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Air Berlin, Beate Uhse, Kettler

Diese Traditionsfirmen gingen insolvent

Quelle:Handelsblatt Online

  Der Erotikhändler Beate Uhse sucht nach seiner Insolvenz einen Käufer. Das Unternehmen ist aber nicht die erste deutsche Kultmarke, der das Geld ausgeht. Diese Traditionsfirmen rutschten ebenfalls in die Pleite.

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Beate Uhse dpa

Quelle: dpa

Beathe Uhse (2017)

Der Erotik-Händler Beate Uhse setzte auf falsche Strategien und verschlief Trends. Die Folge: 18 Jahre nach seinem Börsengang im Jahr 1999 beantragte das Unternehmen im Dezember 2017 Insolvenz in Eigenregie. Parallel läuft nun der Verkaufsprozess. Beate Uhse wurde 1946 von der früheren Luftwaffenpilotin Beate Rotermund-Uhse gegründet, 1962 eröffnete ihr Unternehmen in Flensburg den ersten Sexshop der Welt.

Air Berlin dpa

Quelle: dpa

Air Berlin (2017)

Selten wurde eine Insolvenz so intensiv öffentlich ausgebreitet wie bei Air Berlin. Seit sich die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft im August 2017 für zahlungsunfähig erklärte, verschwand der Konzern nicht mehr aus den Schlagzeilen. Die Firmenpleite war wohl die spektakulärste des Jahres 2017, dabei kam sie nicht mal überraschend: Es galt als sicher, dass Air Berlin das Jahr nicht in seiner bisherigen Form überleben würde. Die roten Schokoherzen der 1978 gegründeten Fluggesellschaft sind jetzt Sammlerstücke.

Solarworld dpa

Quelle: dpa

Solarworld (2017)

Die 1988 gegründete Solarworld AG musste nach sechs verlustreichen Jahren im Mai 2017 Insolvenz anmelden. Der Gründer und Chef des Photovoltaikkonzerns, Frank Asbeck, kaufte einige Monate später die beiden deutschen Fabriken und mehrere Tochtergesellschaften im Ausland. Investoren aus Katar unterstützen Asbeck bei dieser Teilrettung.

Alno dpa

Quelle: dpa

Alno (2017)

Für die 410 Mitarbeiter des insolventen Küchenherstellers Alno gab es Ende des Jahres 2017 doch noch eine gute Nachricht. Finanzinvestor Riverrock kaufte den Konzern für 20 Millionen Euro und will den Betrieb, der schon längst eingestellt war, weiterlaufen lassen. Damit können fast alle Mitarbeiter mit dem Erhalt ihres Arbeitsplatzes rechnen – obwohl sie zuvor nach Hause geschickt worden waren. Lange Zeit war kein Käufer in Sicht. Alno wurde 1927 als Schreinerei in Wangen bei Göppingen gegründet, der Name stammt von Gründer Albert Nothdurft.

Deutsche Touring Eurolines

Quelle: Eurolines

Deutsche Touring (2017)

Die fast 70 Jahre alte Deutsche Touring musste im April 2017 wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Gang zum Amtsgericht antreten. Das 1948 gegründete Unternehmen wollte sich neu aufstellen, um auch künftig in der von einem aggressiven Preiswettbewerb gekennzeichneten Branche bestehen zu können. Der Fernreisebus-Anbieter aus Eschborn bei Frankfurt betreibt nach eigenen Angaben 260 Linien und Zubringerstrecken in 34 europäischen Ländern. Im August 2017 übernahm der langjährige Partner CroatiaBus/Globtour den Geschäftsbetrieb und führt den Linienverkehr fort.

