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12.01.2018

12:27 Uhr

Profitgier ohne Ende

Ärger um neue Coca-Cola-Minidosen

Von: mbr

  Der US-amerikanische Getränkeriese plant die Einführung von Minidosen mit einem Inhalt von lediglich 0,15 Litern. Umweltschützer treibt das auf die Palme.

Ärger für Cola. dpa

Ärger für Cola.

Der US-amerikanische Getränkeriese plant die Einführung von Minidosen mit einem Inhalt von lediglich 0,15 Litern. Die sollen ab April die Regale von Ketten wie Rewe, Edeka oder Lidl erobern. Angeboten werden sollen in der neuen Gebindeform zunächst die Flaggschiffe Coca-Cola und Coca-Cola Zero Sugar. Zur Jahresmitte soll dann auch die Limo Fanta hinzukommen.

Wer zu durstig ist, kauft einfach weiterhin größere Dosen oder Flaschen, oder eben einen Vorratspaket mit acht Kleindosen – daran haben die Marketingexperten aus Atlanta freilich gedacht.

Da Getränkedosen nicht als besonders umweltfreundlich gelten, hat es nicht lange gedauert, bis sich die ersten Gegner der Minidosen in Stellung bringen. Allen voran: die Deutsche Umwelthilfe (DUH). „Mit der geplanten Einführung der Mini-Dosen folgt der nächste Angriff durch Coca-Cola auf das umweltfreundliche Mehrwegsystem in Deutschland“, poltert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. So sei die 1,5-Liter- und 0,5-Liter-Mehrwegflasche schon abgeschafft und aus dem Sortiment genommen worden. „Der Verpackungsverbrauch in Deutschland erreicht von Jahr zu Jahr neue Rekordwerte und dem amerikanischen Brausekonzern fällt nichts Besseres ein, als noch eins draufzusetzen“, so Resch.

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Kleindosen würden das Verhältnis der verpackten Getränkemenge im Vergleich zum eingesetzten Verpackungsmaterial erheblich verschlechtern. Es sei ein Skandal, dass Coca-Cola diesen ökologischen Irrsinn zu einem Trend für Verbraucher machen möchte. Die Profitgier des Soft-Drink-Giganten kenne keine Grenzen, kritisiert Resch und fordert Coke auf, auf die Einführung zu verzichten. Schlimmstenfalls müsse die Bundesregierung dafür sorgen, dass die gesetzliche Mehrwegquote beim Konzern erreicht wird. Dies könne zum Beispiel durch die Einführung einer Abgabe auf unökologische Getränkeverpackungen in Höhe von 20 Cent zusätzlich zum Pfand erreicht werden. Wer seine Getränke umweltfreundlich genießen möchte, solle zur Mehrwegflasche greifen. Durch ihre bis zu 60-malige Wiederbefüllung könnten Ressourcen eingespart und das Klima entlastet werden, so Resch weiter.

„Eine der umweltunfreundlichsten Getränkeverpackungen ist die Getränkedose. Deren Produktion verbraucht viel Energie“ poltert Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft. Die Dose werde in Deutschland bundesweit von nur wenigen Abfüllanlagen über lange Strecken transportiert. Weil für deren Herstellung auch Neumaterial eingesetzt werde, müssen Aluminium- oder Eisenerz gewonnen werden. „Für deren Abbau werden im südamerikanischen Urwald, in Asien oder Australien Böden abgebaggert. Zudem kommen auf eine Tonne Aluminium bis zu vier Tonnen giftiger Rotschlamm als Abfallprodukt. Am Ende wird dieser in riesige Becken geleitet und stellt eine ernstzunehmende Gefahr dar“, sagt Fischer.

„Coca-Cola setzt auf einen Mix von Mehrweg- und Einwegverpackungen“, lautet die lapidare Begründung eines Coke-Sprechers. Denn auch die Dosen würden zu rund 70 Prozent aus wiederverwertetem Material bestehen.

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