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20.04.2017

09:30 Uhr

Klaus Kleinfeld

Anspielung auf eine WM-Party 2006 kostete Arconic-Chef den Job

Von: Angela Hennersdorf

exklusiv  Arconic-Chef Klaus Kleinfeld ist offenbar wegen einer zweideutigen Bemerkung in einem Brief an den Hedgefonds Elliott gestolpert. Es geht um Erinnerungen an eine ausgelassene Feier während der Fußball-WM 2006.

Der Chef des US-Industrieunternehmens Arconic, Klaus Kleinfeld, ist offenbar wegen einer zweideutigen Bemerkung in einem Brief an den US-Hedgefonds Elliott Management zu einem Event während der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland gestolpert. Kleinfeld soll in dem Brief den Chef des Fonds, Paul Singer, an eine ausgelassene Feier dort erinnert haben. Auch auf Fotos soll er angespielt haben, die es von diesem Ereignis gebe.

Dokument im Wortlaut: Kleinfelds vergifteter Brief an Paul Singer

Dokument im Wortlaut

Kleinfelds vergifteter Brief an Paul Singer

Ein Brief hat das Ende von Klaus Kleinfeld als Chef des Stahlkonzerns Arconic eingeleitet. Nun wurde das Dokument veröffentlicht – hier eine Übersetzung von Kleinfelds Schreibens an Elliott-Chef Paul Singer im Wortlaut.

Das sei nicht falsch, heißt es aus dem Umfeld von Kleinfeld. Von Fotos sei in dem Brief von Kleinfeld an Singer allerdings nicht die Rede gewesen. Kleinfeld habe Singer in dem Brief gebeten, doch wieder vernünftig miteinander zu reden. Unbewusst habe Kleinfeld Herrn Singer offenbar an eine dunkle Ecke seiner Vergangenheit erinnert.

„Dieser Brief las sich wie eine Bedrohung, um einen Senior Manager von Elliott Management auf der Basis komplett falscher Andeutungen einzuschüchtern oder zu erpressen“, sagte ein Elliott-Sprecher in New York der WirtschaftsWoche. „Diese Bedrohung hat Elliott ernst genommen. Wir haben sofort den Board von Arconic darüber informiert.“ Inzwischen hat Elliott Kleinfelds Brief im Internet veröffentlichtsowie zwei Schreiben von Richard Zabel, dem Chefjustiziar des Hedgefonds an den Arconic-Vorstand. Der Vorfall sorgt international für Aufsehen, auch das "Wall Street Journal" und australische Medien griffen ihn auf.

Kleinfeld war Anfang der Woche von seinem Vorstandsposten bei Arconic zurückgetreten. Elliott hält 13 Prozent der Anteile an dem US-Unternehmen, das aus der Aufspaltung des Aluminiumriesen Alcoa entstanden ist, und forderte seit Monaten die Ablösung von Kleinfeld. Bis zu Kleinfelds Brief an Elliott hatte der Arconic Verwaltungsrat geschlossen hinter ihm gestanden. Kleinfelds Brief aber habe „schlechtes Urteilsvermögen“ gezeigt, teilte Arconic Anfang der Woche mit.

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