Mifa dpa

Quelle: dpa

Mifa (2014 und 2017)

Der Fahrradhersteller Mifa aus Sachsen-Anhalt meldete im September 2014 Insolvenz in Eigenverwaltung an. Im Dezember 2014 übernahm die Unternehmerfamilie Nathusius den Fahrradhersteller. Im Dezember 2016 wurde ein neues Werk in Sangerhausen eröffnet. Doch schon im Januar 2017 musste Mifa überraschend erneut Insolvenz anmelden. Nach dem Verkauf an den Unternehmer Stefan Zubcic nahm das Unternehmen unter dem neuen Namen Sachsenring Bike Manufaktur im August 2017 die Produktion wieder auf.

Sinn-Leffers  AP

Quelle: AP

Sinn-Leffers (2008 und 2016)

Die Modekette Sinn-Leffers hat im September 2016 erneut Insolvenzantrag gestellt. Die beiden traditionsreichen Modehändler Sinn und Leffers hatten 1997 fusioniert, von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener Karstadt-Quelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. 2008 ging Sinn-Leffers schon einmal in die Insolvenz, bei der rund die Hälfte der Filialen geschlossen wurde. 2013 übernahm der Textilunternehmer Gerhard Wöhrl die Kette. Im Juli 2017 wurde das zweite Insolvenzverfahren aufgehoben.

Fleischmann dpa

Quelle: dpa

Fleischmann (2015)

Der Modelleisenbahn-Hersteller Fleischmann stellte Anfang August 2015 einen Insolvenzantrag. Nach Angaben des Unternehmens mit Sitz im bayerischen Heilsbronn waren die verbliebenen 33 Mitarbeiter nicht in der Lage, die Betriebspensionen von mehr als 600 ehemaligen Mitarbeitern zu erwirtschaften. Im Dezember 2015 wurde die Traditionsfirma aber durch eine Umschuldung gerettet.

Kettler dpa Picture-Alliance

Quelle: dpa Picture-Alliance

Kettler (2015)

Ein Schock für alle Kettcar-Fans: Der Fahrrad- und Freizeitartikel-Hersteller Kettler beantragte Insolvenz. Das Traditionsunternehmen wurde 1949 von Heinz Kettler im westfälischen Ense gegründet und in den 1960er-Jahren mit dem markanten Kettcar bekannt. Das beliebte vierrädrige Tretauto mit Pedalantrieb (Foto) wurde nach Firmenangaben 15.000 Mal verkauft. Im Juni 2015 meldete Kettler Insolvenz an – mit dem Ziel, das Unternehmen in Eigenverwaltung neu auszurichten. Am 1. April 2016 wurde der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen.

Metz dpa

Quelle: dpa

Metz (2014)

Der Fernseher- und Blitzgerätehersteller Metz meldete Ende 2014 Insolvenz an. Die 1938 gegründete Firma aus dem fränkischen Zirndorf konnte sich auf dem stark umkämpften Fernsehmarkt nicht mehr richtig behaupten: Die Nachfrage nach TV-Geräten sinkt ohnehin, hinzu kommen asiatische Anbieter mit günstigeren Produkten. Anfang Mai 2015 übernahmen zwei Investoren Metz.

Strauss Innovation dpa

Quelle: dpa

Strauss Innovation (2014)

Die Modekette Strauss Innovation geriet 2014 in eine finanzielle Schieflage und beantragt daraufhin Insolvenz in Eigenverwaltung. Im Rahmen des Sanierungskonzepts wurden 17 der 96 Filialen geschlossen sowie 200 der insgesamt 1400 Mitarbeiter entlassen. Zum Jahresende 2014 übernahm die Beteiligungsgesellschaft Mühleck Family Office die insolvente Kette.

Loewe dpa

Quelle: dpa

Loewe (2013)

Auch der Elektronikhersteller Loewe aus dem oberfränkischen Kronach stellt 2013 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Der erste Investor, Panthera, sprang jedoch kurz vor der geplanten Übernahme ab. Als Retter wurde im Frühjahr 2014 das Münchner Unternehmen Stargate Capital gefunden. Der Großteil der Mitarbeiter konnte bleiben.

