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05.09.2017

09:18 Uhr

Fipronil-Skandal

Verunreinigte Eier in 45 Ländern nachgewiesen

Von: dpa

  Inzwischen sind 45 Länder von dem Skandal um mit Fipronil belastete Eier betroffen - darunter auch die USA oder Russland. Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt fordert derweil ein effizienteres Warnsystem für Europa.

Der Fipronil-Skandal zieht weitere Kreise dpa

Mit Fipronil belastete Eier wurden bereits in 45 Ländern nachgewiesen

Von dem Skandal um mit Fipronil belastete Eier sind mittlerweile 45 Länder betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten bis Dienstag 26 der 28 EU-Staaten gemeldet, dass bei ihnen mit dem Insektengift verunreinigte Eier oder Eierprodukte aufgetaucht sind. Hinzu kamen Meldungen von 19 Nicht-EU-Staaten.

In der Europäischen Union seien bis zuletzt lediglich Litauen und Kroatien nicht betroffen gewesen, bestätigte die zuständige EU-Kommissionssprecherin Anca Paduraru der dpa. Zu den betroffenen Nicht-EU-Ländern zählten mittlerweile auch die USA, Russland, Südafrika und die Türkei.

Der Fipronil-Skandal ist an diesem Dienstag erstmals Thema bei einem EU-Ministertreffen. Der für Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissar Vytenis Andriukaitis soll bei Gesprächen der EU-Agrarminister in der estnischen Hauptstadt Tallinn über die aktuelle Lage und die jüngsten Entwicklungen informieren.

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Fipronil ist aufgrund verseuchter Eier aus den Niederlanden gerade in aller Munde. Eigentlich wird das Mittel weltweit in der Tiermedizin eingesetzt. Die Rechte an dem Produkt liegen bei einem deutschen Konzern.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt forderte einen besseren Informationsaustausch in Europa. „Ich erwarte, dass das europäische Schnellwarnsystem dem Namen gerecht wird“, sagte der CSU-Politiker am Dienstag am Rande des Treffens in Tallinn. Es müsse leider feststellt werden, dass monatelang in anderen Ländern Informationen verfügbar gewesen und nicht an Deutschland weitergegeben worden seien.

Nach den bisherigen Ermittlungen gelangte das Insektengift in die Eier, weil es unerlaubterweise zur Reinigung von Ställen eingesetzt wurde. Seit dem Bekanntwerden des Skandals wurden bereits riesige Mengen an Eiern vernichtet - obwohl Experten angesichts der meist sehr geringen Fipronil-Rückstände nicht von einer akuten gesundheitlichen Gefährdung der Verbraucher ausgehen.

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Die Lebensmittelüberwachung kann ihren gesetzlichen Auftrag nur lückenhaft erfüllen. Wegen Personalmangels würden die rund 2500 Kontrolleure nicht einmal 50 Prozent der risikoorientierten Kontrollen durchführen.

Bei der politischen Aufarbeitung des Skandals geht es vor allem um die Frage, ob die Kontrollen und das Krisenmanagement verbessert werden können. In den Niederlanden bekamen Behörden bereits im vergangenen Jahr einen Hinweis darauf, dass Fipronil illegal in Ställen eingesetzt werde. Und selbst nachdem belgische Behörden in Eiern Fipronil nachgewiesen hatten, dauerte es dann noch einmal mehr als zwei Wochen, bis am 20. Juli über das EU-Schnellwarnsystem RASFF auch die anderen Mitgliedstaaten informiert wurden.

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