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11.09.2017

16:41 Uhr

Rosneft

Der mysteriöse Glencore-Deal

Von: Andreas Macho

  Erst vor wenigen Monaten landeten der Rohstoffhändler Glencore und Katar mit dem Einstieg bei Rosneft einen Coup. Nun verkaufen sie das Gros ihrer Anteile an China. Experten kritisierten den Deal von Anfang an.

Wladimir Putin und Glencore-Chef Glasenberg. Getty Images

Wladimir Putin und Glencore-Chef Glasenberg.

Es war ein Bündnisschluss wie unter Fürsten, als Russlands Präsident Wladimir Putin vergangenen Dezember Glencore-Chef Ivan Glasenberg und den Chef von Katars Staatsfonds (QIA), Abdullah bin Mohammed bin Saud Al Thani, im Kreml empfing.

Anlass war die Teilprivatisierung von Russlands größtem Ölkonzern Rosneft. Glencore und Katar erwarben für 10,2 Milliarden Euro zusammen 19,5 Prozent der Rosneft-Anteile. „Rosneft ist an einer Langzeit-Kooperation interessiert“, hallten Putins Worte durch den Saal. Und Glasenberg beeilte sich, den Deal als „sehr wichtig“ zu loben, und betonte die „vielen Möglichkeiten“, die er beiden Unternehmen eröffnen würde.

Nicht einmal ein Jahr nach der feierlichen Verkündung scheint Glasenberg das Interesse an den „vielen Möglichkeiten“ des Rosneft-Deals bereits wieder verloren zu haben. Wie vergangene Woche bekannt wurde, verkaufen Glencore und Katar das Gros ihrer Anteile für 9,1 Milliarden Dollar an das chinesische Konglomerat CEFC. Glencore behält 0,5 Prozent und Katar 4,7 Prozent an Rosneft. Dabei sorgte der Einstieg von Glencore von Anfang an für Spekulationen über mögliche Umgehungsgeschäfte und interessiert auch die US-Ermittler.

Besonders der niedrige Preis, den Glencore für seine Anteile zahlte, ließ Kritiker damals aufhorchen. Gerade einmal 300 Millionen Euro musste Glencore seinerzeit für den Deal auf den Tisch legen. Seither interessieren sich neben Ölexperten auch US-Ermittler für den Deal. So prüft das US-Außerministerium, ob mit dem Glencore-Rosneft-Deal die Sanktionen der USA  gegen Russland umgangen wurden.

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Zweifel an der Sauberkeit des damaligen Deals äußerte auch Andrei Belyi, Professor an der Universität Eastern Finland und Mitglied des Thinktanks Brussels Energy Club. „Ich möchte nicht so weit gehen und von einem Umgehungsgeschäft sprechen. Die Koinzidenz des Einstiegs von Glencore ist allerdings interessant“, sagte Belyi gegenüber der WirtschaftsWoche. So weist der Experte auf die ungeklärte Reduktion von Rosnefts Schulden hin, die zwischen 2014 und 2016 markant abgenommen haben. „Wie Rosneft diese Schulden abgebaut hat, ist absolut intransparent und nicht nachvollziehbar“, sagt Belyi.

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