Schlecker dpa

Quelle: dpa

Schlecker (2012)

Die wohl größte Pleite des Jahres 2012: Das 1975 gegründete Drogerieunternehmen Schlecker meldete zu Jahresbeginn Insolvenz an – kurz darauf kam es zu mehreren Schließungs- und Entlassungswellen. Politische Rettungsversuche und Verhandlungen mit Investoren scheitern, so dass im Juli 2012 die Gläubiger die Zerschlagung des Unternehmens beschlossen. Mehr als 20.000 Mitarbeiter verloren ihren Job.

Schiesser AP

Quelle: AP

Schiesser (2009)

Der Unterwäsche-Hersteller Schiesser meldete im Februar 2009 Insolvenz an – damit verbunden fielen 90 Arbeitsplätze am Unternehmensstandort Radolfzell weg. Das Unternehmen wurde 1875 von dem damals 27-jährigen Schweizer Jacques Schiesser gegründet und gehörte bis zu seiner Insolvenz der Schiesser Group AG an. Ende 2010 wurde die Insolvenz aufgehoben.

Karstadt dpa

Quelle: dpa

Karstadt (2009)

Der Karstadt-Niedergang gilt als größte Pleite der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Warenhauskette rutschte 2009 mit ihrem früheren Mutterkonzern Arcandor in die Insolvenz – Krisenjahre folgen, in denen wechselnde Eigentümer wie Nicolas Berggruen und René Benko das Traditionskaufhaus umstrukturieren wollen.

Woolworth dpa

Quelle: dpa

Woolworth (2009)

Der deutsche Ableger der Billigkaufhauskette Woolworth rutschte 2009 in die Pleite. Im Mai 2010 übernahm die HH-Holding, die Dachgesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann, die deutschen Märkte. Im Zuge der Übernahme wurde der Firmensitz von Frankfurt nach Unna verlegt.

Märklin dapd

Quelle: dapd

Märklin (2009)

Der Hersteller von Modelleisenbahnen und Kinderspielzeug aus dem schwäbischen Göppingen gilt als Opfer der Finanzkrise. Märklin meldete im Jahr 2009 Insolvenz an und strich kurz darauf mehrere hundert Stellen. Vier Jahre später übernahmen Simba-Dickie-Gründer Michael Sieber und sein Sohn Florian das Unternehmen. Mittlerweile hat sich Märklin wieder stabilisiert und einen Teil der Produktion aus Fernost zurück nach Deutschland verlagert.

Rosenthal dpa

Quelle: dpa

Rosenthal (2009)

Scherben eines zerbrochenen Rosenthal-Tellers: Der Hersteller von Porzellan- und Haushaltswaren blickt auf schwierige Jahre zurück. Die damalige Rosenthal AG gehört seit 1997 zum britisch-irischen Waterford Wedgwood Konzern. Als dieser im Juni 2008 in Liquiditätsschwierigkeiten gerät und sein Rosenthal-Aktienpaket abstößt, muss auch der Porzellanhersteller im Januar 2009 Insolvenz anmelden. Ein halbes Jahr später wird das deutsche Unternehmen vom italienischen Haushaltswarenhersteller Sambonet Paderno gekauft und seitdem als eigenständige GmbH weitergeführt.

Grundig AP

Quelle: AP

Grundig (2003)

Grundig gilt lange Zeit als Symbol des westdeutschen Wirtschaftswunders: Der Elektronikkonzern wird 1930 in Fürth gegründet und stellt in den Jahrzehnten darauf wegweisende Fernsehgeräte für ganz Europa her. Grundig kauft Unternehmen wie die Adlerwerke und Triumph auf, die 1956 zur Triumph-Adler AG fusionieren. In den 1980er-Jahren bricht der Umsatz von Grundig erstmals ein – und das Unternehmen erholt sich seitdem nicht mehr richtig. Der Zahl der Mitarbeiter schrumpft von 28.000 (in den späten 1980er-Jahren) auf 3500 (im Jahr 2003). Ebenfalls 2003 meldet Grundig dann Insolvenz an.

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