verbesserungen in bestehende Prozesse eingebaut, aber wenig neue Produkte kreiert, die mit dem technologischen Fortschritt möglich wurden. Mit der Agilität von neuen Playern wie Fintechs, die durch aktuelle Technologie hundertprozentig auf den Kunden fokussierten Service anbieten, können Banken so kaum mithalten.

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Carsten Maybach

Carsten Maybach, CFA, ist Mitglied der CFA Society Germany und Investment Manager bei ALSTIN II GmbH. Dort fokussiert er sich auf FinTech-Investments.

Fintechs finden neue Lösungen

Warum können wir Geld nicht so einfach und schnell wie E-Mails versenden? Warum werden meine Ausgaben nicht in Echtzeit im Konto angezeigt? Warum muss ich Belege zur Überweisung abtippen, anstatt sie zu photographieren? Warum kann mein Geld nicht automatisch und wesentlich kostengünstiger über eine Software angelegt werden? Warum dauern Auslandsüberweisungen über Banken Tage statt über Kryptowährungen Minuten? FinTechs haben Lösungen zu diesen Fragen bereits geliefert, während die Banken in großen Teilen noch daran arbeiten.

Banken können mit kooperativen Modellen profitieren

Zum Glück der Banken benötigen Startups Geld, um ihre Anlaufkosten zu decken. FinTech-Startups brauchen noch mehr Geld als üblich, da sie nur einen Bruchteil der Margen von Handelsunternehmen erzielen und je nach Geschäftsmodell regulatorische Kosten hinzukommen. Das hat inzwischen zu einer überwiegend kollaborativen Ausrichtung der FinTechs geführt – sowohl mit Blick auf die Integration von Services in das Bankengeschäftsmodell und Erhöhung der Reichweite, als auch auf die Unterstützung bei der Bewältigung der Regulatorik. Mit einer Finanzierung gewinnen Banken mehrfach: Sie sichern sich die Partizipation an der Entwicklung des Start-ups und können ihren Kunden zugleich dessen innovative Services anbieten. Drei Optionen stehen Banken dabei zu Verfügung – mit höchst unterschiedlichen Ausprägungen und Wirkungen.

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